Frühlingsgefühle – Die 5 schönsten Frühlingstouren zwischen Ebrodelta und Pyrenäen

Katalonien ist ein Rad-Wanderland für jede Jahreszeit, aber im Frühling haben die Landschaften zwischen den Pyrenäengipfeln des Nationalparks Aigüestortes und den wilden Felsformationen der Costa Brava einen ganz besonderen Reiz. Auch jenseits dieser berühmtesten katalanischen Naturschönheiten gibt es für Wanderer und Radfahrer in den Frühlingsmonaten viel zu entdecken: Zum Beispiel auf einer Wanderung durch das Ebrodelta, wo sich nun, zur Brutzeit, eine Vielzahl seltener Vögel einfindet, oder auch auf einer Route durch die einsamen Weinlandschaften des Priorat. Und dann ist da natürlich noch Barcelona und sein Hinterland, das sich in den letzten Jahren unter anderem mit dem Fernwanderweg Els Tres Monts als spannende Wanderregion etabliert hat. Wir möchten Sie allerdings in der Provinz Barcelona nicht zum Wandern, sondern zum Lustwandeln einladen. Warum? Sehen Sie selbst! Der Frühling in Katalonien ist voll von angenehmen Überraschungen…

Weg ins Licht: Camí Antic de Cadaqués al Cap de Creus


Im 20. Jahrhundert schlug der kleine Ort Cadaqués die ganz Großen in seinen Bann: Salvador Dalí suchte und fand hier immer wieder Inspiration und auch der Ausnahmekünstler Pablo Picasso liebte das kleine Fischerdorf, das ursprünglich einmal nur vom Meer aus zu erreichen war. Cadaqués bezaubert mit Landschaften von surrealer Schönheit und einem Licht, das den größten Künstlern des 20. Jahrhunderts Inspiration und Herausforderung zugleich war. Auf dem Camí Antic, dem alten Weg von Cadaqués zum Cap de Creus, können Wanderer die Schönheiten dieser Landschaft auf einer traditionsreichen Route für sich entdecken und dabei auch noch nach Herzenslust Strand und Meer genießen.

14,8 Kilometer beeindruckender Küstenlandschaft umfasst die Route von Cadaqués zum Cap de Creus, die mit ihrem Auf und Ab einige Anforderungen an die Kondition der Wanderer stellt. Doch die Mühe lohnt sich: Wer die Magie der Landschaft zwischen Cadaqués und dem Leuchtturm des Cap de Creus erfahren möchte, kann sich keinen schöneren Weg aussuchen. Die Bucht von Cadaqués, die Landschaften Portlligats, die Schönheit des Strandes Platja de Guillola und der reizvolle Weg zwischen alten Weinterrassen mit seinen Aussichten auf das Cap de Creus und seinem Leuchtturm werden Freunde mediterraner Landschaften begeistern.

Ausgangspunkt der Route ist Cadaqués. Der erste Abschnitt des Weges verläuft über Straßen und asphaltierte Wege bis nach Portlligat. Von dort geht es auf einem Pfad, der mehrmals die Straße kreuzt, zum Strand Platja de Sant Lluís. Weiter an der Küste entlang geht es zum Strand Platja de Guillola. Von hier aus führt eine Piste zu jenem Pfad, der bekannt ist als Camí Antic al Cap de Creus. Er führt von hier aus in etwa 45 Minuten bis zum  Leuchtturm des Cap de Creus und weiter bis zur östlichsten Spitze des Caps. Der Rückweg ist der gleiche wie der Hinweg, wer die Tour etwas abkürzen und einfacher gestalten möchte, kann aber auch ganz oder teilweise entlang der Straße zurücklaufen.

Ort: Cadaqués, Cap de Creus, Alt Empordà, Girona
Länge: 14,8km
Laufzeit : 4 Stunden
Schwierigkeit: Aufgrund der Länge der Tour und weil es permanent auf und ab geht, stellt die Wanderung beträchtliche Anforderungen an die Kondition, sie weist jedoch keinerlei technische Schwierigkeiten auf.

Cap de Creus © Oriol Alamany

Unter Vögeln: Entdeckungstouren im Ebrodelta

Wir bitten um Entschuldigung! Es wäre unsere Aufgabe gewesen, unter den vielen Routen durch das Ebrodelta die schönste für Sie auszusuchen. Aber liegt Schönheit nicht im Auge des Betrachters? Wir haben uns deshalb entschlossen, Ihnen das Ebrodelta als perfektes Ausflugsgebiet für Rad-Wanderer, Vogelbeobachter und Slow-Traveller vorzustellen. Am besten bleiben Sie einfach etwas länger hier, dann können Sie eine Tour nach der anderen erkunden, und die Qual der Wahl bleibt auch Ihnen erspart.

