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Die Lizenz zum Trödeln: Slow Travel in den Terres de l’Ebre

Haben Sie Lust, die Welt einmal aus einer völlig neuen Perspektive zu betrachten? Dann atmen Sie tief durch und lassen Sie sich ein auf eine neue und doch uralte Art des Reisens. Beim Slow Travel haben Sie die „Lizenz zum Trödeln“. Nutzen Sie sie – und die Terres de l’Ebre werden Ihnen ihre tiefsten  Geheimnisse anvertrauen.

 

Von sonderbaren Leuten lernen

Kennen Sie diese sonderbaren Leute, die es fertig bringen, Stunden lang an einem Glas Wein nippend in die Abendsonne, den Sonnenuntergang und den Sternenhimmel zu schauen? Menschen, die seelenruhig durch abgelegene Naturlandschaften spazieren,  an einem Wasserloch knien, um die Frösche aus der Nähe zu betrachten, die mit geschlossenen Augen an einem Baum sitzen und den Vögeln lauschen, und ihre Nase in jede dritte Blume am Wegesrand stecken müssen? Leute, die ewig im Restaurant sitzen, weil sie nicht nur langsam essen, sondern auch noch den Kellner über seine liebsten Ausflugsziele befragen und einen Geheimtipp zum Kauf von Olivenöl erbitten müssen? Sonderbare Zeitgenossen, die ihren gesamten Urlaub in einem winzigen Dorf verbringen und einen beträchtlichen Teil ihrer Zeit darauf verwenden, die Einheimischen näher kennenzulernen?

Wir möchten Sie einladen, sich an diesen sonderbaren Leuten ein Beispiel zu nehmen und gemeinsam mit uns die Kunst des „Slow Travel“ zu erkunden. Wie und wo das besonders leicht fällt, erfahren Sie hier:

 

Slow Travel

Slow Travel ist keine Frage der Transportmittel und auch nicht wirklich eine Frage der Geschwindigkeit, die individuell ganz unterschiedlich empfunden wird. Slow Travel ist vor allem eine Frage der Herangehensweise an die Reise. Modern und angesagt ist es, in die Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit  so viele unvergessliche Erlebnisse und aufregende Aktivitäten wie möglich hineinzuzwängen. Der Slow-Traveler hingegen findet, dass weniger mehr ist. Er strebt nicht an, möglichst viel, sondern möglichst intensiv zu erleben. Er hat keine Liste von Dingen, die gesehen, erlebt und erledigt werden müssen. Er lässt die Dinge auf sich zukommen und dann lässt er sich auf sie ein. Er nimmt sich alle Zeit der Welt, um zu beobachten, zu lauschen, zu riechen und zu schmecken. Es geht ihm nicht darum, „möglichst viel mitzunehmen“, sondern darum, den Moment zu leben.  Er will mit dem Ort, seinen Menschen, seiner Kultur und Natur in Verbindung treten. Weil die Terres de l‘Ebre die besten Voraussetzungen für die Erfüllung all dieser Wünsche bieten, sind sie eines der erklärten Lieblingsziele für Slow-Traveler in Katalonien.

Landhaus in Ebrodelta © Miguel Raurich

 

Terres de l’Ebre: Ein Land der Kontraste

Die Region der Terres de l’Ebre vereint in sich zwei völlig unterschiedliche Landschaften, die auf Grund ihrer einzigartigen Schönheit und Artenvielfalt als Naturparks unter Schutz stehen: den Naturpark Ebrodelta und den Naturpark Els Ports. Die malerisch bizarren Gebirgslandschaften des Naturparks Els Ports verführen Aktivurlauber zum Wandern, Radeln und Klettern. Den Slow-Traveler verführen sie zu andächtigem Staunen und Künstler vom Format eines Pablo Picasso zu einer Revolutionierung der modernen Kunst. In welcher Beziehung die Felsformationen von Els Ports mit der Entwicklung des Kubismus stehen und welche Art von Beziehungen Picasso hier sonst noch pflegte, erkundet der interessierte Slow-Traveler natürlich auf eigene Faust. Als Ausgangspunkt für Ihre Recherchen empfehlen wir das Centre Picasso in Horta de Sant Joan. Wer die Geschichte von der unvergesslichen Liaison des andalusischen Ausnahmekünstlers mit einem abgelegenen katalanischen Gebirgsdorf in sich aufgesogen hat, wird die Wanderungen durch den Naturpark Els Ports auf eine ganz besondere Art erleben. Schließlich wandelt man hier ständig auf den Spuren eines der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts durch ein Gebirge, dessen Formengebung eine der außergewöhnlichsten Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts inspirierte. Und übrigens: Für diejenigen, die neben Wandern&Staunen noch ein bisschen mehr Action brauchen, gibt es großartige Canyoning-Touren in kristallklaren Gebirgsflüssen und Mountainbike-Strecken, die es in sich haben. Wie erwähnt, ist Slow-Travel keine Frage der Geschwindigkeit.

