Ebrodelta

Terres de l’Ebre – zu Deutsch etwa Länder des Ebro – ist die Bezeichnung für das touristische Markenzeichen. Dahinter verbergen sich die vier am südlichsten gelegenen, katalanischen Regionen: Baix Ebre, Montsià, Terra Alta und Ribera d’Ebre. Durch diese schlängelt sich der Ebro auf einer Länge von ca. 130 Kilometern. Vom landschaftlichen Standpunkt aus gesehen, weisen diese comarques (sprich “komarkas”) eine große Vielfalt auf.  Auf relativ kleiner Fläche von etwas über 3.000 km² beherbergt dieser Landstrich neben den über 100 Kilometern Küste von L’Ametlla de Mar bis Les Cases d’Alcanar, das Bergmassiv von Ports, mit Höhen von fast 1.500 Metern und den Bergketten von Montsià, Pàndols, Cavalls und Cardó, auch die wunderbare Welt des Ebro-Deltas.

Als der Schriftsteller Sebastià Juan Arbó den Roman Terres de l’Ebre (1932) schrieb, ahnte er wohl kaum, dass der Titel seines Werkes später einmal die offizielle Bezeichnung eines ganzen katalanischen Landstrichs sein würde, nämlich des vom Ebro, einem der bedeutendsten Flüsse der Iberischen Halbinsel, durchflossenen Gebietes. Es handelt sich bei dieser Landschaft um ein Flussufergebiet, das aber auch vom Meer und vom Gebirge geprägt ist. Denn auf wenigen Quadratkilometern vereint diese Gegend im Süden Kataloniens die Landschaften der Flussebene mit der Gebirgsatmosphäre des von Pablo Picasso in rund 60 Bildern verewigten Massivs Els Ports und der Farbenpracht des Ebrodeltas mit seinen rund 150 Kilometern relativ unberührten Strände. Dieser natürliche Reichtum zog bereits die Iberer und die Römer in seinen Bann, die den Ebro als für den Handel strategisch wichtigen Verkehrsweg betrachteten, der nicht nur den Warentransport von der Küste in das Binnenland der Halbinsel ermöglichte, sondern auch die Bewässerung von Anbauflächen erlaubte. Später konsolidierten sich bedeutende arabische, jüdische und christliche Niederlassungen, die in der Region, in der heute die autonomen Gemeinschaften Katalonien, Valencia und Aragonien aufeinander treffen, um die Führungsrolle konkurrierten.

All diese Kulturen hinterließen ein bedeutendes Erbe. Davon zeugen verschiedene Denkmäler, wie Felsmalereien, mittelalterliche Burgen, Kathedralen, Renaissancepaläste, Kellereien im katalanischen Jugendstil und Schützengräben aus dem spanischen Bürgerkrieg. Aber auch die regionale Küche, die sich der besten Erzeugnisse des Meeres, des Flusses und des Landbaus bedient mit Traditionen, denen diese einzigartige Region Kataloniens ihren besonderen Charakter verdankt. Heute sind die Terres de l’Ebre ein ruhiger Landstrich, in dem Besucher den Spuren der Geschichte nachgehen und einige der bedeutendsten Naturlandschaften des Mittelmeerraums entdecken können.

Wussten Sie  das schon?

Les Terres de l’Èbre bestechen vor allem durch ihre Naturgebiete, die die Hauptattraktion der Region darstellen. 35% der Fläche sind Naturschutzgebiete. Sie sind kürzlich von der UNESCO zum Reservat der Biosphäre ernannt worden.

Man kann eine Spazierfahrt durch das Ebro-Delta unternehmen, bei der Besucher mit dem Fahrrad oder Mountainbike auf Tier- und Pflanzenerkundung gehen kann. Die Strecke ist eine leichte Spazierfahrt entlang der Strände, Lagunen und  Salabbaugebiete des Deltas (38km).

Weitere Infos finden Sie hier.

Was gibt es zu sehen ?

Gandesa:  Fundstätten aus der Vergangenheit.

