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Nachhaltige Städtetour – Die Provinzen mit der Bahn entdecken

Wer lieber mit der Bahn, als mit dem eigenen Auto unterwegs ist, für den ist unsere Grand Städtetour genau das Richtige. Mit dem Zug können wir stress- und staufrei vier ganz unterschiedliche Provinzen Kataloniens kennenlernen. Städte wie Lleida, Barcelona, Girona oder Tarragona sind innerhalb von ein bis zwei Stunden unkompliziert und schnell zu erreichen. Aber beim Reisen mit der Bahn freut sich nicht nur die Umwelt. Wer entspannt aus dem Fenster sieht, kann miterleben, wie sich die Landschaft langsam verändert und wenn die Zeit es erlaubt, auch zwischendurch aussteigen und in besonders hübschen Orten auf der Strecke einen Zwischenstopp einbauen.

 

Etappe 1: Provinz Barcelona

Etappe 2: Provinz Tarragona

Etappe 3: Provinz Lleida

Etappe 4: Provinz Girona

Ende der Grand Tour in Barcelona

 

Etappe 1: Provinz Barcelona

Altstadt
Zwei Tage reichen natürlich nicht aus, um all die historischen Schätze Barcelonas in Ruhe zu besuchen. Daher starten wir unsere Rundreise nicht nur in Barcelona, sondern beenden sie später auch wieder hier. Den ersten Tag verbringen wir mit der Entdeckung mittelalterlicher Geschichten und Legenden in der Altstadt. Vom Dach der Kathedrale werfen wir einen Blick auf das Barri Gòtic, bummeln im Mercat del Born durch die Straßen von 1714 und tauchen im Historischen Museum an der Plaça del Rei hinab in die römische Vergangenheit Barcelonas.

(c) Nicole Biarnés

Eixample
Frühaufsteher beginnen den Tag mit einem Sonnenaufgang im Parc Güell, wo die Dächer Barcelonas von der Sonne in ein warmes rötliches Licht getaucht werden. Später gehört ein Besuch der Sagrada Familia natürlich ebenfalls auf unser Programm, denn den zweiten Tag verbringen wir mit einem ausgiebigen Bummel zu den schönsten modernistischen Gebäuden von Architekten wie Gaudí oder Domènech i Montaner. Von der Sagrada Familia aus gehen wir an der Casa de les Punxes vorbei zum Passeig de Gràcia, wo sich die Casa Batlló erhebt. In dem Häuserblock der Eixample zu dem die Casa Milà gehört, befinden sich noch zwei weitere modernistische Bauten: die Casa Amatller und die Casa Lleó Morera. Entlang der Ruta Modernista bewundern wir die modernistischen Paläste und Bauwerke.

La Sagrada Família (c) Nicole Biarnés

Für die Übernachtung im Zentrum Barcelonas ist das Hotel Brummel eine zentral  gelegene Option.  Vom Hauptbahnhof Barcelona Sants aus nehmen wir den Zug nach Tarragona. In weniger als einer Stunde ist das Zentrum der südlichsten Provinz Kataloniens zu erreichen. Die Bahnen verkehren im stündlichen Takt.

 

Sitges

Bei einem Zwischenstopp in Sitges gibt es noch mehr modernistische Bauten zu entdecken. Das Cau Ferrat war Treffpunkt der modernistischen Künstlergruppe um Santiago Rusiñol. Direkt nebenan steht der etwas bizarre aber sehr bezaubernde Palau Maricel. Ein reicher amerikanischer Millionär verwirklichte sich hier in Sitges seine Idee von einem Traumhaus. Bevor wir wieder in den Zug steigen, bummeln wir aber noch an der hübschen Strandpromenade entlang oder statten der Casa Bacardí einen Besuch ab. Der Gründer dieser weltberühmten Rum-Marke stammte nämlich aus Sitges und ging von hier aus nach Kuba.

Palau Maricel in Sitges (c) Nicole Biarnés

 

Etappe 2: Provinz Tarragona

Sobald wir in Tarragona aus der Bahn steigen, tauchen wir in die Zeit des römischen Imperiums ein. Nur sechs Minuten vom Bahnhof entfernt stehen wir bereits vor dem beeindruckenden Amfiteatre, das sich mit Blick aufs Meer vor uns erhebt. Bei einer Stadtführung durch Tarragona hat man schnell das Gefühl, im alten Rom gelandet zu sein. Das Amphitheater und der Circus sind noch heute Zeugen der tausendjährigen Geschichte. Im zweiten Jahrhundert vor Christus war Tarraco die Hauptstadt der römischen Provinz Hispania Citerior, die weite Teile der Iberischen Halbinsel umfasste. In dem kleinen Museu d‘Historia gibt es ein detailliertes Modell, das Tarragona in dieser Zeit zeigt. Mithilfe des Modells fällt es noch leichter, die Überreste der römischen Stadt zu erkennen und zu verstehen. Direkt neben dem Archäologischen Museum Tarragonas können wir durch erstaunlich gut erhaltene Gewölbe und unterirdische Tunnel unter dem Circus Maximus hindurch spazieren.

