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Kleiner Tourenguide: Entlang der Mittelmeerküste von Portbou nach Barcelona

Sie lieben das Mittelmeer aber ein klassischer Strandurlaub kommt gerade für Sie nicht in Frage? Dann lesen Sie weiter. Unser kleiner Tourenguide entlang der katalanischen Mittelmeerküste möchte Sie inspirieren, das mediterrane Urlaubsfeeling einmal auf andere Art zu erleben. Erkunden Sie Katalonien mit dem Wohnwagen oder im eigenen PKW und entdecken Sie die Geschichte, Kultur und Natur dieses Landstrichs bei inspirierenden Aktivitäten. Schöne Hotels und komfortable Campingplätze säumen die Route und laden Sie ein, die katalanische Gastfreundschaft jeden Tag auf neue Art zu erfahren.

Dieser kleine Tourenguide führt sie vom stillen Portbou in den Pyrenäen bis in die pulsierende Metropole Barcelona. Unterwegs begegnen Sie der großen Liebe des Ausnahmekünstlers Salvador Dalí, tauchen ein in die mittelalterliche Geschichte der Küste, wandeln auf den Spuren des katalanischen Jugendstils und haben Gelegenheit ein außergewöhnliches Naturschutzgebiet zu erkunden. Abgesehen davon gibt es natürlich Spaß und Abenteuer satt, sei es beim Wassersport, auf einem Klettersteig oder gar beim Skydiving. Alternativ können Sie natürlich auch Wandern, Radfahren oder mit ihren Kindern Spaß und Action in einem Wasserpark genießen. Also auf zur Erkundung der katalanischen Mittelmeerküste zwischen Portbou und Barcelona.

Portbou © Nano Cañas

Portbou

Startpunkt dieser Route ist Portbou, ein kleiner Küstenort unmittelbar an der französischen Grenze. In den 30er- und 40er-Jahren des 20. Jahrhunderts erreichten viele Migranten Portbou, die auf der Flucht vor den Nationalsozialisten waren. Unterstützt von Widerstandskämpfern wie Lisa Fittko und Varian Fry hatten sie die Pyrenäen zu Fuß überquert. Für viele war Portbou in jener Zeit ein Ort der Hoffnung, für einige jedoch auch Schauplatz von Taten tiefster Verzweiflung. Im September 1940 hatte der deutsche Philosoph Walter Benjamin Portbou nach einer dramatischen Flucht über die Pyrenäen erreicht. Kurz darauf erfuhr er, dass die spanischen Behörden ihn wegen eines neuen Dekrets zurück nach Frankreich schicken würden. In der Nacht vom 26. auf den 27. September nahm er sich in Portbou das Leben.

Portbou wahrt das Andenken Walter Benjamins und der Geschichte jener Zeit. Der israelische Künstler Dani Karavan errichtete hier die begehbare Landschaftsskulptur Passagen. Diese ist Zielpunkt einer geführten Besichtigung Portbous, auf der die Geschichte des Ortes begreifbar wird.

Walter Benjamin gewidmet: Landschaftsskulptur „Passatges“ von Dani Karavan © Miguel Ángel Herrero Varela

Über Llança nach Cadaqués

Von Portbou geht es über Llança nach Cadaqués. In Llanca bietet sich der familiäre Campingplatz L’Ombra Llança als Ausgangspunkt für eine weitere Erkundung der nördlichen Costa Brava an. Eine andere schöne Möglichkeit ist Camping Cadaqués in Cadaqués. Das malerische weiße Fischerdorf hat mit seinen einzigartigen Lichtverhältnissen und den bizarr anmutenden Felsformationen des Umlandes das künstlerische Universum des Salvador Dalí wie kein anderer Ort geprägt. Bevor man jedoch in die Welt des großen Surrealisten eintaucht, lohnt sich ein Besuch des Klosters Sant Pere de Rodes. Von hier aus bieten sich atemberaubende Ausblicke über die Küste – und spannende Einblicke in die Geschichte des Ortes.

In Cadaqués angekommen führt ein Besuch in Salvador Dalís Atelier-Haus in Portlligat die Besucher mitten hinein in die Welt des großen katalanischen Surrealisten. Die Landschaft des Cap de Creus, die unverkennbar im Dalíschen Werk in immer neuen verfremdeten Formen auftaucht, lässt sich am besten bei einer Wanderung auf einem der vielen markierten Pfade im Naturpark Cap de Creus erkunden. Spannende Einsichten in die Geheimnisse dieser außergewöhnlichen Naturlandschaft eröffnet das Museum Espai Cap de Creus. Eine traumhafte Unterkunft am Ort ist das Hotel Calma Blanca. Etwas oberhalb von Cadaqués gelegen, bezaubert das kleine Hotel mit traumhaften Blicken über die Küste und mediterraner Eleganz.

