Naturpark Cap de Creus

Der Naturpark Cap de Creus liegt in der Provinz Girona im Landkreis Alt Empordà am östlichsten Zipfel der Iberischen Halbsinsel. Der im Jahr 1998 geschaffene Park erstreckt sich über acht Gemeinden, nämlich Llançà, Vilajuïga, Pau, Palau Saverdera, Roses, Cadaqués, Port de la Selva and Selva de Mar. Insgesamt umfasst er eine Fläche von 13.886ha,  davon sind 10.386ha Landfläche, die übrigen 3.090ha entfallen auf geschütztes Meeresgebiet.

Der Naturpark Cap de Creus mit dem berühmten Kloster Sant Pere de Rodes © Oriol Alamany

Die hier unter Naturschutz stehenden Gebiete sind in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Hier stoßen die letzten Ausläufer der Pyrenäen auf das Mittelmeer, entsprechend gebirgig präsentiert sich die Halbinsel, deren höchster Punkt 670m über dem Meer liegt. Die Landschaftsform ist durch Erosion und die für die Region typischen Tramuntana-Winde geprägt, und zeichnet sich durch zum Teil bizarr anmutende Felsformationen aus, die aus geologischer Perspektive hochinteressant sind sind. Die spektakulären Aufschlüsse des Gesteins, die vor Jahrmillionen durch Druck und Hitze entstanden sind, gehören zu den beeindruckendsten landschaftlichen Elementen des Naturparks. Sie haben seit jeher die Fantasie der Menschen angeregt. Im Falle Salvador Dalís, der ganz in der Nähe seine Atelierwohnung in Cadaquès hatte, haben sie sogar das Werk eines unvergesslichen Künstlers entscheidend geprägt. Im maritimen Bereich des Naturparks finden im Schutz der kleinen Inseln und bizarr geformten Klippen Korallen und eine variantenreiche Meeresfauna einen Lebensraum.

Die fantastische Felsformationen des Naturparks inspirierten schon Salvador Dalí © Oriol Alamany

Vegetation

Die Vegetation des Cap de Creus ist einerseits durch die menschliche Nutzung des Gebietes und andererseits durch besondere klimatische Bedingungen geprägt. Große Teile des Caps wurden einst als Weinfelder genutzt, deren Terrassen von Trockensteinmauern gehalten wurden. Andere Teile fungierten als Weideland und es gab häufig Brände, welche die Landschaft gezeichnet haben. Eine ebenso bedeutende Rolle spielen die üblicherweise starken Winde, insbesondere der Tramuntana, der trockene Luft mit sich bringt und den Salzgehalt der Pflanzen und des Bodens erhöht. Vor diesem Hintergrund ist es nicht überraschend, dass sich hier eine sehr spezielle Vegetation mit zahlreichen seltenen endemischen Arten entwickelt hat.
Insgesamt sind hier mehr als 800 Pflanzenarten zu finden, unter ihnen Strand-Grasnelke (Armeria Ruscinonencis), Meerlavendel (Limonium tremolsii) und Steinbrech (Seseli Farrenyi), der weltweit nur hier wächst. Aber auch häufiger vorkommende Arten wie Rosmarin und Johanniskraut haben einen Festen Platz in der Flora des Cap de Creus.
Bäume sind aufgrund der speziellen Umweltbedingungen nur an ausgewählten Stellen des Naturparks zu Hause. Zu den am häufigsten vorkommendne Arten zählen Aleppo-Kiefer, Korkeiche und Steineiche als typische Vertreter der mediterranen Vegetation. Vereinzelt wachsen hier jedoch auch Ulmen, Eschen, Erlen und Pappeln. Der Großteil der Halbinsel ist von buschartiger Vegetation überzogen, deren häufigste Vertreter der Mastixstrauch, Dornginster und Wacholder sind. Auch am Meeresgrund findet sich eine interessante Vegetation, die u.a. von Neptungras (Posidonia oceanica) und Tanggras (Cymodocea nodosa) geprägt ist.

Ginster bedeckt weite Teile des Naturparks Cap de Creus © Oriol Alamany

Fauna

Der Naturpark Cap de Creus ist Heimat einer Vielzahl bemerkenswerter Land- und Seetiere, unter ihnen Habichtsadler, Wanderfalke, verschiedene Seemöwenarten, die Krähenscharbe aus der Familie der Kormorane, der Turmfalke, die nur hier im Park vorkommende Schneckenart Mastigophalus rangianus, der Mittelmeerlaubfrosch und verchiedene Reptilien. Zu den beeindruckendsten Meerestieren, die hier vorkommen, gehört der Große Rote Drachenkopf aus der Familie der Skorpionfische, der Zackenbarsch und die Brandbrasse. Zu den Blumentieren, die im geschützten Meeresgebiet des Parks leben, gehören die Edelkoralle (Corallium rubrum) und die Gorgonie (Paramuricea sp.)

Unterschiedlichste Vogelarten sind an Cap de Creus zu Hause © Oriol Alamany

Kultur

Die wohl wichtigste kulturelle Sehenswürdigkeit des Naturparks Cap de Creus ist das Kloster San Pere de Rodes, das zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert erbaut wurde und zu den Perlen der katalanischen Romanik zählt. Vom sorgfältig restaurierten Kloster aus, hat man eine fantastische Aussicht. Wer von hier aus noch ein wenig höher zur Montaña de Saverdera hinaufsteigt, genießt einen unvergesslichen Panoramablick über den Golf von Roses und das Cap de Creus. Im Saverdera-Gebirge sind auch die Reste einer alten Burg, dem Castell de Sant Salvador, erhalten. Ebenfalls bemerkenswert ist die Vielzahl archäologischer Fundstätte am Cap de Creus, die belegen, dass die karge, felsige Landschaft seit Jahrtausenden bewohnt ist. So findet man hier viele Dolmen, zum Beispiel das gut erhaltene Grab La Creu d’en Cobertella, das zu den bedeutendsten Hünengräbern Kataloniens zählt. Darüber hinaus findet sich im Naturpark und seiner Umgebung eine bemerkenswerte Anzahl von Burgen und Kapellen. Zu den beeindruckendsten Beispielen zählen die spektakuläre und strategisch wichtige Burg von Carmençó (Vilajuiga) und die Burgen von Bufalaranya und Puig-rom sowie die malerische Kapelle San Onofre (Palau-saverdera). Auch in den Ortschaften in unmittelbarer Nähe des Parks gibt es viel Interessantes zu sehen, beispielsweise die Ciutadella von Roses, eine archäologische Fundstätte aus griechischer Zeit oder die  Pfarrkirche von Cadaquès mit ihrem eindrucksvollen barocken Altarbild.

Die vielen Dolmen sind Zeugen einer Jahrtausende langen Besiedlung des Cap de Creus © Oriol Alamany

Darüber hinaus bietet der zwischen Land und Meer gelegene Naturpark Roses sich für unterschiedlichste Outdooraktivitäten von Wandern über Kayak fahren und Scuba diving bis zum Radfahren und Reiten an.
Weitere Informationen stellen die Touristinformationen bereit. Links zu deren Websites finden Sie hier.

 

 

 

 

 

Eva Hakes: