Die Top 10 für einen Städtetrip nach Girona

Lust auf einen ausgefallenen Weekend-Trip? Dann liegt Ihr perfektes Reiseziel vermutlich im Nordosten Kataloniens: Girona bezaubert mit mediterranem Charme, katalanischer Eleganz, historischer Faszination und unwiderstehlichen Shopping-Möglichkeiten. Meer und Berge sind von hier aus innerhalb kurzer Zeit zu erreichen und auch der nahegelegene See von Banyoles ist ein perfektes Ausflugsziel für Naturliebhaber und Wassersportler. Um die Reiseplanung perfekt zu machen, verfügt die Stadt über einen eigenen Flughafen, der von Deutschland aus preiswert und schnell zu erreichen ist. Hier präsentieren wir Ihnen unsere Top 10 für einen unvergesslichen Kurztrip nach Girona.

 

Ein Spaziergang über die antiken und mittelalterlichen Stadtmauern

Als strategisch bedeutsame Grenzstadt blickt Girona auf eine lange Geschichte zurück. Die ältesten Teile ihrer Stadtmauern wurden von den Römern im 1. Jahrhundert v. Chr. erbaut. Die mächtige Verteidigungsanlage, welche das alte Girona umschloss, blieb bis ins Jahr 1000 n. Chr. unverändert erhalten. Teile dieser Força Vella genannten antiken Mauern können noch heute besichtigt werden. Im Mittelalter wurden die Stadtmauern Gironas erweitert und heutzutage können die Besucher der Stadt bei einem ausgiebigen Spaziergang über die Stadtmauern die Altstadt Gironas aus einer besonderen Perspektive kennenlernen. Von den alten Wachttürmen der Befestigungsanlage fällt der Blick auf jene Viertel Gironas, die zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert jenseits der Força Vella entstanden und die bis heute historische Monumente voller Geschichte und Geschichten hüten.

Die mittelalterliche Stadtmauer, Foto: Jochen Bullerjahn auf Flickr, Lizenz: CC BY-NC 2.0

Die Basilika Sant Feliu

Die Basilika Sant Feliu war die erste Kathedrale Gironas, bevor sie im 10. Jahrhundert durch die weit größere Kathedrale Santa Maria abgelöst wurde. In ihrer heute erhaltenen Form wurde sie jedoch zwischen dem 12. und 17. Jahrhundert errichtet. Mit ihrem schlanken Glockenturm und den schönen Kirchenschiffen gilt sie als ein Höhepunkt der gotischen Architektur Gironas, die hier mit romanischen und barocken Elementen verschmilzt. Im Inneren der Basilika befindet sich das prachtvolle gotische Grab des Stadtheiligen Sant Feliu und darüber hinaus acht einzigartige Sarkophage aus römischer und vorchristlicher Zeit. Sie wurden während des Baus der Kirche hier gefunden und geben ein eindrucksvolles Zeugnis der römischen Kultur, welche die Stadt über Jahrhunderte prägte. Die erstaunlichste Geschichte der alten Kirche stammt jedoch aus dem 13. Jahrhundert, genau genommen aus dem Jahr 1286, als die Franzosen die Stadt stürmten, die Kirchen plünderten und schließlich auch die sterblichen Überreste des Stadtheiligen Feliu schändeten. Ob es der Heilige selbst war oder eine andere höhere Macht eingriff, kann heute niemand mehr sagen. Jedenfalls entstiegen dem Grab St. Felius gigantische Fliegen, die über die französischen Eindringlinge herfielen und deren Heer schließlich auslöschten.

