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Allein-Reisen in Katalonien – 6 Tipps für das erste Mal

Wer glaubt, alleine zu reisen sei eine große Herausforderung, der denke doch mal zurück an all die Urlaube mit Ex-Partnern und ehemaligen Freunden, die… Na? Macht da etwas Klick? Versuchen Sie es doch einfach mal ganz anders. Wir stellen Ihnen Katalonien als Top-Urlaubsziel für Alleinreisende vor – und verraten, wie ein Solo-Trip am meisten Spaß macht.
Ein bisschen Überwindung gehört dazu.

Der Gedanke daran, „alleine“ zu reisen, macht den meisten Menschen zunächst einmal Angst. Nicht nur, weil man alles selber organisieren und sämtliche eventuell auftauchenden Probleme alleine lösen muss, sondern auch, weil die Angst vor der Einsamkeit groß ist. Dabei hat das Allein-Reisen eine Menge Vorteile: Man kann voll und ganz seinem eigenen Rhythmus folgen, sich einmal ausschließlich den eigenen Interessen widmen, wann immer man möchte, alle Pläne über den Haufen werfen und sich einfach auf die Gefühle des Augenblicks einlassen.
Wer in den Genuss all dieser Vorteile kommen möchte, muss natürlich zunächst einen kleinen Nachteil in Kauf nehmen. Das „Erste Mal“ kostet die meisten Alleinreisenden eine Menge Überwindung. Fast jeder muss sich hier ein paar persönlichen Ängsten stellen.

 

 

Der perfekte Start ins Reiseabenteuer

Die beste Voraussetzung, um seine Bedenken schnell in den Griff zu bekommen, ist natürlich ein softer Start. Wer das Konzepts des Allein-Reisens für sich ausprobieren und ganz angstfrei damit experimentieren möchte, der ist in Katalonien an der genau richtigen Adresse. Die Metropole Barcelona, aber auch Städte wie Girona und Tarragona bieten sich für kurze Weekend-Trips an, auf denen man seine ersten Soloreise-Schritte unbesorgt ausprobieren kann.

Maremagnum, Barcelona © Nano Cañas

 

 

The best of both worlds

Wer bei diesen Probeläufen auf den Geschmack gekommen ist, findet in Kataloniens vielfältigen Landschaften die perfekte Kulisse für einen ebenso abenteuerlichen wie sicheren Solo-Trip. Wilde Naturlandschaften zwischen Pyrenäen und Mittelmeer und ein ursprünglicher Lebensstil charakterisieren das kleine Land ebenso wie der hervorragende Standard der Verkehrsanbindungen und Kommunikationsmittel. Für Alleinreisende bietet Katalonien somit „the best of both worlds“: Eine faszinierende Kultur, deren Geheimnisse zu entdecken sicherlich mehr Zeit braucht als einen einzigen Urlaub. Eine erstaunliche Vielfalt an Landschaften auf engstem Raum: Zwischen den verschneiten Gipfeln der katalanischen Pyrenäen und der Costa Brava, den exotischen Reisfeldern des Ebrodeltas und den Vulkanlandschaften der Garrotxa liegen jeweils nur wenige Autostunden Fahrt. Darüber hinaus bietet Katalonien eine perfekte Anbindung an eine Vielzahl von Flughäfen. Barcelona und Girona sind von Deutschland aus innerhalb weniger Stunden preisgünstig zu erreichen, was der Entscheidung für das Experiment „Solotrip“ schon etwas Gewicht nehmen könnte.

© Catalan Tourist Board

 

 

Tipps für das erste Mal

Klein anfangen

Wie bereits schon angedeutet: Wer das Alleine Reisen zunächst einmal für sich antesten möchte, dem empfehlen wir einen Wochenendtrip nach Barcelona. Das Abenteuer auf einen kurzen Zeitraum zu begrenzen baut Ängste ab – und bietet doch reichlich Möglichkeit, den schönen Seiten des Alleine Reisens näher zu kommen.
Um dem Gefühl von Einsamkeit von Beginn an möglichst wenig Chancen zu geben, kann es sinnvoll sein, seinen Trip schon im Vorhinein relativ genau zu planen. Eine kleine Hilfestellung findet sich zum Beispiel hier. Wer genau weiß, wie viele faszinierende Orte, Sehenswürdigkeiten und Events in drei Tagen auf einen warten, hat wenig Gelegenheit, in Melancholie zu verfallen. Ein weiterer feiner Trick, um sich bei Laune zu halten: Belohnen Sie sich für Ihren Mut zum Solotrip! Barcelona ist voll von edlen, hippen, riesigen, freakigen, winzigen, einzigartigen und grandiosen Geschäften – und es ist für jeden etwas dabei: Vom Luxusschuh bis zum antiquarischen Bildband, vom Plattenladen bis zu edlen Lederwaren – hier findet garantiert jeder das eine oder andere Teil, das ihn glücklich macht. Und während Sie suchen, freuen Sie sich daran, dass niemand Sie hetzt und endlich weiter will!