In der Region Terra Alta etwa 6 Kilometer von der Kreisstadt Gandesa entfernt stehen die Reste des Ibererdorfes von Coll del Moro mit einem beeindruckenden Turm am höchsten Punkt, der Teil eines großen befestigten Areals war. Der Turm ist ellipsenförmig und hat noch eine Höhe von 8 Metern. Zur Verteidigungsstrategie gehörte auch ein großer, in den Fels gehauener Festungsgraben mit einer Tiefe von bis zu 6 Metern und abgeschrägten Wänden. Das Dorf erstreckte sich gen Süden und war von einer Mauer mit halbrundem Bollwerk umgeben. Es wird auf das 5. Jahrhundert v. Chr. datiert und stand bis in die Römerzeit. Die Kreisstadt Gandesa ist ein interessanter Ort, der einst zum Militärorden der Tempelritter gehörte, ab dem 14. Jahrhundert auf die Hospitaliter überging und Verwaltungszentrum der großen Vogtei von Miravet war. Von ihrer Wichtigkeit zeugt die prachtvolle Kirche L’Assumpció (12. – 13. Jahrhundert, im 17. und 18. Jahrhundert renoviert), die noch ein wunderschönes Portal aus der romanischen Akademie von Lleida besitzt. Es sind auch schöne Häuser erhalten, die der Altstadt viel Charakter verleihen. Der bemerkenswerte Genossenschaftskeller von Cèsar Martinell (1919) im katalanischen Jugendstil ist einer der besten seiner berühmten Reihe mit ausgeglichenen Parabelbögen aus Ziegel, die das katalanische Gewölbe aus glatten Fliesen auf dem Dach halten.Die nüchterne und elegante Außendekoration kontrastiert mit der gleichmäßigen geometrischen Verteilung des Ziegels im Innenbereich. Daneben steht ein Anbau mit Keller und Ölmühle. In den letzten Jahren wurde der Komplex von Grund auf restauriert.

Móra d’Ebre

Móra d’Ebre, Kreisstadt von Ribera d’Ebre, liegt rechts des Flusses  Ebro an den Hängen eines Hügels, auf dem die Reste der mittelalterlichen Burg stehen. Dem Bildhauer Julio Antonio, Einwohner der Stadt, ist ein Monument gewidmet. Die Brücke über den Ebro, die die Stadt mit dem einst wichtigen Eisenbahnknoten Móra la Nova verbindet, wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut und nach dem spanischen Bürgerkrieg wieder errichtet. Weiter flussaufwärts gelangen wir in den kleinen Ort Garcia und an die tiefe Schlucht am Pas de l’Ase, der von den Hängen der Bergkette von Tormo beherrscht wird, wo auch die Einsiedelei Santa Magdalena steht.

L’Ametlla de Mar

L’Ametlla de Mar ist ein Fischerdorf mit viel Persönlichkeit, welches seine Einwohner aufgrund seines natürlichen Hafens la Cala – die Bucht – nennen. Es war Zufluchtsort für Seeleute und Fischer, die auch die ersten Bewohner waren. An den Fischereihafen schließt die schöne Strandpromenade an, die der Küstenlinie folgt. Einen besonderen Charme hat die Ankunft der vollen Fischerboote am späten Nachmittag, deren Ladung im neuen Gebäude der Confraria de Pescadors versteigert wird, welches die kleine Börse mit Säulengang vor der Mole ersetzt. Die mediterrane Küche hat einen wohlverdienten guten Ruf, der mit der großen Entwicklung im Tourismus in der letzten Zeit nur noch verstärkt wurde. Im Hafen gibt es einen Jachtbereich mit Klub. Im Norden von L’Ametlla de Mar befinden sich die Tres Cales, die Bucht von Forn (Cala Forn) und der angrenzende Strand von Sant Jordi mit einem Jachtdock und Resten der alten Burg von Sant Jordi d’Alfama, die restauriert wurde. Diese Burg wurde vom Militärorden gleichen Namens, der in Katalonien zu Beginn des 13. Jahrhunderts gegründet und später in den Orden von Montesa eingegliedert wurde, erbaut und im Jahre 1650 während des Abspaltungskrieges (Guerra dels Segadors) zerstört. Etwas weiter nach hinten versetzt wurde dann die neue Festung im Stil von Vauban (17. – 18. Jahrhudert) erbaut. Etwas weiter nördlich, nahe der Grenze zum Baix Camp, trifft man auf die Spitze von Calafat, nach der eine große Wohnsiedlung, ein Jachthafen mit über 400 Anlegeplätzen und ein große Automobil-Strecke benannt wurden. Diese Strecke dient zurzeit Automobilfirmen als Teststrecke.