(c) Nicole Biarnés

Unweit des Amphitheaters und auch nicht weit vom Bahnhof entfernt, liegt das kleine Hotel Lauria, in dem wir die Nacht in Tarragona verbringen können. Von Tarragona aus nehmen wir die Regionalbahn. Die Strecke führt über Reus und Montblanc in nur zwei Stunden bis in die Hauptstadt der Provinz Lleida.

 

Reus

Zwischen Tarragona und Lleida machen wir gleich zwei Zwischenstopps. Wer in Reus aussteigt, kann nicht nur das Gaudí Center besuchen, das uns in die Gedankenwelt Gaudís entführt und das Werk des Architekten vorstellt. Die Heimatstadt des berühmten Modernisten lädt zum Bummeln durch die sympathische Altstadt und zum Verweilen auf einem der vielen Plätze ein.

Unbedingt probieren sollten Sie den Vermut aus Reus. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts galt Reus als Hauptstadt dieses traditionellen Aperitifs. Auch wenn das gemütliche Beisammensein vor dem Mittagessen im Laufe der Jahrzehnte etwa in Vergessenheit geriet, erfreut sich mittlerweile nicht nur die Tradition, sondern auch das Getränk wieder steigender Beliebtheit. Im Vermutmuseum können Sie verschiedene klassische und ganz neue Vermuts made in Reus probieren.

Plaça del Mercadal in Reus (c) Nicole Biarnés

Montblanc

Wenn Sie Zeit für einen zweiten Zwischenstopp haben, sollten Sie im mittelalterlichen Montblanc den Spuren des Sant Jordi folgen. Angeblich soll die beliebte Legende des Drachentöters, der die Prinzessin vor dem Ungeheuer rettete, in dem hübschen mittelalterlichen Ort zu Hause sein. In der gut erhaltenen Stadtmauer ist sogar einer der Türme nach Sant Jordi benannt. Wenn Sie im Frühjahr unterwegs sind, können Sie die Stadt vielleicht sogar im Sant Jordi Fieber erleben, wenn sich Montblanc ein ganzes Wochenende lang in mittelalterliche Kleider hüllt und die romantische Legende nachspielt.

(c) Nicole Biarnés

 

Etappe 3: Provinz Lleida

Lleida
Auf der nächsten Etappe unserer Grand Tour mit der Bahn kommen wir nun in eine wenig bekannte Provinz Kataloniens, nach Lleida. Wir beginnen unseren Stadtbummel mit einem Besuch der alten Kathedrale. Der prachtvolle Bau ist weitaus mehr als eine leere Kirche. Hier befinden sich weder Skulpturen noch vergoldete Altäre, denn zweihundert Jahre lang war die Kathedrale in eine Kaserne umfunktioniert worden. Soldaten schliefen, assen und exerzierten hier. Und sie gingen nicht gerade zimperlich mit dem alten Gebäude um. Wände wurden eingerissen und Zwischendecken gezogen. Die Kirchenschätze wurden schon vor langer Zeit in alle Welt zerstreut. Aber dennoch ist La Suda einzigartig. Spätestens wenn das Sonnenlicht durch die hohen Bögen des Kreuzgangs fällt, verliebt man sich in diesen historischen Ort.

Der Kreuzgang von der Seu Vella (c) Oriol Clavera

Nachdem sich schon Iberer und Römer hier niedergelassen hatten, regierten siebenhundert Jahre lang maurische Kalifen von diesem Hügel aus ihr Reich. Nach der Eroberung durch die Truppen des Grafen Ramon Berenguer IV im Jahr 1149 wurde Lleida christlich. Im Mittelalter befand sich rund um die Kathedrale ein dichtes Geflecht enger Gassen mit Wohnhäusern, Werkstätten und Geschäften. Doch im Laufe der Jahrhunderte veränderten Aufstände und Kriege das Gesicht der Stadt. Straßen und Gebäude auf dem Hügel mussten weichen, als La Suda zu einer trotzigen Festung umgebaut wurde.

Ein Abstecher zur Burg der Tempelritter zeigt uns noch eine andere, unerwartete Seite der Geschichte Lleidas. Mit dem Bus oder zu Fuß ist man schnell auf dem kleinen Hügel angelangt. Dort erzählt das Castell de Gardeny auf eindrucksvolle Weise die Geschichte des sagenumwobenen Ritterordens.