Roses

Die nächste Station dieser Route ist Roses, ein Urlaubsort am Meer, der vom breiten Angebot für Wassersportler bis zu Zeugnissen steinzeitlicher Kultur so ziemlich alles zu bieten hat, was das Herz des Reisenden sich nur wünschen kann. Ein unvergesslich schönes Erlebnis ist eine Wanderung auf dem Camí de Ronda zur Cala Montjoi. Und dann ist da noch der Bereich um die alte Festungsanlage, Recinto de la Ciutadella. Hier finden sich Spuren antiker griechischer und römischer Siedlungen, Gebäude aus westgotischer Zeit, ein Kloster im Stil der lombardischen Romanik und Reste des mittelalterlichen Stadtkerns. Natürlich gibt es hier auch ein Museum, dass es den Besuchern leicht macht, tief in die bewegte Geschichte und das vielfältige kulturelle Erbe des Ortes einzutauchen. Als Unterkunft bieten sich zum Beispiel Camping Rodas oder Camping Ampurdanés an. Ein schöne Möglichkeit ist auch das Hotel Monterrey Roses, das direkt am Strand von Santa Margarita liegt.

Roses © Francesc Tur

Von Empuriabrava zum Naturpark Aiguamolls

Weiter geht’s nach Empuriabrava, dem „Venedig der Sportschifffahrt“. Wer das Ambiente des Ortes für eine Weile auf sich wirken lassen möchte, hat dazu zum Beispiel im Hotel Port Salins beste Gelegenheit. Wem der Sinn nach neuen Perspektiven und Adrenalin satt steht, nutzt in Empuriabrava auch die Möglichkeit zum Skydive. Insbesondere für Familien mit Kindern ist der hiesige Butterflypark unbedingt einen Besuch wert. Dort kann man in einem tropischen Garten die Welt von Schmetterlingen, Tukanen, Papageien, Schildkröten und anderen exotischen Tieren entdecken. In Empuries laden die Ruinen der Iberischen Stadt Ullastret zu einer faszinierenden Reise in die Vergangenheit ein. In jedem Fall sollte man sich jedoch Zeit nehmen, den Naturpark Aiguamolls zu erkunden. Seine Feuchtgebiete zwischen Land und Meer sind ein Paradies für Birdwatcher. Mitten in dieser geschützten Naturlandschaft liegt Camping Castell Mar. Umweltschutz wird hier groß geschrieben, Birdwatching-Touren sind Teil des Aktivitätenangebotes und überdies sind Hunde hier ausdrücklich willkommen.

Pals, Begur, Llafranc

Nach einer ausgiebigen Erkundung der Naturlandschaften der Aiguamolls steht nun wieder Kulturgenuss auf dem Programm, natürlich in seiner denkbar charmantesten Form. Pals begeistert seine Besucher mit der Schönheit seines wunderbar erhaltenen mittelalterlichen Stadtkerns. Aus Sicht des katalanischen Schriftsteller Josep Pla, verdient Pals nicht nur einen, sondern mindestens hundert Besuche. Bei mindestens einem dieser Besuche sollte man sich einen Aufenthalt im Hotel Mas Salvi gönnen, einem kleinen Paradies inmitten herrlicher Natur. Wer Landschaft und Leben rund um Pals kennenlernen und verstehen möchte, dem legen wir die Route zu den Reisfeldern der Küste ans Herz.

Echtes Mittelalterfeeling stellt sich dann ein weiteres Mal bei einem Bummel durch den historischen Stadtkern von Begur ein, dem nächsten Ort auf der Route. Inmitten eines Pinienhains gelegen, bietet sich hier Camping El Maset als schöne, naturnahe Unterkunft in nur 300m Entfernung zum Strand Sa Riera an. Auch in Llafranc zeigt sich die Costa Brava von ihrer schönsten Seite. Am besten, sie nehmen sich Zeit, diesen Küstenstreifen einmal in Ruhe zu Fuß zu erkunden. Dafür bietet sich auch hier der Camí de Ronda an.

