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Preiswert in den Urlaub – Tipps für die Flugbuchung nach Barcelona und Girona

Das deutsche Wetter deprimiert Sie? Dann machen Sie sich doch einfach mal kurz aus dem Staub! Als Alternative zu Winterdepression und Frühjahrsmüdigkeit bieten wir Sonne, Cityflair und Blick aufs Meer oder auf die Berge – ganz wie Sie mögen! Und damit Ihr spontaner Ausbruch aus dem Alltag bezahlbar bleibt, geben wir hier Tipps für die Buchung preiswerter Flüge nach Barcelona und Girona.

Vier katalanische Städte, nämlich Barcelona, Girona, Lleida und Reus verfügen über internationale Flughäfen. Als Flugziele für deutsche Gäste sind jedoch vor allem Barcelona und Girona von Interesse, da Lleida und Reus derzeit so gut wie keine Direktverbindungen zu deutschen Flughäfen anbieten.

Der zentrale Flughafen mit den meisten Verbindungen ist selbstverständlich Barcelona El Prat. Praktisch alle großen Flughäfen Deutschlands bieten Direktverbindungen mit Barcelona. Das gilt sowohl für Standard-Airlines wie die Lufthansa als auch für Billigflieger, wie zum Beispiel Vueling.

Girona Flughafen ©Departament de Presidència de la Generalitat de Catalunya

 

Nach Barcelona mit Vueling

Dabei nimmt Vueling mit Heimatflughafen Barcelona El Prat unter den sogenannten Billigfliegern eine interessante Sonderstellung ein. Auf der Website erfahrungen.com wurde die Fluggesellschaft 2015 mit „Sehr gut“ bewertet. Kriterien für die Bewertung waren sehr günstige Flugpreise, schnelles Boarding, interessante Sparmöglichkeiten bei Sonderaktionen, lohnende Vielfliegerprogramme, tolle Events, freundliches Personal, Speisen und Getränke sind nicht inklusive, aber preiswert. Was man für billige Flüge mit Vueling in Kauf nimmt: Wenig Beinfreiheit und kostenpflichtige Gepäckaufgabe.

In einschlägigen Reiseforen im Internet ist allerdings häufiger zu lesen, dass die telefonische Buchung über die Option „mit einem deutschsprachigen Mitarbeiter sprechen“ zu geringer Kundenzufriedenheit führt. Aufgrund solcher Schwachstellen liegt die Kundenbewertung von Vueling auf erfahrungen.com, die sich aus über 7000 Votings zusammensetzt, derzeit bei 3,64 also knapp vier von fünf Sternen. Um bekannten Problemen aus dem Weg zu gehen, empfiehlt sich eine Buchung direkt über die Website von vueling.com

Nach Girona mit Ryanair


Der Flughafen Girona wird von Bremen, Düsseldorf Weeze, Frankfurt Hahn und Karlsruhe durch Ryanair angeflogen und positioniert sich somit als die preiswerte Alternative zum Direktflug nach Barcelona, aber durchaus auch als Direktflug in eine der interessantesten und geschichtsträchtigsten Städte zwischen Pyrenäen und Mittelmeer. Für diejenigen, die es dann doch nach Barcelona zieht, gibt eine direkte Shuttlebus-Verbindung vom Flughafen von Girona, die auf Flugzeiten von Ryanair abgestimmt ist.

Shuttlebus-Tipp!

Es empfiehlt sich, gleich bei der Ankunft das Ticket für Hin- und Rückfahrt zu kaufen (Preis ca. 25 Euro). Das ist preiswerter als ein Einzelticket, noch wichtiger ist jedoch für Passagiere mit einem besonders frühen Rückflug, dass der Ticketschalter erst um 6:00 Uhr öffnet und der Fahrer keine Tickets im Bus verkauft.

Tipps für die Flugbuchung mit Ryanair

Ryanair ist bekannt dafür, die günstigste Fluglinie Europas zu sein. Um in den Genuss dieser günstigen Preise zu kommen, muss der Gast allerdings clever und gut informiert sein. Nehmen Sie’s sportlich – und beachten Sie folgende Hinweise:

1.Zusatzoptionen bei der Buchung
Zusatzoptionen bei der Buchung bedeuten immer eine zusätzliche Geldinvestition. Wer billig fliegen möchte, überlege sich also besonders gründlich, ob er die Zusatzoptionen auch wirklich benötigt.

2. Gepäckgebühren
Im Ticketpreis von Ryanair inbegriffen ist ein Handgepäckstück mit einem Gewicht von höchstens 10kg und den maximalen Maßen 55x40x20cm. Gewicht und Größe des Handgepäckstücks werden streng kontrolliert. Bei Überschreiten dieser Grenzen ist laut Ryanair Service-Center derzeit eine Zusatzgebühr von 45 Euro zu entrichten.

Achtung: Handgepäck bedeutet bei Ryanair genau 1! Handgepäckstück. Wer also zu seinem Handgepäcks-Köfferchen noch eine Handtasche bei sich trägt, sollte darauf achten, dass die Handtasche in den Koffer passt.

3.Gepäck aufgeben
Wer Gepäck aufgeben möchte, sollte diese Entscheidung direkt bei der Buchung treffen, und sich dann auch sofort für das Gepäcklimit von 15 oder 20kg entscheiden. In diesem Fall liegen die Gebühren je nach Strecke und Saison zwischen 15 und 45 Euro. Gebühren für nachträgliches Einchecken am Flughafen können – wie im letzten Abschnitt bereits erwähnt – bis zu 130 Euro kosten.

4.Online-Checkin nicht vergessen
Der Online-Checkin kann frühestens 15 Tage und spätestens 4 Stunden vor Abflug durchgeführt werden. Benötigt werden hierfür neben der Buchungsnummer auch Geburtsdaten sowie Ausweis- bzw. Passnummern der Reisenden.

Achtung!

Nach dem Checkin unbedingt die Bordkarte ausdrucken. Neben den Gebühren für Übergepäck (10€ pro Kilo) ist die nicht ausgedruckte Bordkarte ein weiterer kniffeliger Buchungsaspekt, der es Ryanair ermöglicht, cleveren Gästen die besten Preise zu bieten.

Infos zu den Gebühren von Ryanair finden Sie hier. Weitere Tipps, Tricks und Schritt-für-Schritt-Anleitungen erhalten Sie zum Beispiel hier oder hier.

Meta-Suchmaschinen

Doch selbstverständlich gibt es eine ganze Menge weiterer Fluglinien, die interessante Angebote für Kurztrips von Deutschland nach Barcelona und Girona bieten. Wer die besten Preise zum anvisierten Datum für sich herauspicken möchte, der bedient sich am besten einer Meta-Suchmaschine: Billigflieger.de ist eine renommierte und vielfach als Testsieger ausgezeichnete Suchmaschine, besonders interessante Angebote bietet derzeit zum Beispiel auch Bravofly. Eine ausführliche Liste von Meta-Suchmaschinen für Billigflüge gibt es hier.

Weitere Tipps fürs kluge Buchen billiger Flüge

Frühzeitig buchen!
Das steht zwar dem Wunsch nach Spontaneität entgegen, ermöglicht einem dafür aber die wirklich besten Schnäppchen unter den Billigflügen zu erwischen. Der beste Zeitpunkt für die Buchung eines Fluges ist allgemein 8 bis 12 Wochen vor Abreise, danach steigen die Preise.

Über die Flughäfen informieren!
Klar, von Weeze oder Frankfurt Hahn sind die Flüge nach Barcelona und Girona billiger als vom Airport Düsseldorf oder Frankfurt. Aber wie sieht die Rechnung aus, wenn die An- und Abfahrt mit Shuttlebus oder dem Taxi zu diesen außerhalb gelegenen Flughäfen einkalkuliert sind? (Im Fall von Weeze 70km, bei Frankfurt Hahn 100km)

Endpreise, nicht Nettopreise vergleichen!
Insbesondere – aber nicht nur – die Billigflieger schlagen auf die Flugkosten noch eine Menge unterschiedlicher Extrakosten auf. Von Gepäckaufgabe bis zur Gebühr für die Kreditkartenzahlung läppert sich da eine Menge zusammen. Deshalb: Stets die Endpreise und nicht die Nettopreise vergleichen!

Checkin-Regeln beachten!
In Bezug auf den Checkin gilt: Lesen Sie das Kleingedruckte! Die Wahl der falschen Checkin-Möglichkeit kann insbesondere beim Anbieter Ryanair zu Problemen und Extragebühren führen.

Regelung zur Größe des Handgepäcks beachten!
Informieren Sie sich genau über Maximalmaße und Gewicht für das Handgepäck bei der von Ihnen gewählten Fluggesellschaft. Manche Fluggesellschaften erlauben nur bis zu 5kg Handgepäck, bei Germanwings sind es 8kg, bei Ryanair 10kg. Bei Überschreitung des Limits für Handgepäck kann das Flughafenpersonal eine Unterbringung im Frachtraum anordnen – was zu Extrakosten führen kann.

Achtung Übergepäck!
Auch die Überschreitung des Maximalgewichts beim aufgegebenen Gepäck kann teuer werden. Die Gebühren pro Kilo liegen hier selten unter zehn Euro. Je nach Gewicht des vermutlich vor allem auf der Rückreise anfallenden Übergewichts, kann es manchmal sogar preiswerter sein, neu erworbene Habseligkeiten per Kurierdienst nach Hause zu schicken. Wer sich gut kennt und weiß, dass er mit weit mehr Gepäck zurückkommen wird als er losgefahren ist, bucht einfach gleich für die Rückreise einen Zusatzkoffer mit.