Gemeinsam mit der französischen Camargue und dem Nationalpark Doñana zählt das Ebrodelta zu den wichtigsten Feuchtgebieten des  westlichen Mittelmeerraums. Von den 600 in Europa heimischen Vogelarten sind 325 auf den 7.802 Hektar des Naturparks Ebrodelta zu finden. Jedes Jahr nutzen etwa 300.000 Zugvögel den Park als Winterquartier und 27.000 Vogelpaare verbringen hier die Frühlings- und Sommermonate mit Brut und Aufzucht ihrer Jungen. Für Vogelbeobachter ist das Ebrodelta ein Paradies, aber auch genussradelnde Urlauber, die bislang noch keine innige Beziehung zu den gefiederten Bewohnern des Deltas haben, werden einen Aufenthalt hier genießen. Der Naturpark ist nicht nur eben, sondern auch von einem gut ausgebauten Radwegenetz durchzogen, das die Besucher bei entspanntem Radeln zu den interessantesten Punkten des Deltas führt. Ein paar Beispiele gefällig?

Besuchen Sie das Ökomuseum im Dorf Deltebre und machen Sie sich von dort auf den Weg entlang des alten Kanals (Canal Vell) zum Strand Platja del Garxal und entlang des Ebro. Oder machen Sie direkt einen Ausflug in das Garxal-Gebiet, einem Komplex aus kleinen Inseln und Lagunen, wo Sie zahlreiche Wasservogelarten aus nächster Nähe beobachen können. Diese Route ist mit Informationstafeln ausgeschildert und kann sowohl zu Fuß als auch mit dem Fahrrad unternommen werden. Eines der Highlights ist sicherlich die Beobachtungsplattform mit wunderbarem Panoramablick über die Lagunen. Vielleicht steht Ihnen aber auch der Sinn danach, eine einzige Lagune näher zu erkunden? Um die Bassa de les Olles, die kleinste Lagune des Ebrodeltas, führt ein Rundweg von der Platja de l’Arenal de l’Ampolla bis zur Gola de la Bassa und der Platja del Goleró. Und auch hier kann man an drei zu diesem Zweck installierten Beobachtungspunkten bestens Vögel beobachten. Aber damit sind Ihre Rad-Wandermöglichkeiten im Ebrodelta natürlich noch längst nicht erschöpft. Weitere Infos finden Sie hier

Ebrodelta © Miguel Raurich

Zwischen zwei Welten: Durch die Weinlandschaften des Priorat


Die Wanderung von Capçanes nach Marça führt durch die kontrastreichen Landschaften des Priorat und damit durch eine der prestigeträchtigsten Weinregionen Kataloniens. Der Priorat ist jedoch nicht nur eine Weinregion, sondern auch eine Wanderregion par excellence, die sich ihre Stille und Ursprünglichkeit bewahrt hat.

Die etwa dreistündige Wanderung von Capçanes nach Marça mit Rückweg über Pedrenyeres und Marmellans zählt zu den abwechslungsreichsten und angenehmsten Wegen durch diese Ausnahmelandschaft. Gleichzeitig legt sie ein spannendes Zeugnis von der bewegten Geschichte dieser Region ab, die im 19. Jahrhundert einen furchtbaren Niedergang vom blühenden Weinland zum gebirgigen Ödland erlebte. Vor der Reblausplage des 19. Jahrhunderts, so versichern es alte Aufzeichnungen, war der Priorat ein Meer von Weinstöcken, dessen grüne Wellen den Himmel berührten. Viele der damals bewirtschafteten Weinterrassen hat die Wildnis inzwischen für sich zurückgewonnen, und der besondere Reiz dieses Weges liegt im Kontrast zwischen den Spuren der Geschichte und den neu angelegten Weinfeldern, die inzwischen Weltruhm erlangt haben.

Zwischen Capçanes und Marça verläuft die Route im Einzugsbereich eines Gebirgsbaches über einsame, felsige Hänge, die heute vollkommen wild erscheinen. Und doch sieht man hier und dort unter den Pinien die Reste alter Trockensteinmauern, die an die Zeit erinnern, als sich hier bewirtschaftetes Weinland befand. Der Rückweg verläuft über Perdrenyeres und damit durch eine Landschaft, die in starkem Kontrast zu den Landschaften des Hinweges steht: Lieblich und Tag für Tag sorgfältig gepflegt, präsentieren sich hier die Weinfelder des Priorat, deren Erzeugnisse bekanntlich alle Aufmerksamkeit Wert sind. Wir empfehlen deshalb wärmstens, nicht nur den Wander- und Weinlandschaften des Priorat, sondern auch den Weingütern, Winzern und Weinen dieser Region Zeit und Aufmerksamkeit zu widmen.

Weglänge: 11km
Laufzeit: 3 Stunden
Schwierigkeitsgrad: mittel
Ort: Capçanes, Priorat

Achtung: Der Weg verläuft entlang eines Gebirgsbaches, deshalb ist in Zeiten starken Regens hier Vorsicht geboten.

