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Sommer am Montsec

Sie sind kein Strandtyp und der ganze Trubel an der Küste geht Ihnen auf die Nerven? Sie stehen eher auf Sternegucken als auf Sangria, und Ihren Sommerurlaub verbringen Sie am liebsten in unberührten Gebirgslandschaften? Dann haben wir etwas für Sie.  Besuchen Sie doch einmal den Montsec in der Provinz Lleida und machen Sie Urlaub unter Sternschnuppen am heimlichen Grand Canyon Europas!

Kataloniens heimlicher Grand Canyon

Der Congost de Mont-Rebei ist eine der wildesten und zugleich unbekanntesten Schluchten Europas. Vom Fluss Noguera Ribagorçana tief in die Kalkstein-Massive des Montsec gegraben, trennt der Congost de Mont-Rebei Aragonien  von Katalonien.  Von seiner Bedeutung als Grenzmarke einmal abgesehen, ist dies zweifellos eine der beeindruckendsten Naturlandschaften der Iberischen Halbinsel – und ein ebenso wunderbares wie unvergessliches Erlebnis für jeden Wanderer, der seine Höhenangst halbwegs im Griff hat.
(Achtung: Wer ernsthaft unter Höhenangst leidet, sollte sich an diesem Weg NICHT versuchen!)

El Congost de Mont-Rebei © Alejandra Ribas

Schwindelerregend & Sicher

Ein bisschen mulmig kann es einem schon werden beim Blick auf diese 500m hohen, senkrecht abfallenden Felswände. Doch der Weg ist leicht zu begehen und seine Geländer bieten ein Gefühl von Halt und Sicherheit. So treten bei den meisten Wanderern alle Besorgnisse in den Hintergrund, während der in den Fels geschlagene Hohlweg und seine spektakulären Aussichten die Wahrnehmung ganz ausfüllen.

Wanderungen am Congost de Mont-Rebei

In der Umgebung des Congost de Mont-Rebei gibt es zahlreiche Wanderwege, die immer neue Aspekte der einzigartigen Gebirgslandschaften in der Provinz Lleida erschließen. Der Star unter ihnen führt über eine Hängebrücke zu jenem grandiosen Hohlweg inmitten des Canyons, der wie eine Art Balkon immer wieder neue beeindruckende Aussichten auf die einzigartige Schlucht an der Grenze zwischen Katalonien und Aragonien erschließt.

El Congost de Mont-Rebei © Mar Fernández Nualart

Eine wilde Landschaft

Die „gefühlte Wildheit“ dieser Landschaft verdankt sich unter anderem der Tatsache, dass das Gebiet völlig unberührt von Errungenschaften der menschlichen Zivilisation ist, die einem andernorts auf Schritt und Tritt begegnen: Kein Stromkabel zerschneidet den Himmel, keine Autobahn erinnert mit sanftem Brummen daran, dass  die Alltagswelt nur wenige Stunden weit entfernt ist. Entsprechend vielfältig ist die Tier- und Pflanzenwelt des Congost. Insbesondere Vogelfreunde und Ornithologen sollten unbedingt die Ferngläser einpacken, um die vielen unterschiedlichen Greifvögel , die hier heimisch sind, besser beobachten zu können.

El Congost de Mont-Rebei © Cablepress

Unvergesslich: Mirador de la Pertusa

Ein weiteres nahegelegenes Wanderziel, dessen Anblick sich für immer ins Gedächtnis brennen wird, ist der Mirador de la Pertusa.  Hier erhebt sich eine kleine romanische Kirche auf einem Felsenhügel über dem Stausee Pantà de Canelles und bietet eine großartige Aussicht auf den See, die Serra del Montsec und den Congost de Montrebei.
Die Kirche Ermita de la Pertusa gehörte ursprünglich zum Castell de Sant Llorenç, das lange Jahre als Wachtschloss im Grenzgebiet diente. Später wurde die Ermita de la Pertusa die Pfarrkirche des nahegelegenen Weilers Corça.