Barcelona © Imagen M.A.S.

Freiheit genießen

Womit wir beim Thema wären: Innerhalb relativ kurzer Zeit sollten Sie merken, welch immense Freiheit es bedeutet, alleine unterwegs zu sein. Das Gefühl, der Einsamkeit ein Schnippchen schlagen zu müssen, sollte irgendwann einem Gefühl der Entspannung weichen und der inneren Gewissheit, dass man das Alleine Reisen absolut genießen kann. Und dass man sich alleine auf den Weg macht, bedeutet ja nicht, dass man alleine bleiben muss.

Allein reisen, nicht allein bleiben!

Wer die Freuden des Alleinseins auf einem Kurztrip für sich entdecken konnte, wird schon bald aufs Ganze gehen wollen. Aber ein ganzer Urlaub ganz allein? Nein, so ist das natürlich auch nicht gedacht. Wochenlang mit niemandem zu sprechen hebt garantiert nicht die Stimmung. – Jetzt sind Sie aber nicht der Typ, der so ganz locker auf andere Leute zugeht, und… ? Ehrlich, bis auf ganz wenige Ausnahmen sind wir alle nicht dieser Typ. Zum Glück gibt es Orte und Situationen, in denen sich der Kontakt quasi von selbst ergibt. Und nein, das funktioniert nicht nur dann, wenn man Anfang zwanzig und Rucksackreisende ist!
Natürlich, wer Anfang zwanzig und Rucksackreisender ist, muss gar nicht viel weiter denken. Ab in ein Hostel mit guten Bewertungen und die Unterkunftsoption „Schlafsaal“ buchen. Sollte sich beim Einchecken gerade zufällig niemand im Schlafsaal befinden, ist die Gemeinschaftsküche der nächste Ort der Wahl. Hier sind fast alle allein unterwegs und freuen sich über nette Gespräche oder die Möglichkeit zu einem gemeinsamen Stadtbummel.

Der beste Weg Kontakte zu knüpfen: Kurse, Führungen Aktivitäten

Doch auch wenn die Rucksackreise keine Option ist, gibt es reichlich Gelegenheit, im Urlaub Menschen kennenzulernen, mit denen man mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar ziemlich auf einer Wellenlänge liegt – selbst dann, wenn man selber ein eher ungewöhnlicher Mensch mit eher ungewöhnlichen Hobbys ist. Sei es, dass Sie zu Hause in Ihrer Freizeit die meiste Zeit in Wald und Feld unterwegs sind, um Wildkräuter zu suchen, oder dass Sie am liebsten mit Ihrem Lateinclub über die Antike diskutieren – wer alleine reist hat gute Chancen Menschen mit ganz ähnlichen Interessen kennenzulernen.

Auf der gleichen Wellenlänge

Zumindest in einem Reiseland wie Katalonien, das touristisch hoch ausdifferenziert ist. Das Angebot an Führungen, Kursen und Aktivitäten ist so buntgemischt und außergewöhnlich wie die Besucher Kataloniens selbst. Um auf unsere beiden ungewöhnlichen Beispiele zurückzukommen: Dem alleinreisenden Freund der Antike möchten wir einen Besuch in Tarragona zur Zeit des Festivals Tarraco Viva ans Herz legen, das üblicherweise im Mai stattfindet. Zu dieser Zeit legt Tarragona das Gewand seiner antiken Vergangenheit an, Reenactment ist das Schlagwort der Stunde und es gibt eine Menge spannender Führungen zu speziellen geschichtlichen Themen. Eine hervorragende Gelegenheit, ganz unverfänglich mit anderen Freunden der Antike ins Plaudern zu kommen.
Den Freunden der Wildkräuter können wir dagegen zum Beispiel einen Besuch in Llança an der Costa Brava empfehlen. Wer Meer und Pflanzen liebt und Freude am kulinarischen Experiment hat, wird die Aktivität Herbokayaking garantiert lieben. Die Teilnehmer fahren mit Kayaks entlang der Küste zu den einsamsten Stränden und schönsten Felsklippen. Ein Ethnobotaniker erklärt unterwegs nicht nur, welche Kräuter und Algen hier zu finden sind, sondern auch wie man daraus köstliche Snacks herstellt.