 

 

Mit allen Sinnen schreiben – Ein Interview mit dem katalanischen Foodjournalisten und Weinkenner Josep Sucarrats

Josep Sucarrats ist ein preisgekrönter Journalist, Chefredakteur von „Cuina“, der meist verkauften Gastronomie-Zeitschrift Kataloniens, und er stellt regelmäßig Weine bei Catalunya Rádio vor. 2015 verlieh ihm die Katalanische Vereinigung der Sommeliers die Auszeichnung „Bester auf Wein spezialisierter Journalist“. In unserem Interview lüftet er Geheimnisse aus der Welt des Weines, führt uns ein in Theorie und Praxis des Wermut und gibt praktische Tipps für alle, die schon immer Weinkenner werden wollten.

 

Katalonien-Tourismus: Josep, du bist seit zehn Jahren Chefredakteur der Zeitschrift Cuina und damit der meistverkauften Zeitschrift Kataloniens. Wie bist du dazu gekommen, dich als Journalist auf das Thema Gastronomie zu spezialisieren?

Josep Sucarrats: Das war in gewisser Weise Zufall. Ich habe Audiovisuelle Kommunikation studiert und bin dann über eine Lokalzeitung in den Journalismus eingestiegen. Danach war ich zwei Jahre in der Redaktion eines Magazins für Landwirtschaft und habe Einblicke in den agrarwirtschaftlichen Sektor Kataloniens erhalten. Parallel dazu habe ich begonnen, für Reisezeitschriften zu arbeiten, zum Beispiel für Descobrir und REISE National Geographic. Auf diesem Weg entstanden dann auch die Kontakte mit den Gastronomie-Magazinen. Mein erster Beitrag in Cuina wurde 2003 veröffentlicht, ab 2006 war ich dann Chefredakteur.

 

Katalonien-Tourismus: 2015 hat dich die Katalanische Vereinigung der Sommeliers als besten auf Wein spezialisierten Journalisten ausgezeichnet. Was machst du anders als die Experten, die so über Wein reden, dass niemand sie versteht?

Josep Sucarrats: Gut und verständlich über Wein zu sprechen, ist eine ständige professionelle Herausforderung. Ich stehe ständig vor der Frage, wie ich die in Weinangelegenheiten typische Kombination von technischen Konzepten und ganz persönlichen Empfindungen richtig  überbringe. Wir Weinspezialisten neigen dazu, entweder in einer kryptischen Fachsprache zu kommunizieren oder in falsche Poesie zu verfallen. Diejenigen, die meiner Meinung nach am besten „über Wein sprechen“ können, sind die Weinbauern. Unsere Leser verstehen die Geschichte, die hinter einem Wein steckt.
„Warum hat man entschieden, diesen Wein reifen zu lassen, warum ist dieser andere ein junger Wein?“ „Sind heimische oder internationale Trauben die Basis des Weines?“ „Welche Gründe hat der Weinbauer, sich gerade diesem Beruf zu widmen?“ Geschichten dieser Art verraten etwas über den Wein und die Leser können sie verstehen. Und wenn das Interesse geweckt ist, beginnen manche, sich in Weinfragen weiterzubilden, so dass sie schließlich auch den Fachjargon verstehen. Aber das passiert nicht am Anfang. Was wir erreichen wollen ist, dass diejenigen, die sich für Wein interessieren, aufhören zu sagen „ich verstehe nichts von Weinen“, weil sie die technische Sprache der Weinproben nicht beherrschen.

 

Katalonien-Tourismus: Kannst du uns ein paar kleine Geschichten über besonders interessante Weine katalanischer DOs, also Gebiete mit geschützter Ursprungsbezeichnung, erzählen?

Josep Sucarrats:
Empordà: Der Weinbau der an der Costa Brava beheimateten DO Empordà wäre beinahe der exzessiven touristischen Nutzung dieser Region zum Opfer gefallen. Dass die Rebsorten dieser so typisch mediterranen Region uns erhalten geblieben sind, verdanken wir einigen wenigen, besonders hartnäckigen Weinbauern. Zum Glück! Die hiesigen Reben gelangten bereits zur Zeit der griechischen Besetzung des Empúries nach Katalonien und ins Zentrum des Empordà. Das 100% mediterrane Klima und der für die Region typische Nordwind „Tramuntana“ ermöglichen das Wachstum von Reben mit sehr gesunden und intensiv schmeckenden Trauben, insbesondere von Garnachas (rot und weiß) und Cariñenas. Im Empordà hat eine Generation junger Weinbauern das Selbstwertgefühl einer Region wiederhergestellt, die vor einigen Jahrzehnten vergessen hatte, dass sie die Wiege großer Weine sein kann.

Terra Alta: Die Terra Alta, ganz im Süden Kataloniens, ist einer der Landkreise mit der größten Weinbautradition – und bis vor kurzem war sie gleichzeitig eine der am wenigsten bekannten Weinregionen Kataloniens. Über Jahrzehnte wurde hier nur Fasswein produziert, doch in den 90er-Jahren entstanden einige neue Bodegas, die an das Potential dieser Gegend als Weinbauregion glaubten. Heute bieten viele der 40 Weinkellereien, die Teil der DO Terra Alta sind, ihre Weine auf dem internationalen Markt an. Ihr Markenzeichen ist die Garnacha Blanca, eine Traube aus der Weißweine mit intensiv warmem, mediterranen Geschmack hervorgehen. Die DO Terra Alta ist zweifellos die große Überraschung im Katalanischen Weinbau.

Pla de Bages: Dies ist eine der jüngsten und kleinsten DOS in Katalonien. Als sie 1985 geschaffen wurde, war dies ein Ausdruck der Anerkennung für die Winzer der Region, die an ihrer Arbeit festhielten, obwohl die Erschütterungen des 20. Jahrhunderts etwas anderes nahegelegt hätten: Die Reblausplage hatte die Rebstöcke zerstört und die Landwirtschaft als zentraler Wirtschaftsfaktor der Region war von der Textilindustrie immer mehr verdrängt worden. Die drei Bodegas, die entschlossen waren, nicht aufzugeben, sahen in der Traube Blanca Picapoll die Chance der Region, einzigartige Weine anzubieten. Heute folgt ein knappes Dutzend Winzer ihrem Beispiel. Den Beweis, dass man in dieser Region mitten im Zentrum Kataloniens ausgewogene und elegante Weine herstellen kann, haben sie längst erbracht.

DO Pla de Bages ©Oriol Clavera

 

Katalonien-Tourismus: Deine Familie hat eine Bodega in der Ortschaft Abrera im Norden der DO Penedès. Weinbau und Weinproduktion waren schon immer Teil deines Lebens und dein Vater und dein Bruder bearbeiten noch heute die Weinfelder, die von deinen Urgroßeltern angelegt wurden. Weshalb schreibst du lieber über den Wein anstatt ihn anzubauen?

Josep Sucarrats: Ich bin einerseits der Enkel eines Weinbauern, andererseits aber auch der Enkel eines Kaufmanns. Ich weiß nicht warum, aber als ich klein war, faszinierte mich die kaufmännische Welt meines Großvaters sehr, vor allem die wahnsinnige Empathie, die er im Umgang mit Menschen an den Tag legte. Ich bin am Ende nicht Kaufmann geworden, aber die Kommunikation habe ich zu meinem Beruf gemacht… Ich habe riesigen Respekt vor der Arbeit meines Vaters und meines Bruders – ich wäre sicherlich kein besserer Winzer als diese beiden. Durch ihre Art, tief mit dem Land verbunden zu sein, das sie geerbt haben, habe ich viel gelernt. Das hat dazu beigetragen, dass ich mich ihrem Projekt sehr verbunden fühle. Mehr noch, ich fühle mich als Teil davon.

 

Katalonien-Tourismus:  Welchen Einfluss hatte deine Herkunft aus einer Winzerfamilie auf deine berufliche Laufbahn?

Josep Sucarrats: Wenn man auf dem Land aufwächst, fällt es leicht, auf ganz natürliche Art Dinge kennenzulernen, die für viele Menschen Geheimnisse der Küche bleiben. Die Zeit, in der Nahrungsmittel reif werden, ihre Verarbeitung und Konservierung, ihr Geschmack… Ich erinnere mich noch immer an meine Anfangszeiten an der Uni von Barcelona. Ich vermisste an jedem einzelnen Tag das frisch aus unserem Garten geerntete Gemüse. Das ist wohl einer der besten Einflüsse auf meinen Beruf. Ich habe unsere Felder als echte Speisekammern kennengelernt und gut gegessen. Davon abgesehen, ist meine Großmutter eine wirklich gute Köchin..

 

Katalonien-Tourismus: Wann wurde der Wein für dich als Getränk interessant?

Josep Sucarrats: Der Wein war am Famlientisch immer präsent und meine Brüder und ich haben auf sehr natürliche Weise  früh gelernt, verantwortungsvoll mit ihm umzugehen. Wie sehr ein guter Wein ein gutes Essen zu einem noch viel besseren Essen macht, ist mir allerdings wohl erst so mit Anfang zwanzig bewusst geworden.

 

Katalonien-Tourismus: Was macht den Wein zu einem so interessanten Thema für dich als Journalisten?

Josep Sucarrats: Der Wein hat etwas Unerklärliches an sich, das mich fasziniert. Im Gegensatz zu den meisten anderen Getränken bestimmen so viele unterschiedliche Faktoren das Endresultat jedes Jahrgangs.  Die Summe all dieser Einzigartigkeiten in einem guten Wein vereinigt ist einfach unglaublich sexy. Es gibt keine „definitive Formel“ für große Weine. Sie sind künstlerische Werke erfahrener Winzer, die jeden Jahrgang neu interpretieren und dabei (oft ohne es zu bemerken) dem Wein eine sehr persönliche Note hinzufügen.

 

Katalonien-Tourismus: Welchen Zusammenhang siehst du zwischen dem Wein, der Küche und einem Land?

Josep Sucarrats: Die Länder mit einer alten Weintradition haben üblicherweise auch eine große gastronomische Kultur. Erwähnen wir nur Italien und Frankreich! Das Gleiche passiert in Katalonien. Wein und Küche sind ein unwahrscheinlich wichtiger Teil des kulturellen Erbes (und der Wirtschaft).

