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Zu Besuch auf dem gesägten Berg – Wanderung zum Kloster Montserrat

Montserrat © Juan José Pascual

 

Haben Sie Lust bekommen, die Wanderstiefel zu schnüren? Dann versuchen Sie es doch mal mit einem Ausflug zum Kloster Montserrat! Die Wanderung ist eine der Toptouren des ADAC Wanderführers Katalonien. Mit zwei Stunden ist sie zwar relativ kurz, dennoch anspruchsvoll und überaus lohnend. Denn auf ihr lernen Sie nicht nur eins der eindrucksvollsten Gebirgsmassive Europas, den Montserrat, zu Deutsch „gesägter Berg“, mit seinen charakteristischen bizarren Felszacken kennen. Die Tour lässt sich auch ideal mit einem Besuch im Wallfahrtskloster Montserrat verbinden, das dort in schwindelnder Höhe thront. Das Monestir Santa Maria de Montserrat ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten Spaniens. Nicht nur, weil in der Basilika La Moreneta, die Schutzpatronin Katalonien in Gestalt einer dunkelhäutigen Marien-Statue aus dem 12. Jahrhundert zu bewundern ist. Überhaupt ist das im 10. Jahrhundert entstandene Benediktinerkloster ein bedeutendes geistiges Zentrum Kataloniens, in dem heute noch um die achtzig Mönche leben. Während der Franco-Diktatur übten sie sich im Widerstand und machten sich immer wieder für die damals unterdrückte Kultur und Sprache stark. Noch heute unterhalten sie eine Klosterschule mit der Escolania de Montserrat, einem der ältesten Knabenchöre Europas, der hier täglich mittags und abends das Salve Regina und Virolai anstimmt. Im Übrigen sind im Klostermuseum auch Werke El Grecos, Monets und Dalís zu sehen. Wer sich zu Fuß auf den Weg macht bekommt  vieles zu sehen. Nur braucht er ein bisschen Kondition für den Aufstieg auf etwa 700 Höhenmeter.

 

Escolania Montserrat © Rafa Pérez

 

Ausgangspunkt der Tour ist der Bahnhof in Monistrol de Montserrat, der von Barcelona aus bequem in etwa einer Stunde mit dem Zug zu erreichen ist. Dort angekommen, überquert man erst mal auf der Brücke Pont de Monistrol den Fluss Llobregat und läuft von dort über den Carrer del Pont und den Carrer de Sant Pere zum Rathaus des Orts an der Plaça de la Font Gran. Dort kreuzt man den Carrer de les Escoles und läuft zum Carrer Trinitat, der Zufahrtsstraße zum Kloster hinauf. Statt ihr zu folgen, wendet man sich hier aber nach links und folgt dem mit GR-5/GR-6 gekennzeichneten Wanderweg, um später nur noch der GR-6 –Markierung zu folgen. Wer lieber auf einem bequeren, breiten Weg wandert, kann auch auf dem GR-5 bleiben. Doch der steilere Weg lockt schon bald mit tollen Blicken in die Felslandschaft. Später vereinigen sich beide Wege wieder unter dem La Trona genannten Felsen. Hier geht es nun rechts weiter und nach der Weggabelung wieder links zum Sattel Les Baranes in 621 Meter Höhe hinauf. Auf der einen Seite lugt der markante Felsen Roca dels Corbs hervor, an dem sich auch gerne Kletterer versuchen, während ein breiter Weg zum Kloster führt. Hier kann man sich nun in aller Ruhe umsehen und stärken. Versäumen Sie es auch nicht, den berühmten Honig von Montserrat zusammen mit dem mató genannten, quarkartigen Frischkäse probieren, der kulinarische Spezialität des Klosters ist. Wer will, kann auch noch ein bisschen weiter in der Felslandschaft herumlaufen, bevor er sich auf den Rückweg begibt. Statt zu Fuß nach Monistrol hinunter zu steigen, empfehlen sich gleich mehrere Alternativen: Entweder fährt man mit der bereits 1892 eröffneten Cremallera, der Zahnradbahn oder man schwebt mit dem Funicular de Sant Joan bzw. dem Funicular de la Santa Cova, den 1917 und 1929 Seilbahnen die gut 500 Meter ins Tal hinunter. Für was man sich auch entscheidet – es ist der gelungene Abschluss eines rundum erlebnisreichen Wanderausflugs!

 

Montserrat © Juan José Pascual

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