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Die müssen Sie sehen! – 8 historische Dörfer in Katalonien

Woran denken Sie zuerst, wenn Sie das Stichwort „katalanische Kultur“ hören? Vielleicht an fantastische Bauwerke, wie die Sagrada Familia in Barcelona? Oder an einzigartige Feste wie die Patum de Berga und atemberaubende Traditionen, wie die der Castellers? Vielleicht denken Sie auch an katalanische Gastronomie. Zu deren Höhepunkten gehören die sogenannten maridatges, bei denen der Geschmack von Wein zu herrlichen Symbiosen mit kulinarischen Spezialitäten der Region geführt wird. Auch der Gedanke an die Kombination von Musik mit erlesener Architektur könnte einem kommen. Schließlich ist der Palau de la Música in Barcelona der weltweit einzige Konzertsaal mit Unesco-Welterbe-Status.

Allerdings findet die katalanische Kultur ihren Ausdruck auch in den ganz einfachen Dingen des täglichen Lebens. Erwähnenswerte Beispiele sind Kataloniens traditionsreiche Märkte, der Genuss hervorragender „Tapes“ in einer kleinen Bar oder der genussvolle Müßiggang auf der sonnigen Terrasse eines Cafés. Märkte, Tapas und sonnige Terrassen können Sie natürlich in großen Städten wie Barcelona genießen oder in einem Urlaubsort am Meer. Einen besonderen Reiz haben diese Orte aber auch in jenen wundervollen, mittelalterlichen Dörfern, in denen jeder Stein und jede Mauer das Geheimnis einer bewegten Geschichte hüten. Wo Sie diese bezaubernden Orte jenseits der Zeit finden, verraten wir Ihnen in diesem Beitrag.

Markt in Barcelona – La Boquería. Foto: Shutterstock

Beget

Das Dörfchen Beget liegt an einem Fluss gleichen Namens etwa 14km von Camprodon entfernt im Landkreis Ripolles. Stufenförmig angelegt und geprägt von alten Steinhäusern mit bestens erhaltenen Giebeldächern, scheint Beget der Fantasie eines Märchenerzählers entsprungen zu sein. Zwei mittelalterliche Brücken ermöglichen einen beschaulichen Bummel durch die drei kleinen Viertel des Dorfes. Dessen Zentrum bildet die sehenswerte romanische Kirche Sant Cristòfol, die zweifellos einen Besuch wert ist. Überdies ist Beget, das 2016 zum „Kulturgut von Nationalem Interesse erklärt wurde“, der perfekte Ausgangspunkt für Ausflüge in die Natur. Die nahegelegenen Wälder warten nur darauf, bei Wanderungen und Radtouren ausgiebig erkundet zu werden. Weitere Infos gibt es hier.

Esterri d’Àneu

Das Vall d’Àneu ist der perfekte Ort für einen Familienurlaub in den Bergen. Hier kann man tief in die Rhythmen der Pyrenäennatur eintauchen und gleichzeitig jede Menge spannender Abenteuer erleben. Doch das Hochgebirgstal hat auch kulturell etwas zu bieten. So bezaubert die Hauptstadt des Tales, Esterri d’Àneu, mit einem historischen Altstadtviertel. Das ist geprägt von alten Steinhäusern mit regionaltypischen Schieferdächern und dem Zauber  schmaler, verwinkelter Gassen. Die Kirche Sant Vicenç und die romanische Brücke aus dem 13. Jahrhundert zählen zu den absoluten „must sees“ von Esterri d’Àneu. Wer mehr über das Hochgebirgstal und sein facettenreiches Angebot für Familien und Naturfreunde erfahren möchte, liest hier weiter.

Esterri d’Aneu © Consorci Valls d’Àneu

Bausen

Das Val d’Aran hütet 33 Dörfer voller Geschichte und Geschichten. Bausen zählt zu den besonders pittoresken Dörfern des Hochgebirgstales, dessen mittelalterliche Struktur bis heute sichtbar ist. Bausen liegt umgeben von tiefen Wäldern und Bergwisen in den hohen Pyrenäen. Im Sommer legt die Natur hier ein leuchtend grünes Kleid an, im Winter hüllt sie sich in glitzerndes Weiß. Das Dorf Bausen ist geprägt von alten Steinhäusern mit Schieferdächern, die sich um die Dorfkirche mit dem charakteristischen Glockenturm gruppieren. Der ist das einzige Gebäude des Dorfes, das einen Brand im 1823 unbeschadet überstanden hat. Seit jeher ranken sich viele Legenden um das Dorf Bausen. Die bekannteste besagt, dass der nahegelegenen Buchenhain ein verzauberter Wald ist. Wer mehr wissen möchte, schaut hier.

Bausen. Foto: Père Igor, Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0

Miravet

Miravet ist berühmt für seine außergewöhnliche Burg, die als Kataloniens beeindruckendste Templerfestung gilt. Auf einem Hügel über dem Ebro gelegen, war Miravet eine der letzten arabischen Enklaven in Katalonien. Erst im Jahr 1153 wurde sie unter Führung Tempelritter von den christlichen Katalanen zurückerobert. Die Burg Miravet ging damit für gut 50 Jahre in den Besitz der Templer über. Wer mehr über die beeindruckenden Templerfestung und ihre bewegte Geschichte erfahren möchte, findet hier nähere Informationen.

