Die 5 schönsten Frühlingsausflüge mit Kindern in Katalonien

Gibt es etwas Schöneres, als mit der ganzen Familie durch frühlingshafte Mittelmeerlandschaften zu wandern? Eigentlich nicht, es sei denn, Sie haben die falsche Route gewählt. Dann entscheidet der Nachwuchs unter Umständen, dass er sich langweilt, noch bevor seine Füße tatsächlich auf dem Boden des Wanderwegs aufgesetzt haben.

„Mit einer Karotte vor der Nase kommt man leichter vorwärts“, ist eine alte Weisheit, die man nicht nur berücksichtigen sollte, wenn man mit Eseln wandert. „Motivation“ ist in vielen Lebenslagen der Schlüssel zu Glück und Erfolg und beim Wandern mit Kindern eine Grundvoraussetzung. Deshalb stellen wir an dieser Stelle fünf kurze Routen durch verschiedene katalanische Landschaften vor, die vor allem Kindern eine Menge Spaß machen werden: Wasserfälle, Felsen, Landschaften voll alter Legenden, Themenwege, auf denen man die Tiere des Ortes näher kennenlernt sowie Schlösser und alte Gemäuer sind die Zielpunkte dieser Touren und Ausflüge, die auch kleinen Wanderern Beine machen. Und da man auf Wanderungen ja nicht nur das Ziel, sondern auch den Weg genießen soll, gibt es auch unterwegs einiges zu entdecken: Seien es die Vögel des Waldes, die Kühe und Schafe auf der Weide oder die abwechslungsreichen Wege durch Pyrenäenlandschaften, die selbst den unwilligsten Wanderer in Aufregung versetzen. Langeweile wird auf diesen Touren so schnell nicht aufkommen. Und die Eltern? Die wandern eben etwas kürzer und genießen dafür die Landschaft umso mehr. Also auf ins quengelfreie Wanderglück!

Escalarre – Katalonien © Oriol Clavera

Wasserspiele: Ausflug zur Foradada de Cantonigròs

Eigentlich gehört dieser Ort den Wasserfeen und es ist klar, dass die Menschen das merken. Verliebte fühlen sich hier besonders wohl, Kinder sowieso, Träumer haben den Eindruck, endlich nach Hause zu kommen und die Melancholiker seufzen beim Anblick dieses magischen Ortes: Wieso ist das Leben eigentlich nicht immer so zauberhaft wie hier?

Die Roca Foradada ist ein von Felsen umgebenes Wasserbecken, das von einer Fontäne gespeist wird. Im Frühling stürzt sich das Wasser mit besonders lautem Rauschen die Felswand hinab, und das Wasserbecken ist ganz unwiderstehlich anziehend. Sei es, um Steinchen springen zu lassen, die Füße ins Wasser zu stecken, oder einfach nur auf das Rauschen des Wassers zu lauschen und sich zu fragen, wer wohl dieses merkwürdige Loch in der Felswand hinterlassen hat, das gewisse Ähnlichkeiten mit einem überdimensionalen Schlüsselloch aufweist.
Der Weg zu diesem wunderbaren Ort startet im Dorf Cantonigròs in der Provinz Barcelona. Er ist leicht zu begehen und mit 2,2 Kilometern Länge auch für ganz kleine Abenteurer zu bewältigen. (Ausnahme: Der letzte Abschnitt ist etwas abschüssig, so dass man aufpassen muss, dass man nicht ausrutscht!) Ausgangspunkt dieser Miniwanderung ist der Fußballplatz des Dorfes. Von hier aus führt ein zunächst breiter Weg sanft bergab (zum Teil Markierung GR, zum Teil Markierung „Roca Foradada“), später wird der Pfad schmal und steinig. Der Weg führt nun zunächst zu Cascada del Socavón und weist an schwierigen glitschigen Stellen Geländer und Haltegriffe auf. Am Ende des Weges öffnet sich versteckt zwischen dichter Vegetation das Ziel des Ausflugs: La Roca Foradada.

Start und Endpunkt: Cantonigròs, Osona, Barcelona

 

Infos unter:

Barcelonaesmoltmes

Ein Spaziergang durch das Tal Vall de la Llosa zur Wasserfontäne am Molí del Salt

 

Der Ausflug zur Cascada del Molí del Salt hat für alle etwas zu bieten: Die Großen freuen sich über Aussichten auf majestätische Gipfel wie Tossa Plana de Lles oder Carbassa auf dem Hinweg und die Felswände der Serra del Cadí auf dem Rückweg. Für die kleineren Wanderer sind vermutlich die vierbeinigen Gebirgsbewohner interessanter als die landschaftlichen Schönheiten: Entlang des Weges grasen Kühe und Pferde auf den Weiden, die sich hier oft aus nächster Nähe beobachten lassen. Hauptattraktion des Weges ist die Wasserfontäne Molí del Salt, die übrigens zur Zeit der Schneeschmelze zwischen April und Juni besonders spektakulär ist.

