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Dem Frühling entgegen – Wandern ohne Gepäck auf dem Camí de Ronda ®

Endlich ist es so weit: In Windeseile entfaltet sich das frische Grün an den Zweigen der Bäume, an Büschen und Sträuchern ploppen im stündlichen Rhythmus neue weiße und rosige Blüten auf und die Vögel pfeifen es schon ab morgens um vier von den Dächern: Es wird Frühling! Zeit aufzubrechen und der Sonne entgegen zu reisen, Zeit für eine einzigartige Wanderung an der Costa Brava!

Dass touristische Zentren wie Lloret de Mar und Platja d’Aro ihren Besuchern die Möglichkeit bieten, auf Küstenwanderwegen die nahezu unberührte Natur der Costa Brava zu erkunden, haben wir bereits berichtet. Inzwischen ist die „Wilde Küste“ noch wanderbarer geworden. Mit dem Camí de Ronda® gibt es nun einen Wanderweg, dessen Infrastruktur exakt auf die Bedürfnisse von Wanderern zugeschnitten ist, die mehr als nur einen Spaziergang oder eine Tageswanderung an der Costa Brava machen wollen.

Calella de Palafrugell © Daniel Punseti Arxiu Camí de Ronda

 

 

Ein Weg – zwei Varianten

Camí de Ronda®umfasst eine lineare Route von 43 Kilometer Länge, die in Sant Feliú de Guíxols beginnt und im kleinen Fischerdorf Begur endet sowie eine Rundroute mit einer Gesamtlänge von 140 Kilometern, deren Start- und Endpunkt Girona ist. Beide Routen zeigen die Landschaften der Costa Brava von ihrer schönsten Seite. Über weite Strecken ist man hier auf schmalen Pfaden unterwegs, die nur zu Fuß zu bewältigen sind. Sie sind für Wanderer aller Fitnesslevel geeignet, da die Länge der jeweiligen Tagesetappen frei gewählt werden kann. Aufgrund von Unebenheiten, Anstiegen und Gefälle ist allerdings immer wieder einmal eine gewisse Trittsicherheit nötig. Andere Teilstrecken sind hingegen völlig flach und leicht zu erwandern. Wer mag, organisiert seine Wanderung ganz auf eigene Faust. Wer es sich etwas leichter machen möchte, bucht Hotels oder Pensionen der gewünschten Kategorie und den Gepäcktransfer aus einer Hand bei  Camí de Ronda®.

Wandern mit Blick aufs Mittelmeer © Daniel Punseti – Arxiu Camí de Ronda®

 

 

Zu jeder Jahreszeit

Einer der großen Vorzüge dieses Weges ist es, dass er zu jeder Jahreszeit wanderbar ist – und auch zu jeder Jahreszeit einen besonderen Reiz hat. Im Frühling leuchten hier die Blumen in allen Farben, im Sommer verführt das Mittelmeer zu häufigen Erfrischungspausen. Das Herbstlicht zaubert einen rotgoldenen Schimmer auf die Felsen der Steilküste und der Winter ist die Gelegenheit, die Costa Brava von ihrer wildesten, stillsten und ursprünglichsten Seite kennenzulernen.

 

 

Auf alten Wegen

Übrigens folgt man auf dem Camí de Ronda® keinen neu angelegten Pfaden entlang der Costa Brava, sondern einem historischen Weg, der wohl weit über tausend Jahre alt ist. Er war nicht nur seit jeher ein Kommunikationsweg zwischen den kleinen Ortschaften, Buchten und Stränden der zerklüfteten Küste, sondern auch der „Rettungsweg“, der es im Notfall ermöglichte, Schiffbrüchige und Schiffsladung schnellstmöglich zu bergen. Ab dem 19. Jahrhundert drehten die Patrouillen der Grenzwache hier ihre Runden, die dem Camí de Ronda seinen Namen gaben. Ihre Aufgabe war es, Schwarzhändler und Schmuggler an der Ausübung ihres Handwerks zu hindern.

