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Chronik einer Entdeckungstour der (nördlichen) Costa Brava

Sie haben einige freie Tage zur Verfügung und brauchen unbedingt eine Pause von Ihren alltäglichen Pflichten. Das Versprechen von blauem Himmel und die Aussicht auf lange Spaziergänge am Mittelmeer machen es Ihnen leicht, eine Entscheidung zu treffen: Ja, der nächste Halt wird Katalonien! Dabei sind die guten Flugverbindungen und die Möglichkeit, sich wortwörtlich inmitten der Natur mit allen Gemütlichkeiten aufhalten zu können – womit wir uns bald in einem weiteren Artikel ausführlicher beschäftigen werden – noch mehr gute Gründe für Ihre Entscheidung.

Was man alles binnen einer Woche in Katalonien unternehmen kann, lässt sich in wenigen Absätzen nur schwer zusammenfassen. Daher nehmen wir als Orientierung das Programm, in dessen Genuss eine Gruppe Bloggerinnen aus Deutschland und Österreich neulich in den nördlich gelegenen Landkreisen Alt Empordà und Garrotxa kamen. Sowohl atemberaubenden Ausblicke als auch schmackhaften Verkostungen katalanischer Leckereien waren im Programm enthalten, was unsere Leser hoffentlich ebenso reizvoll finden werden wie die Teilnehmerinnen!

 

Katalonien von oben erkunden

 

Der Naturpark Vulkane der Garrotxa ist eins der Juwelen, das die Besucher im Norden Kataloniens erwartet. An Bord eines Heißluftballons lässt sich ein atemberaubendes Hügelmeer von erloschenen Kratern bewundern – darunter der Santa Margarida und die Kapelle aus dem 19. Jahrhundert, die darauf steht (das Originalgebäude wurde im Mittelalter durch ein Erdbeben zerstört). Neben dem wunderschönen grünen Teppich, der sich zu Füßen der Reisenden erstreckt, stechen die Dächer wunderschöner Dörfer hervor, die ein paar Kilometer unter der Kabine liegen – wie etwa Besalú und die romanische Brücke, die sein Aussehen prägt. Sogar Anziehungspunkte wie das Cap de Creus und der kilometerlange Strand, der bis zu L’Escala reicht, oder der einst riesige Banyoles-See, sieht man vom Ballon aus.

Seit 25 Jahren bietet das Unternehmen Vol de Coloms die Möglichkeit, den circa 1,5-stündigen,  leisen Flug zu unternehmen. Am Randgebiet des mittelalterlichen Dorfes Santa Pau beginnt das Abenteuer gegen 7 Uhr früh mit den Vorbereitungen des Heißluftballons, das nach dem Flug mit einem üppigen traditionellen katalanischen Frühstück endet. Verschiedene Arten von Wurst und pa amb tomàquet (Brot mit Tomaten) gehören natürlich dazu, sowie Produkte der lokalen Genossenschaft La Fageda, welche in ganz Katalonien geschätzte Joghurts oder Marmeladen mithilfe von Menschen mit Behinderungen produzieren. Denn bei La Fageda handelt es sich um eine etablierte Firma mit sozialem Bewusstsein.

 

 

Die Fahrt an Bord des Ballons erlaubt es, Katalonien anders zu erkunden, als üblich © Cablepress

Anderthalb Autostunden braucht man, um wieder nach oben geführt zu werden – doch diesmal geht es ausschließlich um die Aussicht. Nach einer Initiative der Gebrüder Guerra, Esteve und Pere und des Astrofotografs Juan Carlos Casado wurde das größte Teleskop der Region Girona unweit des von Esteve betriebenen Campingplatzes Bassegoda Park in Albanyà errichtet. Auf einer Tribüne, auf der bis zu 48 Zuschauer Platz finden, wird die die einmalige Gelegenheit angeboten, jeden Abend Mond und Sterne von einer unvergleichbaren Landschaft aus zu beobachten: Schließlich liegt die kleine Gemeinde ja mit seinen 150 Einwohnern inmitten eines etwa 100 Quadratkilometer großen Waldgebiets – das Observatorium steht auf einer strategisch gelegenen Waldlichtung westlich des Dorfes. Lichtverschmutzung kennt man hier nicht!