Dieser 3,6 Kilometer lange Spaziergang durch das schöne und langgezogene Vall de Llosa ist ein perfekter Ausflug für die gesamte Familie. Der leicht zu begehende Weg folgt zunächst dem Verlauf des GR 11.10 auf einer Piste in gutem Zustand. Später nehmen wir einen schmaleren Pfad, der im Zickzack bis zum Grund des Vall de Llosa und direkt zur Wasserfontäne Molí del Salt führt. Dies ist der perfekte Platz, um zu picknicken oder einfach nach Herzenslust zu spielen. Der Rückweg verläuft auf dem gleichen Pfad wie der Hinweg, da es nun allerdings leicht bergauf geht, sollte man etwas mehr Zeit einplanen.

Start- und Zielpunkt der Wanderung ist die Kirche von Viliella, Cerdanya, Lleida

Die Gesamtlaufzeit beträgt bei einer Länge von 3,6 Kilometern und einem Höhenunterschied von 82 Metern etwa 1,5 Stunden. Insgesamt ist der Weg leicht und sicher zu begehen, Vorsicht ist jedoch an der Holzbrücke geboten, die sich einige Meter stromabwärts von der Fontäne befindet: Einige der Holzplanken sind lose und die Brücke befindet sich insgesamt in schlechtem Zustand. Erfreulicherweise besteht aber auch keine Notwendigkeit, diese Brücke zu überqueren.

Riu del Molí © Kim Castells

 

Durch den Naturpark Cadí-Moixeró: Komische Vögel und große Aussichten

Der Fichtenkreuzschnabel ist ein eigenartiger Geselle. Der kleine Vogel mit dem kräftigen runden Kopf trägt seine Schnabelenden über Kreuz und auch ansonsten hat er einige interessante Angewohnheiten. Über diese kann man auf dem 2,5 Kilometer langen Rundweg Ruta del Trencapinyes eine Menge in Erfahrung bringen. Trencapinyes ist der katalanische Name für Fichtenkreuzschnabel und man hat dem kleinen Vogel im Naturpark Cadí Moixeró einen ganzen Themenpfad gewidmet. Schließlich ist er ein ganz typischer Bewohner des Pinienwaldes dieser Zone des Naturparks, der uns viel über die ganz speziellen Lebensbedingungen seines Habitats verraten kann.

So oder so lohnt es sich, hier Augen und Ohren offen zu halten: Wer hört wohl als erster einen Fichtenkreuzschnabel rufen? Und wer erhascht einen ersten Blick auf den flinken Flieger? Doch selbst wenn dieser einmal nicht bereit sein sollte, sich den interessierten Gästen zu zeigen, auf dieser Route gibt es immer Spannendes und Schönes zu sehen. Hauptattraktion ist in dieser Hinsicht natürlich der Aussichtspunkt Mirador Els Orris mit seinen spektakulären Weitblicken auf die katalanischen Vorpyrenäen.

Der Rundweg ist in beide Richtungen begehbar und er bietet Gelegenheit, auf einer (oder mehreren) der Wiesen und Weiden anzuhalten, zu spielen und zu picknicken. Übrigens: Der Aussichtspunkt Miradors Els Orris ist über einen Steg auch für mobilitätseingeschränkte Personen und Kinderwagenfahrer von der Picknickzone aus zu erreichen.
Start- und Endpunkt der Route ist der Parkplatz Ruta del Trencapinyes im Naturpark Cadí-Moixero. Die nächstgelegene Ortschaft ist Bagà, Alt Llobregat, Berguedà, Barcelona.

Der Weg ist ohne Schwierigkeiten zu begehen und der Gesamthöhenunterschied beträgt 130 Meter, was die Ruta del Trencapinyes zum idealen Familienausflug macht.

