Paisatges de Barcelona

Im Herzen des Landes

Die Paisatges de Barcelona umfassen die Landkreise (comarques) Anoia, Bages, Osona, Vallès Oriental und Vallès Occidental. Sein Rückgrat ist das Küstenvorgebirge Serralada Prelitoral. Diese Gebirgskette beginnt mit der Serra d’Ancosa, taucht dann in Montserrat wieder auf, nimmt mit der Serra de Sant Llorenç del Munt i l’Obac und den Felswänden von Gallifa und Bertí richtig Form an und erreicht ihre größte Höhe im Montseny-Massiv. Zu beiden Seiten erstrecken sich flachere Gebiete wie das Òdena-Becken, die Ebenen Pla de Bages und Plana de Vic im Norden und der Vorküstengraben des Vallès im Süden. Im Norden werden die Paisatges de Barcelona von Gebirgsausläufern wie der Serra de Pinós und der Serra de Castelltallat, den Hochebenen des Moianès und des Lluçanès und dem Collsacabra-Gebirge begrenzt.

Die bedeutendsten Städte im westlichen Teil sind Igualada und Manresa, das keinen Hehl daraus macht, als die Hauptstadt der Paisatges de Barcelona zu gelten. Hauptort des östlichen Teils, dessen Achse der Ter bildet, ist das in der Mitte der gleichnamigen, von Bergen umgebenen Ebene gelegene Vic. Die Städte Terrassa, Sabadell und Granollers in Vallès liegen bereits am Rande des städtischen Ballungsgebietes von Barcelona. Neben den bedeutenden Kreisstädten gibt es in den Paisatges de Barcelona aber auch noch einige Kreisortschaften mit eigenem Charakter. Zu ihnen zählen das Moianès mit dem Hauptort Moià, das etwas nördlicher gelegene Lluçanès, dessen Zentrum Prats de Lluçanès ist, und die Alta Segarra im Norden des Kreises Anoia mit dem Hauptort Calaf. Alles in allem ein Konglomerat, eines reichen und vielfältigen Gebietes.

Die heutige Struktur der Paisatges de Barcelona ist eine direkte Folge der mittelalterlichen Geschichte der Region. Nach Beendigung der kontinuierlichen Einfälle der Sarazenen im Frühmittelalter, folgten viele Bauern und Händler, die sich ins Gebirge geflüchtet hatten, dem Aufruf der katalanischen Grafen und der einflussreichsten religiösen Institutionen, wie dem Bistum Vic und dem Kloster Sant Cugat del Vallès, und ließen sich in den Paisatges de Barcelona nieder. Um die neuen Einwohner an das Gebiet zu binden, wurde ihnen Land zur Bewirtschaftung überlassen und zahlreiche Pfarrkirchen, neue Klöster und Festungen wurden errichtet. Unter ihrem Schutz entstanden und wuchsen die heutigen Städte und Dörfer. Diese alten Strukturen sind sowohl in den bewaldeten, gebirgigen Gebieten dieser Landkreise, mit ihren verstreut liegenden kleinen Weilern und Gehöften, als auch in den Straßenzügen der historischen Viertel der größeren Städte und ihrem reichen und wertvollen architektonischen Erbe noch erkennbar.

Wussten Sie das schon?

Diese drei Regionen liegen ganz in der Nähe der katalanischen Hauptstadt. Paisatges de Barcelona besitzt wichtige Naturwerte, geschützte Denkmäler und außergewöhnliche Naturgebiete. Auch zahlreiche romanische Kirchen, Klöster, gotische Kirchen, mittelalterliche Festungen und Wachtürme sind auf dem gesamten Gebiet verteilt. Traditionen in der Vergangenheit, die in Feste und Feiern verwandeln sind,  eine einzigartige Küche, die man auch genießen kann an Restaurants mit Michelin Sterne ausgezeichnet sind oder besondere Herberge. Alle können sie in Paisatges de Barcelona finden.