Die Stadt Lleida und die Alte Kathedrale © Patronat de Turisme de Lleida, Laurent Sansen

 

Tren dels Llacs

Eine besonders schöne Zugfahrt ist die Strecke von Lleida nach La Pobla de Segur. Mit einer historischen Bahn geht die Fahrt durch die Ebene der Terres de Lleida über Balaguer und durch die Serra del Montsec bis hinauf zu den großen Stauseen in den Vorpyrenäen.

(c) Tren dels Llacs

Zum Übernachten bietet sich der Parador de Roser de Lleida an. Das luxuriöse Hotel befindet sich in einem ehemaligen Kloster. Aufwendig umgebaut und renoviert ist besonders der Innenhof des alten Gebäudes ein echter Hingucker. Hohe Decken, elegantes Mobiliar – und der Speisesaal befindet sich in der ehemaligen Kirche. Am nächsten Tag machen wir uns vom Bahnhof Lleida Pirineus auf den Weg in die letzte Provinz unserer Rundreise, nach Girona. Mit den regionalen Bummelzügen ist man ungefähr zwei bis drei Stunden unterwegs, mit dem AVE dauert die Fahrt weniger als zwei Stunden.

 

Etappe 4: Provinz Girona

Girona

Um das jüdische Viertel mit seinen beeindruckenden Museen und der prächtigen Kathedrale in aller Ruhe zu besuchen, planen wir zwei Tage in Girona ein. Wir bummeln über die Brücken des Onyar, schlemmen ein Eis, klettern auf die alte Stadtmauer und begrüßen die steinerne Löwin, die einst die Eingangspforte der Stadt bewachte. Die Arabischen Bäder sind nur eines der vielen Geheimnisse, die es in Girona zu entdecken gilt. Ein Guide kann uns dabei helfen, den Legenden auf die Spur zu kommen. Besonders spannend ist auch ein Kräuterwalk, bei dem Sie zusammen mit einem Botaniker erstaunliche Pflanzen mitten in der Altstadt entdecken können.

Die Stadt Girona (c) Nicole Biarnés

 

Figueres

Mit der Bahn machen wir einen Tagesausflug ins benachbarte Figueres, die Heimatstadt des Surrealisten Salvador Dalí. Das Theater wurde bereits zu Lebzeiten Dalís in ein Museum umgebaut und ist schon von außen ein echter Hingucker. Nach dem Besuch der surrealistischen Welt bleibt noch etwas Zeit, um durch die Straßen von Figueres zu bummeln, ehe wir wieder in den Zug steigen und Richtung Süden fahren.

Dalí-Museum (c) Nicole Biarnés

Übernachten können wir in Girona im Hotel Llegendes oder im Hotel Trave in Figueres. Zwischen Barcelona und den Bahnhöfen in Figueres oder Girona verkehren die Züge im Stundentakt. Doch ehe wir unsere Grand Tour durch Katalonien beenden, erwartet uns noch ein letzter Zwischenstopp. Wir nehmen die Bahn bis zu einem kleinen Ort im Hinterland der Costa Brava, Caldes de Malavella.

 

Caldes de Malavella

Schon die alten Römer genossen das Wasser, das hier direkt aus der Erde sprudelt. Kalt und erfrischend ist es jedoch nicht unbedingt. Aus einigen der unterirdischen Quellen drängt das Wasser richtig heiß an die Oberfläche. Kein Wunder also, dass Caldes de Malavella auf eine lange Tradition als Bade- und Kurort zurückblickt. Weil das Mineralwasser aus den Tiefen der Erde so gesund ist, wird es auch in Flaschen abgefüllt und verkauft. Probieren können wir es aber auch direkt an einer der frei zugänglichen Quellen in Caldes. Nachdem wir die Ruinen einer römischen Therme besucht haben, lassen wir es uns in einem der modernen Thermalbäder mit einer Massage verwöhnen, baden in Mineralwasser und genießen entspannt diese letzte Etappe unserer Grand Tour.

 

Barcelona

Nachdem wir alle vier Provinzen und die ganz unterschiedlichen Landschaften Kataloniens  kennengelernt haben, kehren wir nach Barcelona zurück. Hier endet unsere Grand Tour mit der Bahn. Unseren allerletzten Tag verbringen wir auf dem Montjuïc. Wir spazieren durch das Poble Espanyol und gehen bis zur Burg hinauf. Von dort oben werfen wir einen Blick hinab auf den Hafen und diese wunderschöne Metropole am Mittelmeer.

Der Hafen Barcelonas (c) Nicole Biarnés

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