Trencapinyes © Mar Fernández Nualart

Legendenreich: Auf den Wegen des Heiligen Blasius durch die Muntanyes de Tivissa

Der Brunnen, die Kapelle und das Kreuz des Heiligen Blasius sind die Zielpunkte dieser 3,2 Kilometer langen Tour. Sie folgt durchgängig dem gut markierten Fernwanderweg GR 7, womit die Orientierung zum Kinderspiel wird. Auch ansonsten ist diese Tour absolut familientauglich: Die Gesamthöhendifferenz für den Weg beträgt 280 Meter, die Landschaft ist abwechslungsreich und über den Heiligen Blasius, auf dessen Spuren wir hier wandern, gibt es einige Geschichten zu erzählen.

Der Heilige Blasius zählt zu den vierzehn Nothelfern der Christen, und als solcher gilt er als Spezialist für Halskrankheiten. Der Legende nach soll er nämlich einem Kind, das an einer Fischgräte zu ersticken drohte, das Leben gerettet haben. Abgesehen davon steht der Heilige auch im Ruf, tierlieb und naturverbunden gewesen zu sein. Während einer Christenverfolgung hielt er sich für lange Zeit im Gebirge versteckt und man berichtet, dass er mit den Tieren des Waldes lebte, sie aus Fallen befreite und sich um sie kümmerte, wenn sie verletzt waren.
Doch nicht nur der Heilige, auch der Weg selbst hat einiges an Geschichte zu bieten. Der GR7 war der allererste Fernwanderweg der Iberischen Halbinsel und seine erste rotweiße Markierung wurde in unmittelbarer Nähe der Kapelle von Sant Blas angebracht.

Start- und Endpunkt der Route ist das Dorf Tivissa. Hinter dem Sportplatz und dem Haus der Feuerwehr führt ein Asphaltweg steil bergauf. An dessen Ende finden wir einen Wegweiser und die erste rotweiße Markierung des GR7. Der gut markierte Weg führt in eine Gebirgslandschaft voller aromatischer Kräuter wie Thymian, Rosmarin und Lavendel. Der alte Pfad führt tief hinein in eine idyllische Gebirgslandschaft, die vom tiefen Grün der Vegetation und beeindruckenden Felsformationen geprägt ist. Er geht schließlich in eine breitere Piste über, die zu einer schönen Picknickzone im Schatten der Felsen führt. Etwas oberhalb des Picknickplatzes befindet sich die Quelle von San Blas, deren frisches Wasser man trinken kann. Der Weg folgt weiterhin der Markierung des GR 7 und führt über einen kurzen Pfad bergauf zur Kapelle von St. Blas, die im 19. Jahrhundert erbaut wurde. Mit seinen Tischen und Bänken lädt auch dieser Orte zum Rasten und Picknicken ein. Und da wir nun wissen, welch historische Bedeutung die hiesige Markierung des GR7 hat, werfen wir auch einen ehrfurchtsvollen Blick auf die Tafel, die an die Erstmarkierung des Weges im Jahr 1975 erinnert. Weiter geht es über einige Treppen bergauf und weiter über einen Pfad, der zum Kreuz von Sant Blas führt. Von hier aus eröffent sich ein spektakulärer Blick über Tivissa und seine Umgebung. Der Rückweg führt über den gleichen Weg zurück.
Start- und Endpunkt: Tivissa, Ribera d’Ebre
Länge: 3,2 Kilometer
Laufzeit: 1,45h

Burgbesteigung: Wanderung zum Castell de Llordà

Dieser einfache und komplett markierte Rundweg führt vom Dörfchen Llordà hinauf zur Burg Castell de Llordà. Diese liegt auf einem Hügel nördlich des Dorfes und bietet großartige Weitblicke über die gesamte Conca Dellà. Das Castell de Llordà aus dem 11. Jahrhundert gilt als eines der schönsten und besterhaltenen Beispiele für die Architektur von Schlössern und Burgen jener Epoche und ist unbedingt einen Besuch wert.

Die Route führt parallel zum Barranc de Rater zunächst durch den Wald über den Alten Weg von Siall aufwärts und erreicht schließlich die Höhe des Collado de la Basseta. Von dort aus geht es auf ebener Strecke weiter bis zum Schloss. Der Rückweg über die Piste abwärts ist leicht und bequem und führt auf direktem Weg zurück ins Dorf. Der Gesamthöhenunterschied auf dieser Tour beträgt 200 Meter.

Start- und Endpunkt: Llordà, Isona, Pallars Jussá, Lleida
Länge: 3,3km
Laufzeit: 1,15h

Castell de Llordà © Servicios Editoriales Georama

Gefällt's? Dann LikeTweetPlusPin!Tweet about this on TwitterPin on PinterestShare on Google+Share on FacebookShare on LinkedInEmail this to someone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.