Miravet © Miguel Raurich

 

Das Reis-Wunder vom Ebrodelta

Der Naturpark Ebrodelta ist ein Paradies für Slow-Traveler und Wandervögel, um nur einige der Spezies zu nennen, die sich hier heimisch fühlen. Allerdings ist es noch gar nicht lange her, dass das Ebrodelta einen alles andere als paradiesischen Ruf hatte. Bis zum 19. Jahrhundert konnte man es gerade einmal als Weideland nutzen, da die salzhaltigen Böden für herkömmliche Landwirtschaft ungeeignet waren. Doch dann passierte etwas völlig Außergewöhnliches: Durch die Zuleitung großer Mengen von Süßwasser aus dem Ebro ins Delta konnte das Gebiet für den Reisanbau nutzbar gemacht werden. Die Wirtschaft erblühte und mit ihr die Naturlandschaften des Deltas. Es entstand eine faszinierende Vielfalt von Lebensräumen für Vögel, Fische und Amphibien: Süßwasser- und Brackwasserlagunen, mit Röhricht bewachsene Ufergebiete, Sumpflandschaften und Weideflächen – schließlich auch die Reisfelder selbst.

Ebrodelta © Mariano Cebolla

 

Eine besondere Entdeckung

All diese Naturlandschaften kann der Slow-Traveler auf mannigfache Weise erkunden: Sei es von den eigens für Birdwatcher errichteten Aussichtstürmen, auf einer Wanderung oder auf den bequemen Fahrradstrecken, die bis in die verstecktesten Winkel des Deltas führen.
Übrigens sind die geführten Touren durch das Delta der Traum eines jeden Slow-Travelers, weil sie all das bieten, was er besonders liebt: Tiefe Einblicke in das Leben,  die Traditionen, Geschichten, Legenden und sogar die alten Kinderspiele  des Deltas;  die Möglichkeit zu lernen, wie man auf traditionelle Art Reis anbaut, im Ebrodelta fischt und Stakboot fährt; Einführungen in die Vogelbeobachtung und natürlich spannende Einblicke in die Geheimnisse der Kulinarik des Ebrodeltas.

 

Mit dem Fahrrad von der Terra Alta bis ins Ebrodelta

Wer die Landschaften des Ebrodeltas in ruhigem Tempo vom Fahrrad aus erkunden möchte, der folge den Vies Verdes von der Terra Alta bis ins Ebrodelta. Diese „Grünen Wege“ genannten Radrouten verlaufen auf stillgelegten Bahntrassen, sind bequem zu befahren und führen vom Vall de Zafán im Gebiet Terra Alta bis zu den wunderbarsten Winkeln des Ebrodeltas zwischen Lagunen, Reisfeldern und einsamen Stränden.

Sant Jaume d’Enveja © Mariano Cebolla

 

Auf dem Treidelschiff über den Ebro

Wer das Reisen auf dem Wasser einer Radtour vorzieht, dem sei eine Fahrt mit dem Treidelschiff über den Ebro ans Herz gelegt. In früheren Jahrhundeten  wurden alle wichtigen Waren von Holz über Reis bis zur Wolle auf Treidelschiffen Richtung Küste transportiert, die im Wesentlichen von der Strömung des Flusses angetrieben wurden.  Auf dem Rückweg wurden die nun entladenen Schiffe dann von Pferden wieder an den Ort ihrer Bestimmung zurückgezogen.

Für heutige Verhältnisse scheint diese Art der Fortbewegung weniger praktisch als beschaulich und ist deshalb geeignet für den Slow-Traveler.  Dieser geht beispielsweise an Bord des Llaüt  El Roget, der äußerlich den alten Treidelschiffen gleicht, jedoch mit einigen modernen Elementen ausgestattet ist, welche die angeborene Neugier des Slow-Travelers auf entspannte Art befriedigen: Beispielsweise die Audioguides, die nicht nur über die abenteuerliche Geschichte des mittelalterlichen Dorfes Miravet und seiner Templerfestung informieren. Wir geben zu, das hat etwas „typisch Touristisches“ – aber es hat auch seinen Reiz.

 

Die Route der tausendjährigen Olivenbäume von Ulldecona

Eine weitere Möglichkeit, tief in die Natur und Kulturgeschichte der Terres de l’Ebre einzutauchen, ist die Route der tausendjährigen Olivenbäume. Schließlich ist die Olive eines der repräsentativsten Symbole des Mittelmeers und ihr Anbau wurde bereits von Phöniziern, Griechen, Römern und Arabern erweitert und perfektioniert. Im Süden von Montsià erwarten den Reisenden die beeindruckenden Felder der tausendjährigen Olivenbäume von Ulldecona. Alleine im Gebiet um Arion, den Ausgangspunkt der Route, sind fast zweitausend Bäume katalogisiert, die zwischen tausend und zweitausend Jahre alt sind. Der größte von ihnen hat einen Durchmesser von 8 Metern, ist von der Generalitat der Catalunya zum Naturdenkmal erklärt worden und trägt den Namen Fragua de la Arion. Wer dieses älteste Lebewesen der Region persönlich kennenlernen möchte, der reise nach Ulldecona und mache sich auf den Weg. Mit Zeit und der richtigen Einstellung wird diese Wanderung zu einem unvergesslichen Erlebnis – wie jede Reise in den Terres de l’Ebre.

Ulldecona © Dani Codina

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