Teil 1: Wandern, Radfahren und mehr

 

Fantasien in Fels und unsterbliche Legenden: Wandern im Montsant und den Muntanyes de Prades

Der Naturpark Montsant bildet gemeinsam mit den Muntanyes de Prades und dem Naturraum um Poblet ein Wanderrevier der Extraklasse für Familien. Seit jeher beflügeln die Kalksteinformationen dieser Berge die Fantasie der Menschen. Im Felsen gefangen sind „Die drei Geschworenen“ (els Tres Jurats), das Sesselchen (la Cadireta), der Bischof (el Bispe), der Totenkopf (el Cap de Mort) und viele andere unheimliche Gestalten, die nur darauf warten, erkannt und bei ihren Namen genannt zu werden. Unbedingt einen Besuch wert ist das Dorf Siurana in der Region Priorat, die nicht nur für ihre Wanderlandschaften, sondern auch für ihre D.O. Weinbaugebiete berühmt ist. Eingebettet in eine Landschaft von dramatischer Schönheit, krallen sich hier die Mauern einer einstigen maurischen Festung in schwindelerregender Höhe an ein Felsplateau.  Atemlos fällt von hier aus der Blick in die Tiefe auf den Fluss Siurana. Er folgt dem unvergesslichen Sturz jener Maurenprinzessin, die es vorzog, sich mit ihrem Pferd in wildem Galopp in den Abgrund zu stürzen, anstatt zum Christentum zu konvertieren.

Tipp: Wanderweg der „Erinnerungen an Prinzessinen und Krieger“Von Siurana aus führt der Wanderweg „Erinnerungen an Prinzessinen und Krieger“ (‚Records de Princeses i guerrers‘) über den Camí de la Trona zum Fluss hinab und von dort über den camí vell de Cornudella zurück ins Dorf. 

Länge: 5km, Dauer: ca. 3 Stunden, Schwierigkeitsgrad: mittel

Costa Daurada - Siurana (1)© Patronat de Turisme de la Diputació de Tarragona

Poble Vell de Corbera d’Ebre: Erinnerungen, die kein Mensch haben dürfte

Die Schlacht am Ebro, die am 25. Juli 1938 begann und erst am 16. November 1938 endete, ist als eine der blutigsten und zermürbendsten Schlachten des Spanischen Bürgerkrieges in die Geschichte eingegangen. Das Land war gespalten in Anhänger der Republik mit ihrer linksgerichteten Regierung und den nationalistischen Anhängern Francos, die für den von Hitler unterstützen Faschismus standen. 130.000 Menschen verloren in diesem letzten Aufbäumen der Republikaner gegen die faschistische Übermacht ihr Leben. Das Netz der Ursachen dieser Tragödie durchzieht die gesamteuropäische Politik jener Epoche; die Wirkungen sind als stumme, in Stein gemeißelte Mahnmale der Zerstörung im Gebiet der Terres de l’Ebre (Ebrolandschaften) bis heute sichtbar. Zu den Schauplätzen der Ebroschlacht führt eine Wanderroute, deren Ausgangspunkt Poble Vell de Cobrera d’Ebre ist. Das alte Dorf wurde im Verlauf der Ebroschlacht durch Luftangriffe vollständig zerstört, die Bewohner siedelten in den unteren Teil der Gemeinde um – und so leben sie bis heute. Das zerstörte und unbewohnbare Poble Vell (alte Dorf) ist seit 1992 ein Mahnmal gegen den Krieg. Hinweistafeln geben Informationen zum Spanischen Bürgerkrieg und Cobrera d’Ebre – das Schweigen der verwaisten Ruinen vermittelt, was Worte nicht sagen können.
In der Region gibt es 5 Interpretationszentren zur Ebroschlacht, von denen das bekannteste „115 díes en Cobrera d’Ebre“ am besten geeignet ist, um Kindern einen ersten Einblick in diesen Abschnitt der spanisch-katalaischen Geschichte zu gewähren. Nähere Infos über die Schlacht und die Informationszentren unter: www.batallaebre.org

Wandern und Radfahren auf Grünen Wegen: La Via Verda de la Terra Alta

„Erfolgreiche Handelsbeziehungen zu unterhalten fällt um Längen leichter, wenn man Zugang zum Meer hat“, dachte man sich Ende des 19. Jahrhunderts in Aragón. Doch die Region liegt bekanntlich im Landesinneren, was den Zugang zum Meer ein wenig komplizierter gestaltete. Also begann man, eine Eisenbahnlinie zu bauen.  Der Abschnitt von La Puebla de Híjar bei Teruel bis nach Tortosa wurde schon knapp 50 Jahr später, im Jahr 1942 eingeweiht. Allerdings stagnierten die Arbeiten am Streckenabschnitt von Tortosa bis zum Meer, was der Unternehmung sozusagen den Wind aus den Segeln nahm. Nach gut 30 Jahren wurde der Eisenbahnverkehr wieder eingestellt und die Region Aragón pflegt ihre Handelsbeziehungen nun auf anderen Wegen.
Dennoch war das „Projekt Eisenbahn“ letztlich ein voller Erfolg, stellt die inzwischen als „Grüner Weg“ hergerichtete Eisenbahntrasse doch eine touristische Infrastruktur dar wie man sie sich schöner nicht wünschen kann. Durch herrliche Naturlandschaften führt eine komfortable Rad-Wanderstrecke, die aufgrund der minimalen Steigung bestens für eine Tour mit der ganzen Familie geeignet ist. Insgesamt ist der Grüne Weg zwischen Arnes und Tortosa 49km lang. Seine spektakulärsten Abschnitte sind der Barranc de Censal und die Durchquerung des 749m langen Tunnels bei Prat del Comte, der durch die kühlen, dunklen Tiefen des Berges führt.
Info: http://www.terresdelebre.travel/deu/RutesIPropostes/ActivaT/LaViaVerda.php

Via Verda Terra Alta i el Canaletes © Patronat de Turisme de la Diputació de Tarragona - Terres de l'Ebre