 

Katalonien-Tourismus: Du bist Co-Autor eines Buches über Wermut. Erzähl uns etwas über den Wermut. Was ist das für ein Getränk? Was hat er für eine Tradition in Katalonien und weshalb lohnt es sich, diesem Getränk ein ganzes Buch über die „Theorie und Praxis des Wermut“ zu widmen?

Josep Sucarrats: Wir prägen in unserem Buch das Konzept der „Generation Wermut“ und bezeichnen damit die Katalanen die zwischen den 70er und 80er Jarhen des letzten Jahrhundert geboren sind. Nun, mit etwa 40 hat diese Generation die von ihren Großeltern und Urgroßeltern ererbte Gewohnheit des Wermuttrinkens wieder in Mode gebracht. Fer el vermut“ (Wermut machen) bedeutet, diesen Aperitif am Mittag mit einigen Tapas (Oliven, Chips, Sardellen) zu sich zu nehmen und das gilt inzwischen wieder als trendy. Diese Sitte schien aus der Mode gekommen zu sein. Ihre Wiederentdeckung durch die Generation Wermut war ein spontanes und unerwartetes Phänomen.

Der Wermut ist im Wesentlichen ein mit Kräutern aromatisierter Wein. Er kommt ursprünglich aus Bayern, bekannt gemacht haben ihn jedoch die Italiener. In Katalonien begann man Ende des 19. Jahrhunderts Wermut zu herzustellen. Das Zentrum der Produktion lag im Süden, insbesondere in der Stadt Reus. Heute halten sich noch immer einige wenige historischen Marken, aber mit der Wiederbelebung des Phänomens sind auch dutzende neuer Marken entstanden.

Wir haben mit Überraschung festgestellt, dass vielen Katalanen die Geschichte und der Herstellungsprozess des  Wermut völlig unbekannt war. Es war auch kein einziges Buch auffindbar, das monographisch diesem Getränk gewidmet gewesen wäre. Unseres war das erste in Katalonien.

 

Katalonien-Tourismus: Was empfiehlst du unseren Lesern, die interessiert daran sind, etwas mehr vom Wein zu verstehen?

Josep Sucarrats: Der erste Schritt zum Weinkenner besteht darin, Wein zu genießen und ohne Komplexe sagen zu können, ob man einen Wein mag oder nicht. Sobald wir wissen, welche Weine wir mögen, ist es interessant, spezialisierte Weinhandlungen zu besuchen. Dort gibt es ausgebildetes Personal, das uns bei der Orientierung helfen und beraten kann. Diese Geschäfte sind außerdem Informationszentren, die oft Kurse und Weinproben für Laien anbieten, die sehr hilfreich für alle sind, die Lust haben, die Welt des Weines näher kennenzulernen.

Der Besuch von Bodegas und Weinproben vor Ort sind eine spannende Urlaubsbeschäftigung, bei der wir den Geheimnissen des Weines immer mehr auf die Spur kommen können. Wir nennen das „enoturismo“ (Wein- oder Önotourismus) und die entsprechenden Angebote gibt es in ganz Katalonien, die meisten jedoch in den DOs Empordà, Penedès, Priorat und Montsant.

Aber natürlich kann man auch zu Hause an seinen Fähigkeiten als Weinkenner arbeiten. Der beste Weg dafür ist, guten Wein beim Essen mit Familie und Freunden zu teilen, zu probieren und darüber ganz ungezwungen zu sprechen. Schließlich soll der Wein weiterhin vor allem eins sein: Genuss!

Xató – Unterwegs in das kulinarische Herz Kataloniens

Wer genau den Xató erfunden hat, liegt im Dunkel der nicht allzu fernen Vergangenheit des 19. Jahrhunderts. Bis heute widmen sich einige Katalanen in weit über hundertjährigen Archiven der unermüdlichen Suche nach schriftlichen Zeugnissen, die Aufschluss über den wahren Ursprung des Xató geben.  Da das ultimative Beweismittel bis heute nicht gefunden wurde, streiten sich mehrere Gemeinden des Gran Penedés mit Inbrunst über die primäre Urheberschaft des beliebten und begehrten Kulturguts Xató. Übrigens, falls Sie es noch nicht wussten: Der Xató ist ein urkatalanisches Gericht, das in den Frühlingsmonaten ganz besonders gut mundet – aber zu jeder anderen Jahreszeit natürlich auch.

Xató © Francesc Guillamet

Xató, Xatonades und die Route des Xató
Wer auch immer den Xató erfunden hat –  er hat dem Schatzkästchen der traditionellen katalanischen Kochkunst ein kulinarisches Juwel hinzugefügt, auf das man zu Recht sehr stolz ist. Und mal ehrlich: Juwelen, und insbesondere die Juwelen der Kochkunst, sind nicht da, um versteckt und heimlich genossen zu werden. Deshalb gibt es nicht nur Xatonades Populars, also Feste, in deren Mittelpunkt der Xató steht, es gibt sogar die Xató-Route: Diese verführt die Gäste nicht nur zum Besuch ausgewählter, auf Xató spezialisierter Restaurants, sondern bietet auch reichlich Gelegenheit, Kulinarik mit weiteren genussvollen Reiseerlebnissen zu verbinden.

Was ist denn nun dieser Xató?
Aber beginnen wir zunächst mit der Beantwortung der wichtigsten Frage, die nun so manchem auf den Lippen brennen wird: Was ist denn nun dieser Xató? Xató ist eine ausgefallene Kombination gängiger Zutaten der mediterranen Küche: Er besteht aus einer  Sauce auf Basis gerösteter Mandeln oder Haselnüsse mit migas de pan (Brotkrumen mit Öl, Essig, Knoblauch, Salz und Pfeffer). Diese Sauce begleitet einen Endiviensalat mit Anchovis, Thunfisch, bacalao (Kabeljau) und Oliven.

Eine kleine Geschichte des Xató
Die Ursprünge dieses Gerichts sind eng mit der katalanischen Weintradition verbunden: Wenn der Wein die Reife erreicht hatte, um zum ersten Mal verkostet zu werden, schlug man einen kleinen Leitungshahn in das Weinfass, so dass der erste Wein des neuen Jahrgangs hinauslief. Dieser Moment stand für den Beginn des Festes des neuen Weines – und es versteht sich von selbst, dass kultivierte Menschen es nicht beim Trinken allein belassen. Der junge Wein wurde also von salzigen Speisen begleitet, die im Hause der Bauern und Fischer üblicherweise vorrätig waren: Fisch mit Blättern von Wintergemüse und einem Salat mit einer speziellen Sauce. Dieses rituelle Mal, welches die Eröffnung des Festes des jungen Weins begleitet, ist der Ursprung des Xató.

Xató Zubereitung © Pere Pons

Das intime Verhältnis von Koch und Muse
Wir vermuten, dass im Zuge eines solchen Rituals einer der Köche von der kulinarischen Muse geküsst wurde, was dem Xató seine erste vollendete Form gab. Versichern können wir darüber hinaus, dass die Köche der ausgewählten Restaurants der Ruta del Xató mit eben dieser Muse ein sehr intimes Verhältnis pflegen, was den Xató zu einem Gericht macht, das in immer neuen, verführerischen Varianten daher kommt. So haben in der Region Gran Penedés praktisch alle Ortschaften ihre eigene Variante des Gerichts und die häufigen, dem Xató geweihten Zusammenkünfte (xatonades) bestärken diese kulinarische Tradition.

Reisen auf der Route des Xató
Die Route des Xató ist ein Angebot des Gastronomischen Tourismus, das die Landkreise Alt Penedès, Baix Penedès und el Garraf dem Xató widmen. Zwischen November und April  bieten die Ortschaften El Vendrell, Sitges, Vilafranca del Penedès, Vilanova i la Geltrú in Zusammenarbeit mit den gastronomischen Gremien von Alt Penedès, Baix Penedès, Sitges und Vilafranca y la Geltrú insgesamt 200 unvergessliche Gelegenheiten, die Region und ihre Kulinarik kennen und lieben zu lernen. Die Route verbindet Önotourismus, Natur- und Kulturerlebnisse in einzigartiger Weise mit Besuchen in hervorragenden Restaurants, die ausgewiesene Experten in der Zubereitung von Xató sind.

Der Xató und seine Freunde: Wein, Natur, Kultur&Feste
Ganz nach Lust und Laune kann man Gaumenfreuden mit Weinproben und Spaziergängen in den Rebfeldern verbinden, über die felsigen Klippen der Costa del Garraf schauen oder die endlosen Strände der Costa Daurada genießen. Bewegungshungrige erkunden die Bilderbuchlandschaften und Naturparks der Region wandernd oder auf dem Fahrrad, Kulturliebhaber entdecken die Geheimnisse des katalanischen Modernismus, die Spuren der Industriekultur oder das Erbe des unvergesslichen Musikers Pau Casals. Musikliebhaber finden auf der Route des Xató auch ein breites Angebot unterschiedlichster Festivals und Musik-Events von traditioneller Musik über Jazz und elektronische Musik bis hin zum Reggae. Und dann sind da natürlich noch die traditionellen Feste der Region, von den Erntefesten über den Karneval, bis hin zu den beliebten xatonades – womit wir beim Thema wären…

Die Ursprünge dieses Gerichts sind eng mit der katalanischen Weintradition verbunden © Nuria Puentes

Die 10 besten Orte Kataloniens, um Vögel zu beobachten

Ob Sie nun leidenschaftliche Ornithologen sind oder einfach nur die Natur lieben – die Vogelbeobachtung ist in Katalonien eine anerkannte Aktivität. Man muss kein Wissenschaftler sein, um die vogelkundliche Vielfalt und die Schönheit der Landschaft zu genießen. Sind Sie bereit zum Abflug?