Sant Carles de la Ràpita

Im Süden des Naturparks Ebro-Delta und inmitten der großen Bucht, die den Hafen von Alfacs bildet, liegt am Kontaktpunkt von „Festland“ und Deltagebiet eine kleine Stadt, die durch ihre einzigartigen, unvollendeten Gebäude im neoklassischen Stil – die Glorieta und die Església Nova – gekennzeichnet ist. Dies rührt aus der Zeit, als der Ort 1780 von Karl III mit dem Vorhaben gegründet wurde, den natürlichen Hafen von Alfacs zu einem großen Mittelmeer- Handelshafen zu machen. Dieses Projekt wurde jedoch nach wenigen Jahren aufgegeben, nachdem der König starb. Sant Carles verfügt heute über einen wichtigen Fischereihafen, dessen Garnelen in ganz Katalonien geschätzt sind, einen Handels- und Jachthafen und ist außerdem ein belebter Touristenanziehungspunkt.

L’Ampolla

L’Ampolla ist ein typischer Fischerhafen – und seit kurzem auch Jachthafen mit einem dynamischen Jachtklub – am unteren Ende des Golfs von Sant Jordi und am Einlauf zum natürlichen Hafen von Fangar, wo sich die Küste mit dem Delta trifft (daher auch der Name Porta del Delta – Tor zum Delta). Der Ort besitzt Sandstrände wie L’Arenal oder Les Avellanes, während die Strände in der Nähe des Cap Roig steil und in kleine Buchten gehüllt sind. L’Ampolla ist seit jeher ein traditioneller Aufenthaltsort für den Sommerurlaub (früher kam ein Zug mit Badegästen regelmäßig von Tortosa) mit einer prestigeträchtigen Gastronomie und typischen Festen wie den „Stieren am Strand“, den Correfocs mit ihren Feuerwerken oder der Bootsprozession zu Ehren der Mutter Gottes von Carme. So ist auch die Kapazität der Unterkünfte in den letzten Jahren außergewöhnlich gestiegen.

Anreise

Mit dem Auto: Durch die AP-7, die Autobahn die durch die Küste entlang ist. Die andere möglichkeit ist die C-12.

Mit dem Bus:  mit dem Netzwerk von Busen, darf man von den Hauptstädten der Regionen und Dörfer nach den rest der katalanischen Städten und Dörfer.

Mit dem Zug: Mit dem Regionalen Zug in Richtung Zaragoza. Den Zug fängt in Barcelona ab und fährt durch die Ebre Gebiet.

Mit dem Flugzeug: ein paar Kilometer nördlich von Terres de l’Ebre findet man Reus Flughafen.

Unterkünfte

Die Terres de l’Ebre hat  13.000 touristische Plätze in Hotels, Ferienwohnungen, das  Parador National, campingplätze, ländliche Unterkünfte, und Jugendherberge .

Finden Sie hier Ihre Unterkünfte.

Für weitere Informationen besuchen Sie die Web-Seite von  Delta de l’Ebre.

Broschüre zum Onlinelesen oder zum Herunterladen

terrres del erbe

Aktuelle Artikel
  • Delta050_QUA_4F4FBFC12075485DB3F41338996F15AA

    Die Lizenz zum Trödeln: Slow Travel in den Terres de l’Ebre

    Haben Sie Lust, die Welt einmal aus einer völlig neuen Perspektive zu betrachten? Dann atmen Sie tief durch und lassen Sie sich ein auf eine neue und doch uralte Art des Reisens. Beim Slow Travel haben Sie die „Lizenz zum Trödeln“. Nutzen Sie sie – und die Terres de l’Ebre werden Ihnen ihre tiefsten  Geheimnisse […]

  • ?????????????????????

    Die Mandelblüte und ihre Schwestern – Frühling im Ebrodelta

      Blütenmeer am Ebrodelta Es gibt Tage, an denen Gott der Herr nicht umhin kann, sich selbst auf die Schulter zu klopfen. Der Tag, an dem er das Ebrodelta und sein Hinterland schuf, war einer dieser Tage. Aus den Tiefen seines schöpferischen Geistes heraus formte sich damals eine geheimnisvolle Auenlandschaft zwischen Fluss und Meer. Gott […]