Priorat © Maria Rosa Ferré

Barcelonas Traum: Lustwandeln in Sant Miquel del Fai


Die Provinz Barcelona hat es in sich. Wer City-Trips liebt, kann von Kataloniens Metropole einfach nicht lassen. In den letzten Jahren verfallen jedoch auch immer mehr Wanderer, Weinliebhaber und Naturgenießer den Reizen des Hinterlandes. Warum? Weil es hier Orte wie Sant Miquel del Fai gibt. Berühmt ist diese Perle der Provinz schon seit Jahrzehnten. Schließlich finden Natur und Architektur nur selten zu solch traumhaften Symbiosen. Die Wassermassen der Flüsse Rossinyol und Tenes sowie Regen und Schmelzwasser haben hier eine einzigartige Landschaft geformt: Höhlen voll von Stalaktiten und Stalagmiten, faszinierenden Felsformationen, Teiche und Wasserfälle ziehen zu jeder Jahreszeit Besucher in ihren Bann, jedoch ganz besonders im Frühling. Doch es gibt noch mehr Anlass zu staunen, denn der Ort beherbergt auch die einzige romanische Kapelle Kataloniens, die in eine Höhle hineingebaut wurde.

Im Tal von Tenes liegt die namensgebende Abtei Sant Miquel del Fai zwischen Felsen und beeindruckenden Wasserfontänen. Ein Rundgang durch Sant Miquel del Fai beginnt hier, an der einzigartigen Plaza de la Abadía, die den Blick auf die vielen kleinen Seen freigibt, welche sich zur Zeit der Schneeschmelze bilden. Ebenfalls sehenswert ist die Casa del Prior aus dem 15. Jahrhundert im gotischen Stil. Das Gebäude fungiert heute als Ausstellungsraum und Restaurant, seine Terrasse eröffnet einen weiten Blick über das gesamte Tal.

Die berühmte romanische Kapelle aus dem 10. Jahrhundert erreicht man über einen Stein-Korridor, der einmal zum Kreuzgang gehörte. Eingebettet in die Höhle und in unmittelbarer Nähe einer Wasserfontäne gelegen, strahlt der Ort ein geradezu mythische Atmosphäre aus. Es verwundert nicht, dass lange bevor die Kapelle errichtet wurde, hier bereits eine heidnische Kultstätte lag. Der Rundgang führt weiter in die Höhle von Sant Miquel mit ihren Stalagtiten und Stalagmiten und weiter zu einem kleinen, zwischen Felsen versteckten See. Weiter führt der Weg unterhalb einer spektakulären Wasserfontäne zur Kapelle von Sant Martí. Die Mutigen können schließlich mit einem Helm ausgerüstet auch noch die geheimnisvolle Höhle Les Tosques besuchen.

Ort: Sant Miquel del Fai, Vallès Oriental, Barcelona
Weitere Infos

Sant Miquel del Fai © Daniel Julian Rafols

Der Klassiker: Planell de Aigüestortes I Estany de la Llebreta



Diese Rundwanderung ist eine der schönsten und beliebtesten Touren durch den Nationalpark Aiguestortes i Estany de Sant Maurici. Das Wasser ist hier ein ständiger Begleiter, sei es in Form stiller Bergseen oder wilder Wasserfälle, deren Rauschen und Brausen man schon aus der Ferne hört. Die Hochebene Planell de Aigüestortes mit ihren sanft mäandernden Wasserläufen gilt als eine der malerischsten Gebirgslandschaften der Pyrenäen. Die Tour führt über das Hochgebirgstal Val de Boí in den Nationalpark und eröffnet somit die Möglichkeit, auch die mit Welterbestatus ausgezeichneten romanischen Kirchen des Val de Boí zu besichtigen.
Die Route beginnt am Parkplatz Palanca de la Molina und durchquert von dort aus das Tal Val de Sant Nicolau mit der Kapelle von Sant Nicolau als erster beeindruckender Wegmarke. Von dort aus führt der Weg zum Bergsee Estany de la Llebreta. Dann geht es weiter durch das Tal bis zum spektakulären Wasserfall Sant Esperit und dem idyllischen Planell de Aigüestortes mit seinen tiefgrünen Weiden und Wäldern. Um den Rückweg abwechslungsreich zu gestalten, wählt man zwischen dem Estany de la Llebreta und der Palanca de la borda de Pei den Weg Pleta de Pago auf der anderen Seite des Tals.
Wer die Tour abkürzen möchte, kann auf den Transport-Service des Nationalparks zurückgreifen, der zwischen Boí bzw. Palanca de la Molina und dem Informationshäuschen Aigüestortes verkehrt.

Ort: Provinz Lleida: Boí , Valle de Boí, Alta Ribagorza
Länge: 14,6km
Laufzeit: 4h und 10min
Schwierigkeit: Die Route weist keine technischen Schwierigkeiten auf, stellt jedoch aufgrund ihrer Länge und ihres Höhenprofils beachtliche Ansprüche an die Kondition.
Empfohlene Jahreszeit: Von Juni bis Oktober ist diese Route mit großer Sicherheit schneefrei. Wer früher los möchte, benötigt entsprechende Ausrüstung und Hochgebirgserfahrung.

 

 

 

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