Vogelbeobachtung in katalanischen sumpfgebieten

Die Flaminos in Ebrodelta © Mariano Cebolla

Ebrodelta

Dank eines Programms zum Schutz der Artenvielfalt versammelt das größte Feuchtgebiet der iberischen Halbinsel über 95 Vogelarten. Von der faszinierenden Dünnschnabelmöwe hin zum Habichtsadler – Sie werden schnell merken, dass das Delta zwischen Bergen und dem Meer liegt. Zu jeder Jahreszeit lassen sich einzigartige und verschiedene Zugvögel beobachten. Ob Sie zu Fuß oder per Fahrrad unterwegs sind – markierte, für jedermann zugängliche Beobachtungspunkte verbinden zahlreiche Routen.

Parc Natural dels Aiguamolls de l’Empordà

Das im Nordosten Kataloniens gelegene Naturreservat Parc Natural dels Aiguamolls de l’Empordà erstreckt sich über mehr als 800 Hektar. Wasser ist dort in allen möglichen Formen zu finden: Der Park ist durchzogen von Bächen und Flüssen, läuft entlang des Meers und ist übersät mit Seen und Mooren. Dank dieser außergewöhnlichen Konditionen ist der Park ein anerkannter Ort zur Vogelbeobachtung, und über 300 Vogelarten können aufgefunden werden. Störche bauen dort ihre Nester, Seite an Seite mit dem Rosaflamingo und dem Graureiher! Um die Vielfalt des Parks am besten genießen zu können, nehmen Sie an einer Führung teil oder begeben sich auf einen der zahlreichen Wanderwege des Parks, die auch für Mountainbikes zugänglich sind.

Estany d’Ivars i Vila-sana

Der in der Vergangenheit aus landwirtschaftlichen Gründen trockengelegte Stausee Estany d’Ivars i Vila-sana wurde 2005 dank des Canal d’Ugell renaturiert. Der See zählt mittlerweile zu den wichtigsten Feuchtgebieten Kataloniens, und seine ökologische Transformation hat sich als spektakulär und sehr positiv erwiesen, da es nun möglich ist, mehr als 210 Vogelarten zu beobachten. Ein 3km langer Pfad wurde um den See herum angelegt, aber bleiben Sie schön wachsam, denn es könnte sein, dass jeden Moment ein Eisvogel in den See taucht.

 

vogelbeobachtung an der mittelmeerküste

Parc Cap de Creus © Oriol Alamany

Cap de Creus

Das Cap de Creus stellt die östlichste Landspitze der iberischen Halbinsel dar und ist der ideale Lebensraum für Meeresvögel. Zahlreiche Zugvogelarten wie der Gelbschnabel-Sturmtaucher oder der Eleonorenfalke halten sich dort auf. Jede Jahreszeit ist unterschiedlich gestaltet. Begeben Sie sich nach windigen Tagen auf die Berggipfel, welche das Cap de Creus umgeben. Überhaupt sind die Vogelzüge bemerkenswert und bieten einen unglaublichen Anblick.

Parc Natural dels Ports

Wir kehren mit dem Parc Natural dels Ports in die Terres de l’Ebre zurück. Der zweitgrößte Park Kataloniens liegt im äußersten Südwesten der Region und dient zahlreichen Tier- und Pflanzenarten, die vom Aussterben bedroht sind, als Rückzugsraum. Das von Olivenhainen umgebene Bergmassiv kann über den GR-7-Fernwanderweg oder kürzere Wanderwege durchquert werden, um die Vogelvielfalt zu bewundern. Vergessen Sie nicht Ihr Fernglas, um Geier und Adler zu beobachten!

vogelbeobachtung in den pyrenäen

Vogelbeobachtung in den Pyrenäen © Oriol Clavera

Nationalpark Aigüestortes i Estany de Sant Maurici

Gelegen im Mittelstück der Pyrenäenkette ist Aigüestortes i Estany de Sant Maurici der einzige Nationalpark Kataloniens. Über 150 Vogelarten haben Hochgebirge zur Heimat auserkoren, vom Steinadler und dem Alpenschneehuhn hin zum Auerhuhn und Fasan. Zahlreiche Wanderwege durchziehen den Park. Zu den leichtesten gehört der Bereich um den See Sant Maurici, der uneingeschränkt zugänglich ist, und ein bemerkenswertes Panorama bietet.

 Naturpark Cadí-Moixeró

Dem Naturpark Cadí-Moixeró kommt auf Grund seines unterschiedlichen Klimas und seiner Höhenunterschiede in der Ornithologie große Bedeutung zu. Gelegen zwischen 800 und 2.600 Meter findet man dort sowohl Hochgebirgs- als auch Mittelmeerraumarten sowie sibirische. Die kleinste Meisenart, die Tannenmeise, ist dort ansässig, ebenso wie der Fichtenkreuzschnabel, der nach der Art und Weise benannt ist, wie er Pinienkerne aus den Zapfen herausholt. Außerdem wurde ein Wanderweg angelegt, um den Fichtenkreuzschnabel bewundern zu können

Mont-rebei und la Terreta

Von Terreta ausgehend begeben wir uns ins Land der Geier. Die Region liegt im südlichen Teil der Zentralpyrenäen und ist bekannt für die Raubvögel, die dort ansässig sind. Unter ihnen lassen der Bartgeier, der Uhu und der Schmutzgeier die Herzen der Vogelliebhaber höher schlagen. Auf der 31km langen ‚Ruta de la Vall dels Voltors‘, die Sie zu Fuß, per Fahrrad oder Auto in Angriff nehmen können, entdecken Sie verschiedenste Tierarten und eine sich ständig verändernde Vegetation. Machen Sie auf jeden Fall einen Abstecher zum ‚Casal dels Voltors‘, das Sie mit dem nötigen Infomaterial versorgt.

Vall de Núria

Das Tal ‚Vall de Núria’ liegt auf über 2000m Höhe und ist nur per Zahnradbahn oder Wanderwege zu erreichen. Auf dem sehr beliebten Weg unterbrechen nur die Vögel die vorherrschende Ruhe. Nutzen Sie in dem von der EU ausgewiesenen Vogelschutzgebiet die Möglichkeit, Steinadler zu beobachten, der über den Bergen schwebt, oder lauschen dem Ruf des Schneehuhns.

Land der Geier © José Luis Rodríguez

voGelbeobachtung direkt vor den toren barcelonas

 

Llobregat-Delta

Nur 20km von Barcelona entfernt liegt das Llobregat-Delta, eines der größten Feuchtgebiete Kataloniens. Bekannt als strategischer Punkt der Zugvögel auf der Reise zwischen Europa und Nordafrika, dient das Delta als auch Rückzugsraum insbesondere für Wasservögel. Dort werden Wanderungen mit Umweltexperten organisiert, mit denen Sie am besten die Vielfalt des Deltas entdecken.

 

Top 10 der Gärten in Katalonien

Ob Sie nun im Urlaub sind oder einen kleinen grünen Fleck suchen, an dem Sie sich nach einem anstrengenden Tag entspannen wollen, es ist immer angenehm, durch einen Garten oder Park zu schlendern. Uns in Katalonien mangelt es nicht an Grünflächen oder Gärten, in denen Sie neue Blumenarten entdecken oder einfach nur die Sonne genießen können. Deshalb haben wir eine grüne Top 10 erstellt, die uns in alle Ecken Kataloniens führt!

Barcelona – die stadt der 70 gärten

Seit den Olympischen Spielen im Jahr 1992 wurde der katalanischen Hauptstadt wahrlich grünes Leben eingehaucht. Barcelona hat Gärten in Hülle und Fülle, jeder mit seiner eigenen Besonderheit. Suchen Sie sich einfach den Garten aus, der ihrem Wesen und ihrem Geschmack am besten entspricht!

Der Park Güell

Der als UNESCO-Welterbe ausgezeichnete Park Güell ist sicherlich der bekannteste der Gärten und überrascht mit seiner Originalität sowie mit seinem uneinnehmbaren Blick über die Stadt. Sein Architekt Gaudí, der den Park zu Beginn des 20. Jhr. errichten ließ, wollte die natürliche Höhenlage wahren und ließ seiner Fantasie freien Lauf: Farbenfrohe Pavillons und Mosaikbänke werden Sie in jedem Winkel des Parks in Erstaunen versetzen! Der einzigartige, gebogene Park passt sich perfekt der natürlichen Umgebung an und zeugt wahrlich von Gaudís unverkennbarem Stil.

Weitere Informationen unter: www.parkguell.cat

Park Güell ©Felipe J. Alcoceba

Der Parc de La Ciutadella

Der Parc de la Ciutadella wurde anlässlich der Weltausstellung von 1988 gebaut. Sein Name geht auf eine ehemalige Zitadelle zurück, die sich dort in der Vergangenheit befand. Die sehr abwechslungsreich gestalteten 60 Hektar des Parks beherbergen das Museu Europeu d’Art Modern, das Parlament von Katalonien sowie einen Zoo, der über 50 Prozent der Fläche einnimmt! Der Park ist sowohl familienfreundlich als auch romantisch, da der Charme klassischer Gärten durch seine Wege und Promenaden, seinen See und seine Brunnen erhalten wurde.

Weitere Informationen unter: www.barcelonaturisme.com

Parc de la Ciutadella ©Nano Cañas

Die botanischen Gärten und der Friedhof auf dem Montjuϊc

Auf dem Hausberg Montjuϊc ist neben der Panorama-Aussicht über Barcelona der botanische Garten ein wahres Kleinod. Sie können u.a. die Mittelmeerflora entdecken, die man traditionellerweise in Katalonien vorfindet. Über 4.000 Arten wurden zusammengetragen, und nach dem Aufstieg lohnt sich der Besuch in der Tat! Nicht weit entfernt liegt der Friedhof des Hausbergs. Gegenüber dem Meer gelegen finden Leute, die in der Stadtgeschichte eine wichtige Rolle spielten, ihre letzte Ruhestätte, und grabarchitektonische Werke von hohem Wert können entdeckt werden.

Weitere Informationen unter: www.barcelonaturisme.com

Der Parc de la Creueta del Coll

Der familienfreundliche Parc de la Creueta del Coll wurde 1976 eingeweiht und ist bekannt für sein großes öffentliches Schwimmbad. Spielflächen, Picknickplätze und Tischtennisplatten werden Große wie Kleine begeistern! Eduardo Chillidas Skulptur, das kleine Schmuckstück des Parks, überrascht mit seiner Größe und Gewaltigkeit.

Weitere Informationen unter: www.barcelonaturisme.com

gärten der costa brava

Die Santa-Clotilde-Gärten

Zwischen Himmel und Erde liegen die Santa-Clotilde-Gärten an einem Fleck von seltener Schönheit: auf dem Gipfel eines Kliffs in Lloret de Mar, dessen Ausblick auf das Mittelmeer beeindruckt. Der Modernisme diente als Hauptinspirationsquelle für diese Gärten, die zum ‚Bien Cultural del Interés Nacional‘ (geschützte Kulturgüter) gehören. Der Geist des Modernisme findet sich überall, also zögern Sie nicht, die große Zahl der Marmorstatuen zu bewundern, welche die Gärten auszeichnen.

Weitere Informationen unter: lloredemar.org/de

Die Santa-Clotilde-Gärten ©Servicios Editoriales Georama

Der botanische Garten von Cap Roig

Inmitten von Bäumen und Pflanzen aus aller Welt beherbergt der botanische Garten von Cap Roig die typischsten aller katalanischen Pflanzensorten. Auf diesen 17 Hektar vermischen sich jenseits der

Flora Geschichte, Kunst und Kultur, nicht zuletzt bei einem jährlichen Musikfestival, einem Muss für Jazzliebhaber!

Weitere Informationen unter: de.costabrava.org

Cap Roig ©Marc Castellet Puig

 

Der botanische Garten von Pinya de Rosa

Nur zwei Kilometer von Blanes unweit der Santa-Clotilde-Gärten ist der botanische Garten von Pinya de Rosa jederzeit einen Besuch wert, da seine ungefähr 600 Arten zu jeder Jahreszeit Blütezeiten anbieten. Lassen Sie auch nicht die unglaubliche Kakteen-Sammlung entgehen!

Weitere Informationen unter: www.visitblanet.net/de

Botanischer Garten ©Servicios Editoriales Georama

 

Der botanische Garten Marimurtra

Im Vergleich zu den vorherigen Gärten erscheinen die vier Hektar des botanischen Gartens Marimurtra vielleicht gering, doch zu seinem Bestand zählen über 3.000 Pflanzenarten aus subtropischen und milden Klimazonen. Der Ort wird Sie schnell verzaubern, da sich so unterschiedliche Arten auf einem Fleck befinden, der sich auch noch praktischerweise in der Stadt befindet – eine wahre grüne Lunge im Herzen der Stadt!

Weitere Informationen unter: de.costabrava.org

Der botanische Garten von Pinya de Rosa ©Ajuntament de Blanes

gärten der costa daurada

Der Samà Park

Das kleine architektonische und botanische Juwel, der Samà Park, ist Zeugnis einer längst vergangenen Kolonialzeit, vorangetrieben von einem reichen Markgrafen und teilweise entworfen vom Meister Gaudí. Zwischen Romantik und Exotik beherbergen seine 14 Hektar originelle und beachtenswerte architektonische Gebäude, die Sie mit Freuden entdecken werden, sowie die zahlreichen Wege, auf denen blaue Pfaue und andere Tierarten flanieren.

Weitere Informationen unter: www.parquesama.com/sama-park 

Der Samà Park ©Miguel Raurich

gärten der pyrenäen

Die Jardins Artigas

Gelegen im nördlichen Dorf La Pobla de Lillet, entführt uns unser letzter Garten ein weiteres Mal an einen Ort, dem Gaudí seinen Stempel aufgedrückt hat. Der Park überrascht mit seiner Nüchternheit – natürliche Materialien und Farben beherrschen die Kulisse! In seiner Architektur finden sich auch christliche Symbole, die Gaudí gerne versteckte, insbesondere Engel. Die Kleinen unter Ihnen werden bestimmt ihren Spaß bei der Suche haben.

Weitere Informationen unter: www.catalunya.com

Die Sonne nimmt immer stärker zu, und wir empfehlen Ihnen ausdrücklich, bei jedem Besuch eine Sonnenbrille und einen Hut zu tragen, besonders den Siesta-Liebhabern unter Ihnen, die unter einem Baum liegen.

Die Jardins Artigas ©Servicios Editorials Georama

 

Das Poble Espanyol am Montjüic – Ein Bummel durch die Regionen und Epochen der spanischen Architektur

Das Poble Espanyol ist vermutlich eines der am schnellsten gewachsenen Dörfer der Iberischen Halbinsel. Nur 13 Monate hat es gedauert, dieses „Spanische Dorf“ zu errichten – und eigentlich sollte es wenige Zeit später direkt wieder abgerissen werden. Schließlich war es eigentlich nur als temporäre Ausstellung zur spanischen Architektur während der Weltausstellung 1929 gedacht, die in Barcelona stattfand.

Es kam jedoch anders, denn das Poble Espanyol begeisterte nicht nur die Besucher der Weltausstellung, auch die Bewohner Barcelonas wollten schon bald beim besten Willen nicht mehr auf ihr einzigartiges Freilichtmuseum verzichten. Die 117 Bauwerke des Dorfes repräsentieren alle Epochen, Kulturen und Regionen Spaniens. Für die Auswahl der Gebäude, die hier – nicht immer originalgetreu – nachgebaut wurden, haben die Macher des Poble Espanyol 1.600 Orte der Ibersichen Halbinsel besucht. – Ein Mammutprojekt, das weitere große Projekte, wie zum Beispiel die Disney Parks inspirieren sollte.

Und so können wir uns heute bei einem gemütlichen Nachmittagsbummel die unterschiedlichsten spanischen Baustile zu Gemüte führen und innerhalb von Minuten vom Mittelalter zur Renaissance oder von Andalusien bis ins Baskenland reisen. Das allerbeste dabei ist, dass wir für diese amüsante kleine Tour de Force Barcelona gar nicht verlassen müssen – denn es ist alles hier, im Poble Espanyol am Montjuïc: Klöster und Paläste, Bürgerhäuser, ja sogar die Stadtmauer von Ávila mit dem Tor des Heiligen Vinzenz kann man hier besichtigen.

Keine Sorge, ihr Besuch wird sich nicht auf die Besichtigung architektonischer Besonderheiten beschränken. Bei einem Spaziergang durch die Gassen des Dorfes, können Sie auch Werke der zeitgenössischen Kunst von Größen wir Dalí, Picasso, Miro oder Guinovart entdecken. Die kontrastreichen Landschaften Spaniens werden seit Beginn des Jahres 2017 durch immersiver audiovisuelle Installationen mit allen Sinnen erfahrbar. Für noch mehr Abwechslungs sorgen Handwerksbetriebe, in denen nach traditionellen Techniken hergestellte Waren verkauft werden. Das Spektrum reicht von der Glasbläserei bis zur Töpferei und vom Musikinstrumentenbauer bis  zu Spielzeug- und Schmuckwerkstätten.

Wenn dann irgendwann die Taschen voller Souvenirs und der Kopf voll von neuen Eindrücken ist, wird es Zeit, sich dem leiblichen Wohl zu widmen. 17 Bars und Cafés warten auf die Besucher, zwei Diskotheken übrigens auch. Wir wünschen viel Vergnügen!

Poble Espanyol ©Nano Cañas 

 

 

Tapas in Katalonien – Schockierende Enthüllungen und gute Ratschläge

Um Phänomene, die für die Menschen bedeutsam und wichtig sind, ranken sich viele Geschichten und Legenden. So auch um die Entstehung der Tapas, die eindeutig vergnüglichste Form des Essens, die typisch für die Iberische Halbinsel und für Katalonien ist. Hier erfahren Sie, warum es Tapas gibt, wie man sie am besten isst und woran man eine gute Tapas-Bar erkennt. Zum Abschluss gibt es dann auch noch ein paar ausgewählte Empfehlungen für Tapas-Bars in Barcelona.

Beginnen wir ganz trocken und arbeiten uns dann langsam aber todsicher zum interessanten Teil dieser kulturhistorischen Abhandlung über Tapas vor. Das Wort „tapa“ leitet sich vom spanischen „tapar“ ab, was so viel heißt wie „bedecken“. Die Tapa, so besagen es viele verschiedene Legenden, wurde erfunden, um etwas zu bedecken und damit einen Schutz zu gewähren, der ohne die Tapa gefehlt hätte.

Interessanterweise stehen im Mittelpunkt der Legenden um die Entstehung der Tapas immer wieder Monarchinnen und Monarchen. Je nach Entstehungsdatum der Legende wahlweise Alfonso X, der Weise (13. Jahrhundert), die Katholischen Könige Isabel und Ferdinand (15. Jahrhundert) oder Felipe II (16. Jahrhundert).

Die Legenden


Im Wesentlichen lassen sich die Legenden um die Entstehung der Tapas in zwei Klassen einteilen, die im Kern etwa folgendermaßen aussehen:

Version 1: Der König rastet

Ein König reist und irgendwann wird er müde und durstig. Da kein standesgemäßeres Etablissement in Reichweite ist, macht er mit seinem Gefolge Rast in einer Taverne und bestellt einen Wein. Kaum steht der Wein vor dem König, stört sich dieser an einem kleinen Detail, das vor ihm Tausende von Gästen konsequent ignoriert haben.  (Aber die waren ja auch nichst Besseres gewöhnt.) Im königlichen Weinglas sammeln sich innerhalb kürzester Zeit Mücken und Fliegen, die sich zunächst betrinken, bevor sie dann ertrinken. Der König ist nicht gewillt, sein Getränk mit den geflügelten Konkurrenten zu teilen. Also bittet er den Wirt, sein Glas mit einer Scheibe Wurst zu bedecken (tapar), worauf der Wirt mit dem gewünschten Aufschnitt herbeieilt und sagt „Aqui tiene su tapa, Majestad“. (Hier haben Sie Ihre Tapa, Majestät). Der geniale Einfall des Königs findet schon bald Anklang im ganzen Land. Vor allem im Sommer reichen die Wirte ihren Gästen von nun an ihr Getränk begleitet von einer Tapa, welche dem Wein einen bei weitem vollmundigeren Geschmack verleiht als die herkömmliche Kombination mit ertrunkenen Insekten.

Version 2a: Der König sorgt für Ordnung

In dieser  zweiten Version der Legende, geht es um eine etwas abstraktere Form des Bedeckens oder Zudeckens. Die Häppchen sollen hier nicht das Weinglas selbst, sondern die Wirkung des Alkohols zudecken. Man erzählt, das König Alfonso X, dem Weisen, aufgrund einer Krankheit von seinen Ärzten empfohlen wurde, regelmäßig einige Schlucke Wein zu trinken. Um die Effekte des Weins zu vermeiden, trank Alfonso der Weise seine Medizin nur in Kombination mit kleinen Häppchen. Besorgt um das Wohl seiner Untertanen verfügte Alfonso X nach seiner Genesung, dass in den Tavernen Kastiliens Wein nur noch in Kombination mit einer „angemessenen Essensration“ ausgeschenkt würde.
Nach dieser Version der Geschichte verdankt das Abendland also Alfonso X nicht nur die Förderung von Rückübersetzungen astronomischer, medizinischer und naturwissenschaftlicher Texte vom Arabischen ins Lateinische, sondern auch die Initialzündung einer kulinarischen Revolution. Der weise König wäre somit nicht nur Wegbereiter der Renaissance, sondern auch der inzwischen weltweit hochgeschätzten Tapas-Kultur.

Version 2b: Die Katholischen Könige sorgen für Ordnung

Allerdings gibt es auch noch eine zweite Version der Legende, in deren Mittelpunkt die Katholischen Könige Isabel und Ferdinand stehen. Deren politischer Erfolg ist im Wesentlichen auf ihre Durchsetzungsfähigkeit und ihren Sinn fürs Praktische zurückzuführen und eben diese Eigenschaften führten möglicherweise zur Entwicklung der Tapas-Kultur. In der Regierungszeit der Katholischen Könige, so sagt eine weitere Legende, kam es in den Ausfahrten von Tavernen und Gasthöfen gehäuft zu Unfällen mit Pferdefuhrwerken. Diese waren offenbar darauf zurückzuführen, dass die Fuhrmänner bei weitem zu betrunken waren, um in den engen Ausfahrten aneinander vorbei zu navigieren. Ferdinand und Isabel trafen die einzig vernünftige Maßnahme: Anstatt etwa den Alkoholkonsum für Fuhrmänner während der Arbeitszeit zu restringieren, verpflichteten sie die Gastwirte, Wein und Bier nur noch mit tapa (also einer Bedeckung) zu servieren. Diese bestand aus einem Teller mit etwas Kaltem zu essen (Schinken, Käse oder was der Wirt gerade zur Hand hatte) und durfte erst vom Weinkrug entfernt werden, sobald das Essen aufgegessen war.

Brot mit Tomate, Sardellen und Oliven ©Marc Castellet

Anar de Tapes – Wie man Tapas essen geht

Wie auch immer die Tapa und die mit ihr verbundene gastronomische Kultur nun tatsächlich entstanden sind, „anar de tapes“ (Tapas essen gehen), gehört zu den unterhaltsamsten Dingen, die man in seinem Katalonien-Urlaub tun kann. Hierbei geht es nämlich nicht einfach „ums Essen“, sondern um das Vergnügen, unterwegs zu sein, Freunde und Bekannte zu treffen, von Bar zu Bar zu ziehen (spätestens nach zwei bis drei Getränken ruft die nächste Bar) und auf diese Art die Zeit vollkommen zu vergessen.

„Tapas essen zu gehen“ ist eine Aktivität, die weit weniger planbar ist, als das Essen in einem Restaurant. Vielleicht ist die anvisierte Bar gerade so voll, dass man sich lieber drei Straßen weiter nach einer anderen Bar umschaut, vielleicht ist die Tapa der Wahl in diesem Moment gerade nicht mehr vorrätig und man muss zwei bis drei Bier warten, bis die Küche Nachschub bereitstellen kann. Vielleicht ist die Stimmung gerade einfach großartig und vielleicht zieht es einen doch schon nach einem Getränk weiter. Im Vorhinein kann man all das nicht wissen und das ist gut so, denn wer Tapas essen geht, sollte bereit sein, sich dem Augenblick hinzugeben.

 

Die richtige Wahl und die richtige Einstellung

Ein paar Dinge gilt es bei der Wahl der Tapas-Bars zu beachten. Wer eine authentische, gute Tapas-Bar sucht, sollte nach Bars Ausschau halten, in denen möglichst viele Einheimische unterwegs sind. Je bunter die Mischung, umso unschlagbarer die Küche. Wo Geschäftsleute, Arbeiter, junge Mütter, Rentner und Studenten friedlich nebeneinander sitzen und lautstark nach dem nächsten Getränk mit Tapa verlangen, ist die Wahrscheinlichkeit auf ein Top-Preisleistungsverhältnis sehr hoch. Ein weiterer wichtiger Indikator für die Qualität der Tapas-Bar ist ihre „Füllmenge“. Sind nur etwa so viele Leute drinnen, wie dem deutschen Besucher angenehm ist, kann es gut sein, dass die Bar eher durchschnittlich ist. Ist die Bar hingegen gerammelt voll und man hat Mühe, einen Ellenbogen auf die Theke zu bekommen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, das man in einer kulinarischen Goldmine gelandet ist. Hier gilt: „Lassen Sie sich von Menschenmengen und Lärm nicht entmutigen!“ Nehmen Sie es philosophisch und sagen Sie sich: „Ich bin ein Tropfen in einem Ozean. Ich bin Teil des Ozeans“. Bestellen Sie ihr Bier und ihre Tapa, nehmen Sie Abstand von der Vorstellung, dass sie jedes Wort ihres Gegenübers verstehen müssten und geben Sie sich einfach dem Augenblick hin. Danach, das versprechen wir Ihnen, wissen Sie, was anar de tapes wirklich bedeutet.

Can Ganassa -Barcelona © Agència Catalana de Turisme

Um den Einstieg in die katalanische Tapas-Kultur noch ein wenig leichter zu machen, stellen wir hier einige Tapas-Bars in Barcelona vor, mit deren Besuch Sie garantiert keinen Fehler machen:

1.) Tapeo
Das Tapeo liegt im touristischen Epizentrum der Calle Montcada, und ist dennoch eine der Tapas-Bars, deren Besuch unbedingt lohnt. Klassische Tapas in Top-Qualität und katalanische Küche mit kreativem Einschlag zu absolut fairen Preisen. Weitere Infos gibt es hier.

Öffnungszeiten: Di – So 12-16h und 19-24h
Adresse: Montcada, 29. Born. Barcelona

2.) La Esquinica
Ein Referenzpunkt der volkstümlichen Gastronomie in Nou Barris, sympathische Kellner, gemischtes Publikum und ein enormer Andrang an Gästen. Gelegentlich muss der geschätzte Gast eine Nummer ziehen und auf der Straße unter einem Schild „salica de espera“ (Wartesälchen) warten. Einen kleinen Einblick ins Interieur des Lokals und seine authentische Geräuschkulisse gibt es hier.

Öffnungszeiten: Di – Sa von 8:00h -0:00h
Adresse: Passeig de Fabra i Puig, 296. Nou Barris. Barcelona

3.) Lata-Berna
Juanjo Martínez war unter anderem Chef-Manager des Hotel Arts. Mit Lata-Berna hat er eine Tapas-Bar eröffnet, die sich der kreativen Küche ebenso verschrieben hat, wie der traditionell katalanischen. So finden sich überraschende Kreationen wie in Rosmarin geräucherter Burrata oder Tomatenkompott mit Müsli, aber auch bewährte Klassiker, die großartig präsentiert werden, zum Beispiel die Kartoffeln aus Olot, die den Geschmack der Berge nach Barcelona tragen. Abgesehen davon liebt Chefkoch Juanjo Martínez die Kombination mediterraner Geschmacksrichtungen mit asiatischen und indischen. Wem es genauso geht, empfieht sich dringend der Besuch in Lata-Berna.

Öffnungszeiten täglich von 13-24H
Adresse: Torrent de les Flors, 53  Barcelona

4.) El Cañota
Das Cañota ist eine galicisch inspirierte Tapas-Bar, die auf Fisch und Meeresfrüchte spezialisiert ist. Als kleiner Schwester des berühmten Restaurants „Rías de Galicias“, genießt sie einen ausgezeichneten Ruf. Die Tapas-Karte setzt auf traditionellen Gaumenschmaus: Fisch und Meeresfrüchte, Pulpo a la Gallega (Oktopus nach galicischer Art), Ensaladilla Rusa und selbstverständlich Wein und Bier. Dies alles in höchster Qualität in ungezwungener Atmosphäre. Weitere Infos gibt es hier.

Öffnungszeiten: Di – Sa von 13-16h und 19:30h bis 24:00. Sonntags 13-16h
Adresse: Lleida, 7    Poble-sec Barcelona

5.) Quimet&Quimet
Quimet&Quimet wird von sämtlichen Reiseführer Barcelonas empfohlen – zu Recht. Selbstgebrautes Bier, der beste Vermuth weit und breit und eine riesige Auswahl an Weinen in Kombination mit großartigen Tapas sind lauter gute Gründe das Quimet&Quimet zu besuchen. Wer sich einen ersten Eindruck verschaffen möchte, schaut hier.

Öffnungszeiten: Mo-Fr 12-16h und 19-22:30h, Sa und feiertags 12-16h
Adresse: Poeta Cabanyes, 25. Poble-sec. Barcelona

6.) El Vaso de Oro
Bierfreunde aufgepasst: El Vaso de Oro steht im Ruf, das so ziemlich beste Bier Barcelonas zu servieren. Ein Geheimnis ist das freilich nicht, weshalb es hier regelmäßig so voll ist, dass man einige Mühe hat, bis zu Theke durchzukommen. Ist diese einmal erreicht, ist der Genuss dafür umso größer. Klassische Tapas begleiten vorzügliches Bier. Nähere Infos gibt es hier.

Öffnungszeiten: Mo-Do 9-24h
Adresse: Balboa, 6  Barceloneta  Barcelona

7.) El Xampanyet
Das Xampanyet im Born-Viertel ist auch unter Touristen sehr beliebt, dennoch hat die Bar ihren persönlichen Charme erhalten. Seit 1929, damals noch unter dem Namen Ca l’Esteve, zieht diese Bar mit exzellenten Tapas und einem einzigartigen weißen Schaumwein Gäste an. Und zwar viele Gäste, um nicht zu sagen, verdammt viele Gäste – weshalb es sich empfiehlt hier, frühzeitig zu erscheinen. Eine Enschätzung des El Xampanyet auf der Website worldsbestbars.com gibt es hier.

Öffnungszeiten: Di-Sa 12-15:30h und 19-23h, So 12-15:30h
Adresse: Montacada, 22.  Born. Barcelona

 

 

„Geschmacksspiele“ – Ein Interview mit der Sommelière Laura Masramon

Die Liebe zum Wein traf sie unerwartet und bestimmt seither weite Teile ihres Lebens. Laura Masramon ist Sommelière mit einer besonderen Leidenschaft für die Weine des Empordà. Ein großer Teil ihrer Arbeit besteht darin, ihre Begeisterung für den Wein mit anderen Menschen zu teilen. Wir haben mit Laura über die Arbeit einer Sommelière, ihre Beziehung zum Wein und über Weinseminare gesprochen, die als „Geschmacksspiele“ daherkommen.

„Diese Arbeit erfordert die Bereitschaft zu fühlen, sich an Aromen und Geschmäcker der Vergangenheit zu erinnern.“

Katalonien-Tourismus: Woher kommt dein Interesse für den Wein und weshalb bist du Sommelière geworden?

Laura Masramon: Ich habe mich schon immer von meiner Neugier leiten lassen. Wohl aus diesem Grund habe ich ursprünglich Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit studiert. Nach einigen Jobs im Marketingbereich hatte ich das große Glück, von Empordàlia, einer der aktivsten Bodegas des Empordà, mit der Entwicklung weintouristischer Produkte beauftragt zu werden. Also begann ich, mich in die Materie zu vertiefen und einige Geheimnisse der Welt des Weines für mich zu lüften. Gleichzeitig entdeckte ich auf diese Weise das Land meiner Großmutter, die aus dem Empordà stammt.

Katalonien-Tourismus: Welche Verbindung gibt es zwischen der Region Empordà und deiner Arbeit als Sommelière?

Laura Masramon: Ich habe mich auf die Weine dieser Region spezialisiert und die enotouristischen Routen, die ich organisiere, führen durch die DO Empordà. Gemeinsam mit Informationen über den Wein, der Weinkultur und der Gastronomie, möchte ich mit diesen Routen auch die Kulturlandschaft und den Charakter der Menschen, die hier leben, vermitteln.

Katalonien-Tourismus: Wie sieht dein Arbeitstag aus?

Laura Masramon: „Alltag“ gibt es in meiner Arbeit nicht wirklich. An manchen Tagen aktualisiere ich die Information meiner Website, an anderen organisiere ich Weinproben auf Messen und Events. Dann wieder erledige ich Bestellungen für meine Bodega oder ich fahre in Dörfer und Hotels und mache Weinproben für örtliche und ausländische Kunden oder ich organisiere für Gruppen Routen und Aktivitäten in Bodegas. Wieder an anderen Tagen bereite ich die Themen für meine Weinseminare vor. Außerdem übernehme ich die Funktion eines Personal Shoppers und leite Weinproben für meine Kunden, die ihnen helfen, ihre bevorzugten Weine auszuwählen und unterstütze sie mit Informationen beim Einkauf.

Katalonien-Tourismus: Wie wird man eigentlich Sommelière? Wie sieht die Ausbildung aus?

Laura Masramon: Es gibt Studiengänge für Sommeliers – und danach gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Wer die Zeit und die Mittel hat, kann weiter studieren, ins Ausland reisen, seine Fähigkeiten bei Wettbewerben unter Beweis stellen und sein Wissen so lange erweitern, bis er es zum Master of Wine gebracht hat. Wer sich einen solchen Luxus nicht leisten kann, arbeitet, um Sommelier zu sein.  Das einzige, was man dafür braucht, ist eine Bodega, wo der Wein aufbewahrt wird und Bücher, um weiter Wein zu probieren, den Geschmack zu verfeinern und zu lernen.

Katalonien-Tourismus: Welche Talente benötigt eine Sommelière?

Laura Masramon: Ich denke, im Prinzip kann jeder Sommelier oder Sommelière sein. Allerdings erfordert diese Arbeit die Bereitschaft zu fühlen, sich an Aromen und Geschmäcker der Vergangenheit zu erinnern und offen zu sein für unbekannte Wahnehmungen und Empfindungen, die man bislang nicht beachtet hat.

„Die jocs de tast sind also Weinseminare, an denen alle aktiv teilnehmen, ihre Meinung und ihre Wahrnehmungen zum Ausdruck bringe“

Katalonien-Tourismus: Erzähle uns etwas über deine Kurse. Du bietest einerseits Weinseminare an und andererseits spielerische Weinproben, die du jocs de tast (Geschmacksspiele) nennst.  Wie dürfen wir uns diese Kurse vorstellen, und worin unterscheiden sie sich?

Laura Masramon: Die Weinseminare (curs de tast de vin) sind Lehr-Workshops, die eine Einführung in die Weindegustation ebenso beinhalten wie die sogenannten maridajes: perfekt auf einander abgestimmte Weine und Speisen. Außerdem machen wir bei diesen Lehr-Workshops auch einen Ausflug in die Welt der Schaumweine.
Die jocs de tast, also die „Wein-Geschmacksspiele“, sind dagegen eher spielerisch aufgebaut.  Sie eignen sich auch für private Feiern und ganz besonders, um die Weine einer Region Besuchern vorzustellen. Die jocs de tast biete ich übrigens auch auf Englisch und Französisch an, die Weinseminare halte ich in der Regel auf Katalanisch oder Spanisch.

Katalonien-Tourismus: Kannst du uns noch etwas genauer erklären, wie wir uns diese jocs de tast vorstellen dürfen?

Laura Masramon: Ich biete unterschiedliche Arten von spielerischen Kostproben an. Dabei geht es nicht nur um klassische Weine, sondern auch um Cava und Olivenöl. Diese „Geschmacksspiele“ sind auch für Anfänger geeignet. Wer etwas über die Kunst der Degustation erfahren möchte, lernt hier im Spiel Farben, Aromen und Geschmacksnuancen zu identifizieren. Vor allem aber lernt man neue Wörter und Begriffe aus der Welt des Weines, die einem von nun an für immer zur Verfügung stehen.

Die Mitspieler, die in der Welt des Weines schon Erfahrung gesammelt haben, finden im joc de tast die ideale Beschäftigung, um ihre Sinne im Wettstreit mit den anderen Mitspielern auf die Probe zu stellen. Die jocs de tast sind also Weinseminare, an denen alle aktiv teilnehmen, ihre Meinung und ihre Wahrnehmungen zum Ausdruck bringen und dabei von den anderen lernen. Ziel ist es, für jedes Glas Wein die korrekte Antwort herauszufinden.

Das Spiel bietet uns hier sozusagen einen Vorwand, um über Wein zu sprechen und es ist der Schlüssel, damit jeder Teilnehmer dies mit Hilfe seiner Mitstreiter auch tut. Es ist ein Spiel, bei dem jeder seine eigenen Fähigkeiten entdeckt und seine Erfahrungen mit den anderen teilt.

„Wer etwas über die Kunst der Degustation erfahren möchte, lernt hier im Spiel Farben, Aromen und Geschmacksnuancen zu identifizieren. „

Katalonien-Tourismus: Bietest du als Personal Sommelier Empordà auch spielerische Weinproben an, die speziell auf die Region Empordà bezogen sind?

Laura Masramon: Tatsächlich sind die jocs de tast vins Empordà, also die spielerischen Weinproben mit Weinen aus dem Empordà, ein wesentlicher Teil meines Angebotes. Besonders hervorzuheben ist, dass man bei diesen Workshops herausragende Weine mit einem hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis entdecken kann. Auch hier konzentrieren wir uns auf Farben, Aromen und Geschmäcker des Weins. Ich biete diese jocs de tast in drei unterschiedlichen Varianten an, nämlich für Weißwein, Rosé und Rotwein – natürlich alle aus dem Empordà, dessen Landschaften Künstler wie Salvador Dalí und Josep Pla ein Leben lang inspiriert haben.

Ein weiterer Workshop in dieser Reihe sind die Jocs de Cata Terroir Empordà. Bei diesen Weingeschmackspielen lernen wir die verschiedenen Landschaften des Empordà anhand ihrer Weine kennen. Bei dieser Reise mit den Sinnen lernen wir das Konzept Terroir kennen, das im Wesentlichen den Einfluss einer Landschaft auf die dort wachsenden Kulturpflanzen ausdrückt. Bei diesem Geschmacksspiel geht es darum, die Weine und Landschaften des Empordà identifizieren zu lernen.