Allerdings sollte man vor lauter Faszination über die geheimnisvolle Templerburg nicht vergessen, dem Dorf Miravet die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken. Malerisch am Rio Ebro gelegen, ist dem kleinen Dorf seine maurische Prägung bis heute anzusehen. Einen besonders schönen Blick auf Miravet hat man vom Fluss Ebro aus. Je nachdem, ob einem gerade der Sinn nach sportlicher Betätigung oder beschaulichem Flussgenuss steht, kann man den großen Strom per Kanu, Kayak oder Boot erkunden. Weitere Infos zu Urlaubsaktivitäten rund um den Ebro gibt es hier.

freuden

Miravet am Ebro. Foto: Shutterstock

Pals

Wer beim Gedanken an die Costa Brava in Tagträume von tiefblauem Meer, lauschigen Buchten, steilen Felsen und dem Duft von Pinienwäldern verfällt, liegt natürlich genau richtig. Dennoch hat die Costa Brava weit mehr zu bieten als ihre zu Weltruhm gelangten Naturschönheiten. Im Hinterland der wilden Küste, finden wir nämlich einige höchst malerische Orte, die zu besuchen sich unbedingt lohnt. Einer von ihnen ist Pals, dessen historischer Ortskern nur wenige Kilometer vom Mittelmeer entfernt liegt. Er trägt den Status „Historisches Bauensemble“. Das gotische Viertel von Pals bezaubert mit geschichtsträchtigen Adelshäusern und gepflasterten Gassen. Sehenswert sind überdies die Kirche Sant Pere und die vier Türme der alten Stadtmauer. Um den Genuss perfekt u machen verfügt Pals auch noch über einen weitläufigen, von Dünen umgebenen Strand. Weitere Infos gibt es hier.

Pals in der Abenddämmerung. Foto: Miguel Angel Alvarez

Madremanya

Das Bilderbuchdorf Madremanya liegt hoch auf einem Hügel im Landkreis Gironès. Umgeben von einer Stadtmauer aus dem 17. Jahrhundert, bewahrt Madremanya in seinen engen, gebogenen Gassen eine ländliche Atmosphäre und mittelalterlichen Charme. Kleine Plätze, geschmückt mit bunt blühenden Blumenkübeln und uralte, mit Rundbögen verzierte Türen prägen die historische Altstadt. Deren Hauptsehenswürdigkeit ist die alte Pfarrkirche Sant Esteve. Überdies bieten sich vom Dorf aus wunderschöne Aussichten auf die Gebirgszüge Serra de Montnegre und Serra de Vall-Lloreda. Weitere Infos gibt es hier.

Montfalcó Murallat

Von allen bilderbuchreifen historischen Orten Kataloniens ist Montfalcó de Murallat in der Provinz Lleida das wohl beeindruckendste Beispiel eines mitterlichen Ortes, dessen Stadtmauer nahezu perfekt erhalten ist. Das etwa 8m hohe Bauwerk stammt aus dem 13. Jahrhundert und umrundet den gesammten Ort. Der ist mit seinen insgesamt 15 Häusern von sehr übersichtlicher Größe. Dennoch ist er absolut sehenswert.

Ein einziges Zugangstor ermöglicht den Eingang nach Montfalcó Murallat. Das Dörfchen hat nicht nur seine historische Architektur erhalten können, auch die mittelalterliche Atmosphäre ist hier bis heute auf besondere Weise spürbar. Die einzige Straße des Ortes verläuft fast kreisförmig rund um die Anlage. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören die alte Zisterne, der gemeinschaftlich genutzte Ofen und die Kirche Sant Pere. Sie ist romanischen Ursprungs, wurde jedoch im Laufe der Zeit mehrmals umgestaltet. Die Bewohner des Dorfes sind in weiten Teilen Selbstversorger. Eine Kostprobe ihrer selbsthergestellten Produkte ist ein weiterer guter Grund, dem Ort einen Besuch abzustatten. Weitere Infos gibt es hier.

Montfalcó Murallat. Foto: Angela Llop auf Flickr. Lizenz: CC BY-SA 2.0

Farena

Umgeben von Wald und Bergen liegt das Dörfchen Farena in den Muntanyes de Prades im Hinterland der Costa Daurada. Farena ist der ideale Ort für alle, die Natur und Wanderungen lieben. Der Fluss Brugent hat hier Gumpen geformt, die sich  im Sommer herrlich als eisig erfrischende Bade-Pools nutzen lassen. Auch zu jeder anderen Jahreszeit haben diese natürlichen Wasserbecken einen besonderen Reiz. Zurück vom Ausflug in die Fels- und Wasserwelt, lohnt ein Spaziergang durch die hübsch gepflasterten Straßen des Ortes und ein Besuch der Kirche Sant Andreu aus dem 12. Jahrhundert. Wer sich einen Eindruck von der Flusslandschaft um Farena verschaffen möchte, schaut hier. Wanderrouten rund um Farena gib es hier.

Dieser Beitrag basiert auf einem Artikel auf descobrir.cat. Den Originalartikel auf Katalanisch gibt es hier.

 

 

 

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