 

Das Observatorium des Bassegoda Parks steht auf einer Wiese in den westlichen Pyrenäen. © Juan Carlos Casado

Wälder gehören zur katalanischen Landschaft genauso wie ihre kilometerlange Küstenlinie, wohin der nächste Halt führt. Konkret ist der Naturpark Aiguamolls de l’Empordà das Ziel, der neben dem Ebrodelta im Süden eins der beiden wichtigsten Feuchtgebiete Kataloniens darstellt. Der Schwerpunkt in Aiguamolls – was buchstäblich so viel bedeutet wie wassernass – liegt auf der Beobachtung von Vögeln. Kein Wunder, denn das fast 5.000 Hektar Gebiet steht inmitten der „Luftautobahn“ zwischen dem Norden und dem Süden Europas, die Tausende von Vögel während der Migrationen nutzen – so dient der Naturpark so zusagen als Rastplatz.

Dank des aktiven Kampfes des Schutzvereins „Grup de defensa dels Aiguamolls empordanesos“, der Ende der 1970er Jahre vom Ornithologen Jordi Sargatal gegründet wurde, blieb das Gebiet vom Bauboom in der Nachdiktaturzeit verschont. Sargatal selbst leitete den Park zwischen 1984 und 1998 und beteiligt sich immer noch aktiv an dessen Erhaltung.

Die „aiguamolls“ werden unter anderem vom 100 km langen Fluss Fluvià ernährt, der von unserem Heißluftballon aus in seinem Mittellauf genau observiert wurde. Die letzten 4 km vor seiner Mündung am Golf von Roses dienen sowohl einem sportlichen als auch biologischen Zweck: Bei einer Fahrt im Kajak wird die riesige Vielfalt der Flora und Fauna seiner Ufer an Seite eines erfahrenen Führers unter die Lupe genommen und den Naturliebhabern in allen Einzelheiten erklärt. Ein solches Erlebnis bietet Kayaking Costa Brava durch einen abwechslungsreichen Ausflug, der im Jachtklub Sant Pere Pescadors beginnt und circa 2 Stunden dauert.

Radeln in einer angrenzenden Region

Sporttreiben macht bekanntlich hungrig – sogar wenn es sich um eine unkomplizierte und für jeden geeignete Übung handelt – und die Kellerei La Vinyeta bietet erstklassige Produkte und eine landschaftlich reizvolle Kulisse für Genussmenschen. Olivenöl, Eier bester Qualität und selbstverständlich Weine, wie etwa die Starmarke Heus, die aus traditionellen Rebsorten aus der Region und gleichnamigen Herkunftsbezeichnung Empordà hergestellt wird, werden liebevoll produziert und auf dem Tisch serviert. So wird Mollet de Perelada fast zur Pflicht für Weinliebhaber – aber nicht nur aus diesem Grund.

Die Elektrofahrräder sind bereit: Auf die Plätze, fertig, los! © Katalonien Tourismus

Im Sattel eines bequemen Elektrobikes der Firma CicloTurisme.com unternimmt man eine einstündige Rundfahrt. Die Radler verlassen die Kellerei und werden durch den Naturpark Albera geführt, auf einer Strecke, die unter anderem an der Genossenschaftskellerei von Espolla vorbeifährt. Schließlich stellt die Weinproduktion eine traditionelle Aktivität im Empordà dar – eigentlich seit den Zeiten, als die Griechen ihre Kenntnisse über die Weinherstellung in der benachbarten Region Empúries in die Iberische Halbinsel einführten!

Es ist wohl unnötig zu erwähnen, dass das Bewundern der umgebenden Landschaft den Ausflug nur schöner macht.

Das Programm enthält zum Schluss ein Angebot für diejenigen, die während ihres Urlaubs eine Prise Stadtluft brauchen. In diesem Sinne ist der Hauptort Figueres die perfekte Wahl, denn er liegt nur wenige Kilometer entfernt und bietet alles, was Stadtmenschen brauchen. Nur 300 Meter trennen die Einkaufspromenade La Rambla vom unbestreitbaren Highlight Figueres: das Museu Dalí, welches nirgendwo sonst liegen könnte als in der Geburtsstadt des universellen Meisters des Surrealismus.

 

Die Strecke auf einen Blick

Auf der Karte sind die sechs Orte markiert, an denen die vorgeschlagenen Aktivitäten stattfinden: Santa Pau (blau), Albanyà (rot), Aiguamolls de l’Empordà (grün), Sant Pere Pescador (grau), Mollet de Perelada (gelb) und Figueres (orange).

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