Und dann biete ich auch noch jocs de tast an, die sich ganz auf das Olivenöl aus dem Empordà konzentrieren. Für jemanden, der seine Sinne geschärft hat, ist das Olivenöl eine faszinierende Welt für sich. Aber obwohl alle Welt es konsumiert, wissen nur wenige Menschen die geschmacklichen Feinheiten zu schätzen. Bei dieser spielerischen Degustation lernen die Teilnehmer die Vielfalt großartiger Olivenöle aus dem Empordà kennen und ganz bewusst genießen.


Katalonien-Tourismus: Kannst du uns einen Wein aus dem Empordà empfehlen, den man auch in Deutschland kaufen kann?

Laura Masramon: Ich habe im letzten Jahr eine Weinprobe mit katalanischen Weinen in Deutschland geleitet. Damals habe ich einen Wein aus dem Empordà mitgebracht, der auch in Deutschland leicht zu finden ist. Das war ein Comabruna 2012, ein Rotwein aus alten, auf Schieferböden gewachsenen Carinyena Trauben, der seine Herkunft im Geschmack wunderbar vermittelt und den ich sehr empfehlen kann.

Katalonien-Tourismus: Was empfiehlst du unseren Lesern, die Wein mehr  und bewusster genießen möchten?

Laura Masramon: Ich würde ihnen empfehlen, einige Weine, die sie sehr mögen, einmal in aller Ruhe und Stille zu probieren und zu schmecken. Mit Geduld, großer Konzentration und ohne dabei zu essen. Eine andere empfehlenswerte Möglichkeit ist es, mit anderen Weinliebhabern über den Geschmack und die Empfindungen beim Kosten dieser Weine zu sprechen und gemeinsam den Augenblick zu genießen.

Katalonien-Kino: Reise in ein Land,  das Filmgeschichte schrieb

Nur spärlich von Fackeln beleuchtet, führt die hohle Gasse abwärts. Eilige Schritte  hallen durch die Nacht, die sich plötzlich verlangsamen. Die Frau mit den roten Haaren steht still, gelähmt vor Angst.  Sie spürt, sie ist in tödlicher Gefahr. Im Schatten einer Nische verborgen wittert Jean-Baptiste Grenouille ihren Duft. Der Mörder wird nicht ruhen, bevor er ihr genommen hat.

 Girona als Kinostadt

Wer die Carrer Sant Llorenç im alten Jüdischen Viertel von Girona hinabläuft, dem mag sich diese beklemmende Szene aus Tom Tykwers  Das Parfum unwillkürlich in die Erinnerung drängen. Kein Wunder, denn die verwinkelten Gassen des Call Jueu der Gironeser Altstadt bildeten die Kulisse mehrerer Szenen des Parfums.

Die in Pastellfarben gestrichene Häuserfront am Rio Onyar ist aus gutem Grund eines der beliebtesten Postkartenmotive Gironas:  Das malerische Flussufer ist so fotogen und farbenfroh, als wäre es von vorn herein als Filmkulisse entworfen worden. Das ist zwar nicht der Fall, dennoch ist es nicht nur auf Postkarten, sondern auch in einem Kinofilm verewigt: David Trueba führte Regie bei der Verfilmung des großartigen Romans Soldaten von Salamis von Javier Cercas, der die Wirren des spanischen Bürgerkrieges aus einem überraschenden Blickwinkel beleuchtet.

Die enge Beziehung Gironas zum Kino wird auch bei einem Besuch der Ausstellungen im Museu del Cinema offensichtlich. Hier gibt es unter anderem spannende Objekte der frühen optischen Kunst zu bestaunen, wie zum Beispiel Laterna Magica, Camera Obscura und Figuren für Chinesisches Schattentheater.

Girona Altstadt © Servicios Editoriales Georama

Die Routen des Kinos

Doch nicht nur Girona hatte im Laufe der Jahre den einen oder anderen unvergessenen Flirt mit dem Kino. Katalonien ist ein Land, das Filmgeschichte geschrieben hat. Dem entsprechend gehören die „Routen des Kinos“  zumindest für Filmfreaks zu den interessantesten Arten, die atemberaubende Vielfalt seiner Städte und Landschaften zu erkunden.

Durch den Alt Empordà

So führt die Route des Kinos durch den Alt Empordà, die in Girona ihren Startpunkt hat weiter nach Banyoles, das nicht nur Drehort entscheidender Szenen von Soldaten von Salamis war, sondern auch in der Realität ein Brennpunkt des Bürgerkrieges. Auf den Routen der Soldaten von Salamis, werden der Bürgerkrieg und seine Nachwirkungen auf einzigartige Weise erfahrbar.

Darüber hinaus ist Banyoles übrigens auch der Geburtsort von David Serra. Für diejenigen, denen der Name noch nicht bekannt ist: David Serra ist ein von der Kritik hochgelobter katalanischer Regisseur, dessen Film  El cant dels ocells (Birdsong) 2008 auf dem Cannes Film Festival vorgestellt wurde und im gleichen Jahr den Gaudí-Preis für den besten katalanischen Film erhielt.

Eine weitere Station auf der Kinoroute des Alt Empordà ist natürlich Figueres, Geburtsort Salvador Dalís, dem hier mit dem  durch und durch surrealen Teatre Museu Salvador Dali ein Denkmal von barocker Opulenz gesetzt wurde. Zwar wurde Dalí vor allem mit Malerei und Installationskunst bekannt, dennoch sollte man nicht vergessen, dass der Meister mit dem beeindruckendsten aller denkbaren Schnurbärte mit so unterschiedlichen Größen des Kinos wie Buñuel, Disney und Hitchcock zusammengearbeitet hat.

Kino-Klassiker Costa Brava

Wo wir gerade von den Größen des klassischen Kinos des 20. Jahrhunderts sprechen, ihnen ist eine Route mit dem Titel Ava Gardner und Orson Welles an der Costa Brava gewidmet. In Tossa de Mar erinnert eine Broncestatue an Ava Gardners häufige Aufenthalte an der Costa Brava. 1951 drehte sie hier mit James Mason und Mario Cabré Pandora und der fliegende Holländer, der zum Kultfilm avancierte. Mit farbintensiven Bildern von fast ins Surreale übersteigerter Schönheit, förderte der Film jedoch nicht nur die Karriere der unvergesslichen Ava, sondern rückte auch die Costa Brava in den Blickpunkt des weltweiten Interesses.

Drei Jahre später drehte Orson Welles in im Restaurant Taverna de Mar von Sant Pol einige Szenen von Herr Satan persönlich (Mister Arkadin).  Das Werk, das einige strukturelle Ähnlichkeiten zum berühmten Citizen Kane aufweist, konnte trotz seiner filmischen Qualität keinen großen kommerziellen Erfolg erzielen. Dennoch hat Orson Welles diesen ersten Aufenthalt an der Costa Brava offenbar nicht bereut, denn wann immer er konnte, kehrte er hierhin zurück.

Damit ist noch immer nichts über die Kulturmetropole Barcelona gesagt, die ja bekanntlich von allem immer noch ein bisschen mehr zu bieten hat. Wie nicht anders zu erwarten, belegt Barcelona auch in puncto kinematographischer Präsenz mal wieder einen der ersten Ränge unter den Kinostädten der Iberischen Halbinsel.

Broncestatue von Ava Gardner ©Oficina de Turismo de Tossa de Mar

Woody Allens Barcelona

Zuletzt hat Woody Allen die Stadt nicht nur mit dem Titel, sondern insbesondere mit den Drehorten seines Filmes Vicky Cristina Barcelona in den weltweiten Fokus des Interesses gerückt.  „Als Stadt ihrer Träume“ erscheint Barcelona im Film zwei jungen Amerikanerinnen, die trotz ihrer delikaten amourösen Verstrickungen nicht müde werden, die modernistische Architektur, die Gassen und Plätze der Altstadt, das maritime Ambiente, die Gastronomie und die außergewöhnlichen Museen in vollen Zügen zu genießen. Wer Barcelona auf den Spuren Woody Allens erkunden möchte, findet hier den perfekten Plan.

Park Güell © Imagen M.A.S

Pedro Almodóvars Barcelona

Pedro Almodóvar drehte zwölf Filme nicht in Barcelona – beim Dreizehnten, das war schon klar, konnte er dann nicht mehr widerstehen. Wie von Almodóvar nicht anders zu erwarten, machte er aus dem verflixten dreizehnten Film einen der bedeutendsten seiner Karriere: Alles über meine Mutter erhielt sage und schreibe 50 Auszeichnungen von Filmakademien und auf Festivals. Wer den exzentrischen Protagonisten auf ihrer emotionalen Odyssee durch Barcelona folgen möchte, findet hier die passende Route.

Das Barcelona der Erasmus-Studenten

Barcelona ist für viele die Stadt ihrer Träume. Ein Erasmus Semester in der vielleicht facettenreichsten Stadt des Mittelmeerraumes ist da geradezu wie ein Sechser  im Lotto. Wie so etwas im einzelnen aussehen kann, zeigt der Film L‘Auberge Espagnole, in dessen Mittelpunkt eine WG von Erasmus-Studenten in Barcelona steht. Dieser kleine Turm von Babel amüsiert mit studentisch-chaotischem Lebensstil und feiert den Wert der Freundschaft über alle kulturellen Differenzen hinweg. Wer das Barcelona der L’Auberge Espagnole entdecken möchte, schaue sich hier um.

Darüber hinaus bietet die Website barcelonamovie.com noch eine ganze Reihe weiterer spannender Touren durch die Kinolandschaften Barcelonas an, das – um den Bogen zu schließen – auch einer der Hauptdrehorte von Das Parfum war. Aus Sicht der Filmcrew war Barcelona der ideale Ort, um ein Paris des 18. Jahrhunderts zu inszenieren. Wie alle Großen des Kinos ist eben auch Barcelona sehr wandelbar…

Markt am Pi Platz – Barcelona © Imagen M.A.S.