Basilika Sant Feliu und die Kathedrale Santa María vom Riu Onyar gesehen © Alex-Tremps.-Arxiu-Imatges-PTCBG

 Die Kathedrale Santa Maria

Die Kathedrale Santa Maria erhebt sich als ein Wahrzeichen der Stadt auf dem Altstadthügel der Força Vella. Zwischen dem 11. und 18. Jahrhundert erbaut, vereint auch sie in sich unterschiedliche architektonische Stile von Romanik über Gotik bis hin zum Barock. Allerdings reicht auch ihre Geschichte noch viel weiter in die Vergangenheit zurück. Zu Beginn des 8. Jahrhunderts wurde sie unter arabischer Besatzung zur Moschee umfunktioniert und erst im Jahr 908 wieder als Kirche geweiht. Der ursprüngliche architektonische Neuentwurf Santa Marias sah drei Schiffe vor, im 15. Jahrhundert kam allerdings die Idee auf, eine einschiffige Kathedrale zu bauen. Die Diskussion der Experten darüber, ob dies möglich und sinnvoll sei, nahm etwas 50 Jahre in Anspruch und brachte Girona mit der Entscheidung für ein einschiffiges Gotteshaus letztlich einen architektonischen Rekord ein: Das 34 Meter hohe und knapp 23 Meter breite gotische Kirchenschiff ist weltweit das breitetste seiner Art und auch ansonsten beeindruckt Gironas Katehdrale mit mächtigen Mauern, aber auch mit einzigartigen Kunstschätzen in ihrem Inneren. Zu diesen gehören eine prachtvolle Monstranz und ein wunderschöner Wandteppich aus dem 11. Jahrhundert, auf dem die Schöpfungsgeschichte in Bildern dargestellt ist. Darüber hinaus ist Gironas Kathedrale die letzte Ruhestätte einer Vielzahl von Adeligen, Bischöfen, Architekten und Künstlern, welche die Stadt zu ihren Lebzeiten besonders geprägt haben.

Die Kathedrale Santa Maria in Girona © Alex Tremps. Arxiu Imatges PTCBG

Die arabischen Bäder

Biegt man von der Kathedrale aus in die Carrer Ferran el Catòlic ab, sieht man den Cornelien-Turm (Torre Cornèlia) aus dem 11. Jahrhundert, der die Kathedrale mit der Stadtmauer und den Arabischen Bädern verbindet. Diese wurden im 12. Jahrhundert errichtet und damit zu einer Zeit, als Girona schon gut 200 Jahre von der maurischen Besatzung befreit war. Es handelt sich hier also um eine Badeanlage für die christliche Bevölkerung der Stadt, die jedoch ganz offensichtlich an römischen und nordafrikanischen Bädern inspiriert war. So ist die Aufteilung der Bäder in Frigidarium, Tepidarium und Caldarium eine Reminiszenz an die klassisch römischen Thermen, während die Gestaltung und Dekoration der Räume an die maurische Ästhetik erinnert. Bestes Beispiel hierfür sind die filigranen Säulen und harmonisch gewölbten Decken und das gekonnte Spiel mit Licht und Schatten, welches den Bädern ihre einzigartige Atmosphäre verleiht. Diesen eindrucksvollen Elemente verdankt der Ort seinen Namen “Arabische Bäder”, der sich übrigens erst im 19. Jahrhundert einbürgerte und inzwischen zur offiziellen Bezeichnung der ehrenwerten Badeanstalt avanciert ist.

Die Arabäischen Bäder © Jordi-Ribot-Punti-ICONNA.-Arxiu-Imatges-PTCBG

Das Jüdische Viertel und das Museum für Jüdische Geschichte

”El Call”, das Jüdische Viertel von Girona zählt zu den am besten erhaltenen Jüdischen Vierteln weltweit. Mit seinen engen Gassen, hohen Mauern und verwinkelten Häusern und Höfen gleicht el Call einem Labyrinth, in dessen schattigen Straßen die Vergangenheit gegenwärtig ist. Einen Spaziergang durch das Call sollte man unbedingt mit dem Besuch des Museums für Jüdische Geschichte verbinden. In einer großen permanenten Ausstellung und wechselnden temporären Ausstellungen erhält man spannende Einblicke in das Leben der Jüdischen Gemeinschaft von Girona, die hier vom 9. Jahrhundert bis zu ihrer Vertreibung im Jahr 1492 eine ganz eigene Kultur pflegte, welche die katalanische Kultur in vieler Hinsicht beeinflusst hat.