Was  die Paisatges de Barcelona bieten

Kloster Montserrat

Das Benediktinerkloster Monestir Santa Maria de Montserrat, wurde bereits im Jahre 888 erstmals urkundlich erwähnt. Das 721 Meter hoch gelegene Kloster ist eine Tochtergründung der Abtei von Ripoll. 1522 war es Aufenthaltsort des Begründers des Jesuitenordens, Ignatius von Loyola. Heute leben dort etwa 80 Mönche. Zentrum der Wallfahrt auf den Berg ist das katalanische Nationalheiligtum, die Schwarze Madonna „Unsere liebe Frau von Montserrat“, im Volksmund La Moreneta („Die Braune“) genannt. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert. Das spätmittelalterliche Kloster wurde 1811 von den Truppen Napoleons zerstört und danach weitgehend erneuert. Die heutige Klosterkirche wurde von Leo XIII. 1881 zur päpstlichen Basilica minor erhoben. Das Kloster beherbergt ein Museum mit Objekten zur Archäologie des Heiligen Landes, kostbaren liturgischen Gegenständen, Gemälden u.a. von El Greco, Caravaggio, Luca Giordano und Tiepolo, Claude Monet, Edgar Degas, Pablo Picasso, Ramon Casas i Carbó und Salvador Dalí. Das heutige Kloster steht auf einer engen Terrasse 700 m ü.M. An der geräumigen Basilika wurde von 1559-92 gebaut (L-60 / B-30). Die Fassade stammt aus den 60er Jahren, die Apsis aus der zweiten Hälfte des 19. Jh. Neben der religiösen Bedeutung gilt das Kloster auch als Hort des katalanischen Nationalismus und der katalanischen Kultur. So wurden während der Francodiktatur im Kloster die Messen in der verbotenen katalanischen Sprache gehalten.
Die Anreise der Pilger erfolgt heute mit Bussen, einer Schwebebahn und seit 2003 vor allem mit der Zahnradbahn Cremallera de Montserrat.

Massiv Montserrat

Die Artenvielfalt – über 1000 Pflanzenarten, zwei Drittel der in ganz Katalonien katalogisierten Pflanzen sind hier heimisch –, der hohe Naturwert und das einzigartige Relief waren ausschlaggebend dafür, dass man das Montserrat-Gebirge im Jahr 1987 zum Naturpark erklärte. Daneben ist das schroffe, durch ständige Höhenunterschiede geprägte Gebirge ein Eldorado für Bergsportler. Generationen von Wanderern und Kletterern haben die Schule der Felswände und -nadeln von Montserrat durchlaufen. Unzählige Routen und Wege aller Schwierigksstufen erlauben es, das Gebirge in alle Richtungen zu erkunden. Eine gute Karte sollte man beim Klettern und Wandern allerdings immer dabeihaben.

Vilafranca del Penedès ist die Kreisstadt und das historische Zentrum der Region Penedès, die die Landkreise Alt Penedès, Baix Penedès und Garraf umfasst. Zudem hat sich der Ort seit dem 19. Jahrhundert zum wichtigsten Produktions- und Exportzentrum der Penedès-Weine entwickelt. In Vilafranca befindet sich seit 1901 die örtliche „Weinbau- und Önologiestation”. Hier sind auch der Rat für die geschützte Herkunftsbezeichnung „D. O. Penedès”, andere Kontroll- und Förderungseinrichtungen sowie zahlreiche Wein- und Sektkellereien und Spirituosenhersteller ansässig.

Krypta Colònia Güell

1889 beauftrage der Unternehmer Eusebi Güell Gaudí mit dem Bau einer Kirche für die Arbeitersiedlung seiner Textilfabrik (Colònia Güell) am Ufer des Llobregat in Santa Coloma de Cervellò (das Genossenschaftsgebäude und einige Häuser wurden von Gaudís Schülern F. Berenguer und J. Rubió Bellver geplant). Ab 1898 arbeitete Gaudí an diesem ehrgeizigen Projekt, von dem zwischen 1908 und 1916 nur die Krypta teilweise errichtet werden sollte. Diese zählt allerdings zu den meist bewunderten und analysierten Bauwerken des Architekten und diente als Vorbild für zahlreiche Techniken, die später bei der Sagrada Família zur Anwendung kamen.

Naturpark Montseny

Das Montseny-Massiv ist heute die große grüne Lunge der Paisatges de Barcelona. Hier erreicht das katalanische Küstenvorgebirge (Serralada Prelitoral Catalana) seine größten Höhen. Der höchste Gipfel des Montseny-Naturparks ist der im Winter, in der Regel, schneebedeckte Turó de l’Home      1.712 m), obwohl die Wanderer dem Les Agudes (1.706 m) und dem Matagalls (1.694 m), zwei symbolträchtigen Gipfeln, die den Coll de Sant Marçal flankieren, den Vorzug geben. Die rund 1.300 Meter hoch gelegene Ebene des Pla de la Calma komplettiert den Gebirgszug, der 1978 von der UNESCO in das weltweite Netz der Biosphärenreservate aufgenommen und 1987 zum Naturpark erklärt wurde.

Anreise

Mit dem Flugzeug: Internationaler Flughafen Barcelona -El Prat- oder Flughafen Reus im Süden. Die strategische Lage der Paisatges de Barcelona, Nahe Barcelona, Reus und Girona gelegen ermöglichen verschiedene Anreisemöglichkeiten. Auch können Sie die Region gut mit dem Auto oder der Bahn bereisen.

Unterkünfte

Ob Bauernhaus, Hotel, Pension, Ferienwohnung oder Campingplatz obliegt Ihrer Entscheidung. Die Paisatges de Barcelona bieten ein breites Spektrum an Unterkünften jedwelcher Art und ebenso verschiedene sportliche Angebote.

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