Blick auf dies Illes Medes von Pals © Miguel Angel Alvarez

Palafrugell, Palamos und Sant Feliu de Guixols

Die Nächste Station auf der Route ist Palafrugell. Hier liegt der Botanische Garten von Mont Roig. Auf eine Fläche von 17 Hektar verbinden sich dort Natur, Kunst, Kultur und Geschichte zu einem einzigartigen Erlebnis. In Palamos, dem nächsten Ort der Küste, steht hingegen ein kulinarisches Erlebnis der ganz besonderen Art auf dem Programm. Im Hafen lädt der Espai del Peix zum Showcooking mit anschließendem Menü. Die Kombination von fangfrischem Fisch und den besten Rezepten der traditionellen mediterranen Küche wird Ihnen zweifellos noch lange im Gedächtnis bleiben. Wer nun noch eine komfortable Unterkunft sucht, wird im Aparthotel-Palamos nicht enttäuscht werden. In Sant Feliu de Guixols bietet sich dann wieder eine ganz besondere Möglichkeit, um sportlich aktiv zu werden. Haben Sie schon einmal von einer Via Ferrata aus den Blick aufs Mittelmeer genossen? Hier haben Sie die Gelegenheit. Für die Übernachtung bietet sich der wunderschöne Campingplatz Sant Pol an.

Tossa de Mar und Blanes

Weiter geht es nach Tossa de Mar, und damit zu einer weiteren Perle der mittelalterlichen Kultur an der Costa Brava. Bei einer geführten Besichtigung des Ortes erfährt man spannende Details über die Spuren der antiken römischen Siedlung Turissa, über die mittelalterliche Architektur des Ortes und über Tossa de Mar als Künstlertreff und Zufluchtsort für Ikonen des Hollywood-Kinos wie Ava Gardner. Mit Casa Granados findet sich hier ein Hotel mit Charme im besten mediterranen Stil.

Die nächste große Sehenswürdigkeit der Route ist der Botanische Garten Marimurtra. Auf den Steilklippen bei Blanes gelegen, eröffnet er herrliche Blicke auf das Mittelmeer und Einblicke in eine faszinierende Pflanzenwelt. Nicht umsonst gilt der Jardí Botanico Marimurtra als einer der schönsten Botanischen Gärten an den Ufern des Mittelmeers.

Tossa de Mar © Servicios Editoriales Georama

Tossa de Mar © Servicios Editoriales Georama

Modernisme in Sant Pol de Mar, Canet de Mar und Mataró

Sant Pol bildet den Auftakt der weiteren Reise entlang der Costa del Maresme, deren Orte in ganz besonderem Maße von der farbenfrohen Architektur des Modernisme geprägt sind. Hier lohnt ein Besuch der Ermita de San Pau, einer kleinen, uralten Kirche, die auf einem Hügel oberhalb des Ortes liegt. Ebenfalls sehenswert sind die vielen Gebäude im Stil des Modernisme. Die Gourmets unter den Besuchern seien daran erinnert, das in Sant Pol der Mar auch Carme Ruscalledas Restaurant Sant Pau liegt, das seit dem Jahr 2019 mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet ist. Zur Übernachtung bietet sich Camping Kanguro an, ein hübscher Campingplatz zwischen Sant Pol der Mar und Canet de Mar, dem nächsten Ziel der Route.

Auch hier gibt es eine Route des Modernisme, die unbedingt empfehlenswert ist. Im Preis inbegriffen ist nämlich ein Besuch im Casa-Museu Lluís Domènech i Montaner, das dem Leben und Werk des großen Architekten des katalanischen Jugendstils gewidmet ist. Ein Dreiklang der modernistischen Architektur vollendet sich dann in Mataró, mit der Casa Coll i Regàs, die von Josep Puig i Cadafalch entworfen wurde. Hier kann man nicht nur an geführten Besichtigungen teilnehmen, sondern auch an im Sinne des „Gastromodernisme“ Weinproben und maridatges. Womit wir beim nächsten Thema wären.

Weintourismus in der DO Alella

Was wäre eine Route entlang der katalanischen Mittelmeerküste ohne eine Prise Weintourismus? Im Prinzip eine Unmöglichkeit, denn schließlich erreichen wir nun die DO Alella. Die ist nicht nur berühmt für hervorragende Weine, sondern auch für besonders reizvolle Erlebnisangebote rund um Wein und Weinkultur. Im September findet hier die Festa de la Verema statt, ein Weinfest, das die Freude am Wein in all ihren Facetten zelebriert.

In dieser Form eingestimmt auf die Vielfalt der katalanischen Kultur, gilt es nun Barcelona zu erkunden. Im nächsten Beitrag stellen wir ihnen dann den zweiten Routenabschnitt von Barcelona in die Terres de l’Ebre vor.

Perfekt für Erlebnisse rund um den Wein: DO Alella © Turismo Verde S.L

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