Kayak in den Pyrenäen © Cablepress

Von Kunst bis Kochen: Angebote für jeden Geschmack

Die Städte, Dörfer und Naturlandschaften Kataloniens bieten ein so breites Angebot an Aktivitäten, dass hier für jeden Geschmack etwas dabei ist – und somit fällt es ausgesprochen leicht, Gleichgesinnte zu treffen. Eine geführte Tour durch die Stadt kann ein erster Anlaufpunkt sein, um Menschen kennenzulernen, gemeinsame Aktivitäten machen es noch leichter. Wie wäre es, sich für einen Tag wie Gaudí zu fühlen, bei einem Workshop in der Kunst des Mosaiks? Vielleicht steht Ihnen der Sinn aber auch nach einem ausgefallenen Kochkurs? Und wollten Sie nicht eigentlich längst einmal tauchen lernen? Oder wie wäre es mit Canyoning im Naturpark von Els Ports? Wer gemeinsam mit anderen aktiv ist, fühlt sich garantiert nicht einsam. Wenn sich nette Kontakte ergeben, kann man sich überlegen, für ein paar Tage gemeinsam weiter zu reisen. Vielleicht ist man aber nach einer Weile unter Menschen auch froh, wieder allein unterwegs zu sein.

Canyoning © Cablepress

Digitale Helfer

Bleibt diese eine Herausforderung: Alleine ins Café oder ins Restaurant zu gehen fühlt sich nach wie vor nicht gut an? Zugegeben, das ist eine der fortgeschrittenen Disziplinen. Natürlich kann man das machen, was wir alle immer tun, wenn wir gerade nicht wissen, wie wir uns verhalten sollen: den Blick aufs Smartphone fixieren und viel wischen und tippen. Das kann im Urlaub natürlich sehr sinnvoll verbrachte Zeit sein. Erstens gibt es eine Menge Websites und Reiseapps mit lohnenden Infos zu Land und Leuten und zweitens könnte man sich ja auch tatsächlich einmal einen Reisebegleiter online suchen, zum Beispiel auf Websites wie Wayn, Travbuddy oder JoinMyTrip.

Allein in Cafés und Restaurants

Andererseits könnte man auch mal etwas völlig Revolutionäres tun, das Handy in der Tasche lassen und einfach entspannt die Menschen in der Umgebung beobachten. Zum Start wählt man für diese Übung am besten eine dieser klassisch katalanischen Café-Bars, denen nicht zu viel Touri-Glamour anhaftet. Am besten eignen sich Bars mit einem bunt gemischten Publikum, in denen die Omi aus der Nachbarschaft, der Geschäftsmann aus dem Bürohaus um die Ecke und der eine oder andere Reisende gemeinsam an der Theke sitzen und sich am herrlichen Duft von frischem Kaffee und geröstetem Brot erfreuen.

Ein Platz an der Theke

Überhaupt ist die Theke ein Ort, dem man als frisch gebackener Alleinreisender einige Aufmerksamkeit schenken sollte. Erstens sind Getränke an der Theke häufig preiswerter als am Tisch. Zweitens ist es in Katalonien absolut üblich, an der Theke alleine zu sitzen. Drittens kommt man hier sehr zwanglos mit dem Theken-Nachbarn ins Gespräch, falls man das möchte.

Überhaupt sind Bars und Restaurants die optimale Location, um mit Einheimischen Kontakte zu knüpfen. Am einfachsten ist es, wenn man die eine oder andere Bar regelmäßig frequentiert und bei der Wahl Freundlichkeit und Sympathie der KellnerInnen berücksichtigt. Wer selber freundlich und unaufdringlich ist, kommt so in der Regel ganz leicht ins Gespräch. Einen riesigen Pluspunkt haben natürlich diejenigen, die ein paar Brocken Katalanisch gelernt haben und ihre Kenntnisse hemmungslos anwenden.

Museu Tèxtil i Indumentària © Nano Cañas

Mit zufriedenem Lächeln…

Dann und wann möchten Sie aber auch „richtig“ im Restaurant am Tisch oder noch besser auf einer Terrasse unter Palmen essen? Tun Sie das! Vielleicht nehmen Sie sich für das erste Mal einfach ein spannendes Buch mit, das in Katalonien spielt! Zum Beispiel Die Kathedrale des Meeres von Ildefonso Falcones, Die Stadt der Wunder von Eduardo Mendoza, Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafón oder auch Soldaten von Salamis von Javier Cercas. Der Nachteil dieser Strategie ist, dass Sie bei solcher Lektüre kaum etwas von dem mitbekommen, was um sie herum vorgeht. Der Vorteil ist: Niemand wird deswegen mit Ihnen schimpfen, denn Sie sind gerade allein unterwegs und können tun und lassen, was auch immer Sie wollen. Vielleicht möchten Sie denn auch irgendwann einfach das Buch zur Seite legen und mit zufriedenem Lächeln in die Runde schauen. Ihr Urlaub ist gerade dabei, zu einem von Ihnen allein gestalteten Kunstwerk zu werden!

Santa Maria del Mar – Barcelona © Lluís Carro

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