Ob nun zur Rettung von Schiffbrüchigen oder zur Rettung der staatlichen Ordnung, der Camí de Ronda bot seit jeher beste Aussichten über die Küste und das tut er auch heute noch. Aber natürlich gab es auch Winkel und Ecken, die den Blicken der patroullierenden Grenzwache verborgen blieben. An eben diesen Orten, die vom Meer aus recht leicht zugänglich, aber vom Lande aus kaum einzusehen waren, versteckten die Schmuggler ihre buntgemischten Waren von Tabak über Penicillin bis zu Seidenwäsche und Schminketuis. Die heute berühmtesten dieser Verstecke lagen zwischen Begur und Palamos und damit genau auf dem Kernstück des heutigen Camí de Ronda ®

Weite Blicke über die Küste sind ein Markenzeichen des Camí de Ronda © Daniel Punseti Arxiu Camí de Ronda

 

 

Ein Weg voller Höhepunkte

Dieser ist übrigens nicht mit dem Fernwanderweg GR 92 zu verwechseln, der ebenfalls entlang der Küste verläuft und immer wieder einmal mit dem Camí de Ronda® zusammentrifft. Letzterer verläuft jedoch in seiner linearen Version durchgängig auf den historischen Pfaden des Camí de Ronda und führt zu den schönsten Stränden und Buchten der Costa Brava. Höhepunkte sind unter anderen die Cala del Pi, das Cap de Planes, el Crit und die idyllische Sandbucht  von Aiguablava.

Die Rundroute Camí de Ronda® ist der erste Wanderweg, der die Provinzhauptstadt Girona mit der Küste verbindet. Neben den Landschaften der Küste kann man auf dieser etwa 8-tägigen Tour auch die Gebirgsmassive von Gavarres und l’Ardenya sowie die Ebene des Empordà erkunden. Über 80 Prozent des Weges führt durch Naturschutzgebiete. Seine kontrastreichen Etappen verbinden Meer und Gebirge, die schroffen Klippen der Costa Brava, mittelalterliche Dörfer, paradiesisch anmutende Strände und natürlich die Stadt Girona mit ihrer fasziniernden Architektur und Geschichte.

Calella de Palafrugell – einer der schönsten Fischerorte der Costa Brava © Daniel Punseti Arxiu Camí de Ronda

 

 

Nachhaltig und komfortabel

Die Macher des Camí de Ronda® sind zurecht stolz darauf, einen Weg gefunden zu haben, ihren Gästen auf nachhaltige Art die Costa Brava in ihrer ganzen Schönheit und Ursprünglichkeit zugänglich zu machen. Und die Wanderer können sich freuen: Sie dürfen hier auf tausendjährigen Wegen wandern und sich gleichzeitig an modernstem Wanderkomfort erfreuen. Je nach Bedarf können GPS-Geräte oder die Begleitung eines Wanderführers gebucht werden und neben den Gepäcktransfers besteht auch die Möglichkeit, sich selbst zum gewünschten Start- oder Zielpunkt einer Etappe chauffieren zu lassen.

 

 

Pssst…

Exklusiv für unsere Leser haben wir mit dem Urheber des Camí de Ronda®, Daniel Punseti, gesprochen und ihn nach den schönsten Plätzen und den besten Restaurants am Weg gefragt. Damit haben wir ihn mit zwei schwer zu beantwortenden Fragen konfrontiert, denn „alle Abschnitte des Weges sind ganz unterschiedlich und verlaufen durch verschiedenartige Landschaften, die alle ihren eigenen Reiz haben.“ Besonders gut gefällt Daniel jedoch der Abschnitt von Palamós nach Tamariu mit seinen unberührten Naturlandschaften, in denen die Zeit still zu stehen scheint.

Die Frage nach dem besten Restaurant war natürlich noch gemeiner, denn wie wir wissen, wimmelt es an der Costa Brava von hervorragenden Restaurants. Dennoch empfiehlt uns Daniel ausdrücklich das Clot dels Mussols in Tamariu, wo es den allerbesten „arròs negre de Palafrugell“ gibt. Diesen dürfen wir übrigens auf gar keinen Fall mit Paella verwechseln, die zwar an vielen Orten der Costa Brava angeboten wird, aber kein typisches Gericht der Region ist. Ganz im Gegensatz zum arrós negre, dem schwarzen Reis, der hier eine tief verwurzelte Tradition hat. Ahnen Sie, woher der Reis sein Farbe hat? Wenn Sie auf die Tinte des Calamars tippen, dann liegen Sie falsch. Arros negre erhält seine dunkle Färbung durch die Zwiebeln, welche die Basis des Gerichts bilden und über mehr als vier Stunden langsam geröstet werden. Diese Köstlichkeit in Kombination mit der exklusiven Lage des Clot dels Mussols am Strand und mit Blick auf die Weiten des Mittelmeers machen das Essen garantiert zu einem absolut unvergesslichen Erlebnis.

Weitere Infos zum Weg und zur Buchung unter http://www.camideronda.com/de

 

Wandern zwischen Buchten und Stränden – zu jeder Jahreszeit ein Genuss… © Daniel Punseti Arxiu Camí de Ronda

 

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