 

Kayaktouren am Pantano de Canelles

Wer die Landschaften des Congost de Montrebei kennenlernen möchte, ohne sich mit seiner Höhenangst auseinandersetzen zu müssen, dem seien die Kayak-Touren auf dem Stausee Pantà de Canelles empfohlen. Es besteht die Möglichkeit, geführte Touren zu buchen, man kann allerdings auch auf eigene Faust eine Kayaktour über den Stausee machen.

Auf wildern Wassern

Für die Freunde gewagterer Wassertouren ist der Fluss Noguera Pallaresa, der den westlichen Abschnitt des Montsec durchzieht, der perfekte Ort für ein Pyrenäenabenteuer der besonderen Art. Seine wilden Wasser eignen sich perfekt für Hidrospeed oder Raftingtouren. Dort wo der Fluss sich zu den Stauseen Pantà de Sant Llorenç öffnet, befindet sich ein Paradies für Wasserratten mit ruhigerer Gangart, die hier in aller Ruhe entlang der Ufer rudern können, deren Wildheit und Pflanzenreichtum man normalerweise nur an einem natürlichen See erwarten würde.

Vogelperspektive

Da der deutsche Urlauber ja dazu neigt, den Kontakt zu anderen deutschen Urlaubern nach Möglichkeit zu vermeiden, haben wir abschließend noch einen Aktivitätstipp, bei dem Sie mit Sicherheit ganz viel Platz für sich allein haben:  Der Gleitschirmfliegerclub von Ager (www.agerparapentclub.com) bietet die Möglichkeit, sich die Traumlandschaften des Montsec ungestört aus der Höhe anzuschauen.

Àger © Oriol Clavera

 

Ein Himmel für Sternengucker

Doch es gibt auch andere Möglichkeiten am Montsec, dem Himmel so nah zu sein wie nie zuvor.  Die unberührte Gebirgslandschaft kennt keine Lichtverschmutzung und ist deshalb der perfekte Urlaubsort für Sternengucker und Hobbyastronomen. Der Himmel über dem Montsec gehört zu den klarsten der Iberischen Halbinsel  und ist deshalb als Unesco-Starlight-Reservat ausgezeichnet. Vor allem Ende Juli und in der ersten Augusthälfte verschlägt ein Blick in den nächtlichen Himmel des Montsec dem Sternengucker den Atem. Dies ist die Zeit des jährlich wiederkehrenden Meteorstroms der Perseiden, der im Volksmund als „Laurentiustränen“ bekannt ist.

Zeit zu staunen

Wer die Gewohnheit hat, jedes Mal, wenn er eine Sternschnuppe sieht, einen innigen Wunsch in den Himmel zu senden, der sollte hier alle seine Wünsche beim Blick in den Nachthimmel präsent haben. Gerade in der Zeit um den 12. August herum fallen hier erstaunlich viele Sternschnuppen und in der dunklen Nacht flackern leuchtende Himmelskörper, die fast zum Greifen nah erscheinen.  Wer in Ruhe mit dem Himmel und seinen Liebsten allein sein möchte, der nehme ein Klappstühlchen, stelle es an einem beliebigen Platz auf, an dem keine Bäume die Sicht verstellen – und staune!

Sternwarte Parc Astronòmic Montsec

Wer das Sternengucken etwas professioneller angehen möchte, dem sei dringend ein Besuch im Parc Astronòmic Montsec empfohlen. Dieser bietet zweistündige nächtliche Führungen auf Katalanisch oder Spanisch, von denen eine Stunde dem Planetarium gewidmet ist und die andere dem Teleskop-Park. Unter www.parcastronomic.cat finden sich alle entsprechenden Infos und auch die Möglichkeit,  Eintrittskarten zu bestellen.
In den Tagen, in denen die Perseiden besonders gut zu sehen sind, konzentriert sich die Beobachtung am Teleskop natürlich ganz besonders auf dieses außergewöhnliche Phänomen, das mit den optischen Hilfmitteln noch einmal einen ganz anderen Eindruck macht als mit bloßem Auge betrachtet. Als besonderes Schmankerl bietet der Parc Astronòmic an ausgewählten Sommertagen verschiedene Konzerte mit dem bezeichnenden Titel „Musik unter Sternen“. Wir finden, dies ist eine absolut unwiderstehliche Art, die Nacht zum Tag zu machen. Sind Sie dabei?

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