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TOP 10 – Die schönsten Dörfer Kataloniens

Was für ein Kontrast: An den Küsten herrscht reger Badebetrieb – ein paar Kilometer weiter, im Landesinneren, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Ob im Hinterland von Costa Brava und Costa Daurada oder in den Pyrenäen – überall lassen sich mittelalterliche Dörfer entdecken, wo die Uhren völlig anders ticken. Wo sich hinter dicken Stadtmauern aus Naturstein alte Stadtpalais, romanische Kirchen oder alte Burgen verstecken, Wehrtürme von der bewegten Vergangenheit des umkämpften Kataloniens zeugen und von Arkaden gesäumte Plätze dazu einladen, bei einem Glas kühlem Rosé innezuhalten und alles auf sich wirken zu lassen. Es gibt unzählige Orte, die sich ihren ganz eigenen Charme bewahrt haben. Hier eine kleine Auswahl: Altafulla

Nur ein paar Kilometer von Touristenhochburgen der Costa Daurada wie Torredembarra entfernt, mutet Altafulla wie eine Theaterkulisse an. Die Vila Closa, den mittelalterlichen Dorfkern umschließt eine steinerne Mauer, darüber thronen die Kirche Sant Martí und eine mächtige Burg mit gezackter Fassade – es würde keinen wundern, wenn plötzlich ein paar Ritter durch die Gassen galoppieren würden. Noch weiter zurück reichen die Überreste der römischen Villa Els Munts, die mitsamt dem Dorfensemble zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören. Gibt es eine schönere Kulisse für Karnevalsumzüge, Konzerte oder die einmal im Jahr stattfindende stattfindende Nacht der Poesie?

 

Arnes

Gut versteckt im äußersten Westen der Provinz Tarragona, an der Grenze zu Aragonien erhebt sich das Dorf auf einem Hügel über dem Fluss Algars und entführt Besucher in die Zeit früherer Jahrhunderte. Besonderes Schmuckstück ist das Rathaus von 1548, eins der wichtigsten Bauwerke der katalanischen Renaissance mit seinen malerischen Arkaden. Aber auch die barocke Pfarrkirche Santa Magdalena und diverse Kapellen sowie die Reste einer gotischen Burg tragen das Ihrige zum Charme des Ortes bei. Besonders kommt er bei Märkten und Dorffesten wie dem Honigfest im Mai zur Geltung.

Arnes - Terres de l'Ebre © Oriol Alamany

Arnes – Terres de l’Ebre © Oriol Alamany

 

Arties

Sowohl im Sommer als auch im Winter bietet sich das archaische Pyrenäendorf auf 1114 Meter Höhe zum Besuch an. Nicht allein das Hochgebirge in der Umgebung ist reizvoll und perfekter Ausgangspunkt für Wanderer und Skifahrer – zu denen unter anderem Ex-König Juan Carlos gehört. Auch die romanischen Kirchen Santa Maria d´Arties und die gotische Sant Joan d´Arties mit ihren eleganten Glockentürmen inmitten der Gebirgsszenerie sind schön anzusehen. Für einen angenehmen Aufenthalt sorgen zudem der Parador von Arties und einige stilvolle Hotelbetriebe.

Arties © Imagen M.A.S.

 

Besalú

Eins der beliebtesten Fotomotive Kataloniens ist der Pont Vell, die alte Brücke, die sich am Ortseingang von Besalú über den Fluss Fluvià spannt. Aber auch sonst ist das denkmalgeschützte Dorf in der Nähe der Provinzhauptstadt Girona filmreif. Im Ensemble aus mittelalterlichen Gebäuden stechen nicht nur die Kirchen Sant Martí und Sant Vicenç sowie das Kloster Sant Esteve hervor. Im Call genannten Viertel haben sich auch eine Synagoge und eine Mikwe erhalten und zeugen davon, dass es hier in früheren Zeiten eine bedeutende jüdische Siedlung gab.

Costa Brava. Besalú © Agència Catalana de Turisme. Maria Geli

 

Durro

Nicht nur für Wanderer ein Geheimtipp ist Durro in nächster Nähe zum Nationalpark Aiguestortes in den Pyrenäen. Gerade mal 70 Einwohner zählt der kleine Weile, der auf 1386 Meter Höhe liegt. Und doch gehört er seit dem Jahr 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Denn zu dem Ensemble aus Häusern aus Naturstein gesellen sich gleich zwei Monumente ersten Ranges: die romanische Kirche Església de la Nativitat und die Kapelle Sant Quirc, die beide aus dem 12. Jahrhundert stammen. Im Juni sorgt sogar eine kleine Wallfahrt für Auftrieb in der Bergeinsamkeit.

Durro © Imagen M.A.S.

 

Pals

Von weitem grüßt die Torre de les Hores, der runde Stundenturm in romanischem Stil, der Wahrzeichen des Orts ist. Beim Näherkommen entdeckt man dann ein nahezu intaktes Dorfensemble aus dem Mittelalter, das sich bis heute seinen wehrhaften Charakter bewahrt hat. Um die tausendjährige Kirche Sant Pere verteilen sich allerlei Wehrtürme, außerdem verstecken sich zwischen den engen Gassen schöne Brunnen und manch altehrwürdiger Adelspalast. Auf keinen Fall sollte man es verpassen, auf den Mirador Josep Pla nahe der einstigen Burg zu steigen und den Blick über das Baix Empordà im Hinterland der Costa Brava schweifen zu lassen.

Pals © Miguel Angel Alvarez

 

Peralada

Als das „Salzburg Kataloniens“ gilt das mittelalterliche Dorf unweit der nördlichen Costa Brava aufgrund seines renommierten Musikfestivals im Sommer. Wobei es natürlich sehr viel kleiner – dafür aber auch romantischer ist. Hauptbesuchermagnet ist das Castell de Peralada, das Schloss, das auf das 14. Jahrhundert zurückgeht, heute ein Spielcasino beherbergt und mit seinem wunderbaren Park Schauplatz des sommerlichen Musikfestivals ist. Gleich daneben hat der Convent del Carme die Zeit seit dem 13. Jahrhundert überdauert. In dem Kloster sind inzwischen ein Wein- und einem Glasmuseum sowie eine der bedeutendsten Bibliotheken Kataloniens untergekommen – unter den 80 000 Bänden befinden sich allein 1000 antike Don Quijote-Ausgaben. Wer durch den romanischen Kreuzgang des Kloster Sand Domènec geschlendert ist, sollte nicht versäumen, in einer der umliegenden Bars die Weine und spritzigen Caves zu probieren, die in der benachbarten Schlosskellerei gekeltert werden.

Peralada © Marc Castellet Puig

 

Peratallada

Noch eine weitere Perle im Hinterland der Costa Brava! Ihr Name leitet sich vom katalanischen Pedra tallada ab, was soviel wie „zerschnittener“ oder „behauener Fels“ heißt. Tatsächlich bestehen weite Teile des Dorfs mit ländlichem Charakter aus Naturstein: die Türme, die schönen Torbögen, die romanische Kirche Sant Esteve und natürlich auch das Castell, die Burg, die bis auf das Jahr 1065 zurückgeht und heute ein Luxushotel beherbergt. Alternativ bieten sich einige stilvolle Bed and Breakfast-Adressen zum Übernachten an.

Peratallada © Turismo Verde S.L.

 

Santa Pau

Eingebettet in die hügelige Vulkanlandschaft des Naturparks Garrotxa entführt Santa Pau in die Zeit des 14. Jahrhunderts, als hier die ersten Plätze und Gassen angelegt wurden. Herzstück des Orts ist die dreieckige Plaça Major, der einst als Fira dels Bous, zu Deutsch Ochsenmarkt diente. Ringsum wird sie von gotischen Torbögen gesäumt, unter denen die eine oder andere Bar zu herzhaften Tomatenbrot mit luftgetrocknetem Schinkel, typischen Wurstspezialitäten der Gegend oder Bohneneintopf einlädt. Besonders feine Küche serviert Cal Sastre. das aus einer alten Schneiderei hervorgegangen ist und sich in eins der schmucken Landhotels verwandelt hat, mit denen das Örtchen lockt.

Santa Pau © Servicios Editorials Georama

 

Siurana

Wie ein Balkon sitzt das Dorf auf einem mächtigen Kalksteinfelsen in über 700 Meter Höhe im Hinterland von Tarragona und bietet ein fantastisches Panorama auf das darunter liegende Tal mit dem Flüsschen Siurana. Doch wurde es nicht etwa wegen des schönen Blicks in so schwindelnder Höhe errichtet. Vielmehr diente die spektakuläre Lage zu Verteidigungszwecken, als die christlichen Eroberer versuchten, das Land nach und nach den Mauren abzuringen und diese sich in immer entlegenere Ort zurückziehen mussten. Schließlich wurde Siurana 1153 als letztes der maurischen Taifas des heutigen Katalonien von den Truppen Ramon Berenguars IV. eingenommen. Inzwischen geht es dort aber ganz friedlich zu, und der Name Siurana steht für ein begehrtes Olivenöl mit Herkunftsbezeichnung.

Siurana © Miguel Raurich

 

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