Call Jueu – das Jüdische Viertel © Oscar Vall. Arxiu Imatges PTCBG

Das Kloster Sant Pere de Galligants und die Kapelle Sant Nicolau

Sant Pere de Galligants ist eine alte Benediktinerdatei, die heute eine Dependance des Archäologischen Museums von Katalonien (MAC) beherbergt, in der Ausstellungsstücke von der Frühgeschichte der Region bis zur Besatzung durch die Römer gezeigt werden. Gemeinsam mit der nahegelegenen Kapelle Sant Nicolau, die derzeit als Ausstellungsraum dient, bildet das Kloster eines der schönsten Ensembles romanischer Architektur Kataloniens. Die Basilika des Klosters beeindruckt mit monumentaler Größe und den eindrucksvoll dekorierten Kapitellen des Mittelschiffs und einer prächtigen Rosette mit einem Durchmesser von 3,5 Metern.

Sant-Pere-de-Galligants. © Ajuntament-de-Girona.-Arxiu-Imatges-PTCBG

Sant Martí Sacosta

Mittelalterliche Architektur und die ihr ganz eigene Atmosphäre sind an vielen Orten Gironas bis heute erhalten. Ein weiteres schönes Beispiel hierfür ist sind das ehemalige Kloster und die Kirche Sant Marti Sacosta, die schon im Jahr 898 schriftliche Erwähnung fand. In seiner heutigen Form stammt das Kloster allerdings in weiten Teilen aus dem 17. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammen auch die Fassaden, die große, barocke Treppe auf dem Vorplatz und in Teilen auch der angrenzende Agullana Palast. Dessen Mauern umspannen in einem beeindruckenden Rundbogen die Treppen von Sant Domènec und Sant Martí. Nicht ohne Grund zählt diese architektonische Besonderheit zu den am meisten fotografierten Motiven der Stadt.

Die Treppe von Sant Marti © JD Andrews. Arxiu Imatges PTCBG

La Rambla de la Llibertat

La Rambla de la Llibertat ist eine der schönsten und beliebtesten Straßen Gironas, die parallel zum Rio Onyar von der Pont de Pedra (Steinbrücke) in die Altstadt führt. Im 13. Jahrhundert erbaut, diente sie lange als zentraler Marktplatz und Ort der Zusammenkuft. Bis heute ist die Rambla für Besucher und Einheimische ein Mittelpunkt des städtischen Lebens. In ihren Bogengängen und Arkaden liegen viele schöne Cafés und Geschäfte, weshalb man für einen Bummel über die Rambla Zeit und Muße mitbringen sollte. Ganz nebenbei kann man hier nämlich auch bemerkenswerte Gebäude bewundern, wie zum Beispiel die Casa Norat mit der beeindruckenden modernistischen Fassade.

Rambla de la Llibertat, Foto: Manel Zaera auf Flickr, Lizenz: CC BY-SA 2.0

La Plaça de la Independencia

Ein Kaffee auf der Plaça de la Independencia mit Arkaden und Bogengängen im neoklassizistischen Stil ist Pflichtprogramm für jeden Besucher Gironas. Hier, auf dem Gelände des ehemaligen Konvents von Sant Agustí, liegen auf engem Raum viele schöne und elegante Bars und Restaurants beieinander, die zum Kaffee ebenso einladen, wie zum Tapeo oder einem genussvollen Abendessen in typisch gironesischer Atmosphäre. Der architektonische Entwurf des Platzes stammt übrigens von Marti Sureda, das Denkmal in der Mitte mit dem Namen Girona, 1809, ist den Verteidigern der Stadt gewidmet und ein Werk des Bildhauers Antoni Parera.

Plaça de la Independència. Foto: Marc Garrido Clotet auf Flickr, Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0 

Die bunten Häuser am Riu Onyar

Last but not least wollen wir natürlich auch noch Gironas berühmtes Postkartenmotiv erwähnen, die bunten Häuser am Fluss Onyar, der die Stadt durchquert. Der Blick auf diese in fröhlichen Farben gestrichene Häuser vor dem Hintergrund der Katehdrale und der Basilika von Sant Feliu zählen zu den schönsten und berühmtesten Aussichten in Girona, die sich kein Besucher der Stadt entgehen lassen sollte.

Am Ufer des Riu Onyar, Foto: Jared Rubinsky auf Flickr, Lizenz CC BY-NC-ND 2.0

Eva Hakes: